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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 01.03.2019

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Seniorenpolitik betrifft jeden. Die Jungen stellen jetzt die Weichen für ihr Leben im Alter. Eine zukunftsorientierte Seniorenarbeit muss in eine kommunale Grundkonzeption eingebettet werden. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt: Ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu erarbeiten, ist gesetzlicher Auftrag der Landkreise und kreisfreien Städte nach Artikel 69 des Gesetzes zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG).

Unser Seniorenkonzept aus dem Jahr 2009 hat die unterschiedlichsten Projekte für Senioren hervorgebracht. Um alles an den aktuellen Bedarf unserer älteren Mitbürger anpassen zu können, wird das Konzept gerade vom Basis-Institut Bamberg fortgeschrieben. Zudem wird eine aktuelle Pflegebedarfsplanung erstellt. Sämtliche Ergebnisse erwarten wir Mitte 2019.

Seit Juli 2011 ist Hubert Plepla der Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Unterallgäu. Er koordiniert im Landkreis Unterallgäu die Umsetzung des Seniorenkonzepts. Zudem begleitet er die Arbeitskreise, die am Seniorenkonzept maßgeblich beteiligt sind und unterstützt und berät die Gemeinden bei der Umsetzung des Seniorenkonzepts vor Ort.   

Fragen und Antworten

Welche Aufgaben hat die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept?

Aufgabe der Koordinationsstelle ist es - wie der Name schon sagt - die Umsetzung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises zu koordinieren und dessen Umsetzung voranzubringen. Die Koordinationsstelle versteht sich somit als Kooperationspartner für alle Einrichtungen und Organisationen im Landkreis Unterallgäu, die dazu beitragen, dass Senioren möglichst lange zu Hause wohnen bleiben können.

Hubert Plepla arbeitet eng mit den Arbeitskreisen zusammen und begleitet diese. Zudem steht er in engem Kontakt mit den Gemeinden, um diese bei der Umsetzung des Seniorenkonzepts des Landkreises, sowie der lokalen Seniorenkonzepte vor Ort zu begleiten.

Darüberhinaus ist er für die Seniorenbeauftragten der 52 Gemeinden im Landkreis Unterallgäu beratend und unterstützend tätig und organisiert regelmäßige Informations- und Schulungsangebote für sie.

Wer kann sich an die Koordinationsstelle wenden?
  • Alle Organisationen und Einrichtungen der Seniorenarbeit im Landkreis Unterallgäu, die sich mit ihren Vorstellungen und Projekten in die Handlungsfelder des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts einbringen möchten.
  • Jeder, der gemeindenahe Maßnahmen plant oder bereits umsetzt, die die Lebenssituation oder die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren in den Gemeinden verbessern.
  • Gemeinden, die bei der Umsetzung ihrer lokalen Seniorenkonzepte Unterstützung und Begleitung wünschen.
  • Alle Seniorenbeauftragten der Gemeinden, die für ihre Arbeit Unterstützung, Beratung oder Begleitung benötigen.
Wo findet man die Koordinationsstelle?

Die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept ist im Landratsamt Unterallgäu untergebracht.

Am einfachsten erreicht man die Koordinationsstelle unter Telefon (08261) 995-457 oder per Email an hubert.plepla(at)lra.unterallgaeu.de.

Die Handlungsfelder des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises Unterallgäu werden über die Arbeitskreise und das Steuerungsgremium im "Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit" fortlaufend weiterentwickelt. In den Arbeitskreisen werden Informationen ausgetauscht, aber auch neue Projekte und Maßnahmen entwickelt. Kooperationspartner sind die kreisfreie Stadt Memmingen, der Bezirk Schwaben und der gemeindepsychiatrische Verbund Memmingen-Unterallgäu.

Ambulante Hilfen

Gemäß dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ sollen ambulante Hilfen gestärkt werden. Ältere Menschen sollen möglichst früh Unterstützung bekommen, wenn sie diese brauchen. Ansatzpunkte sind hier:

  • Ambulante Pflege und Betreuung
  • Mahlzeitendienste
  • Hausnotruf
  • Alltagspraktische Hilfen
  • Palliative Angebote
  • Unterstützung pflegender Angehöriger

Gute Beispiele:

Angebote für besondere Zielgruppen

Für ältere Menschen in besonderen Lebenssituationen sollen spezielle Angebote entstehen. Ansatzpunkte sind hier:

  • Rehabilitation
  • Psychische Erkrankungen im Alter
  • Gedächtnisstörungen/demenzielle Erkrankungen
  • Hospiz und Palliativversorgung
  • Altersarmut
  • Vereinsamung

Gute Beispiele:

Beratung und Information

Die Angebote und Hilfen für ältere Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen werden immer komplexer. Vor allem für Menschen, die zu Hause leben, gibt es inzwischen eine Vielzahl neuer Unterstützungsmöglichkeiten. Es ist wichtig, dass die Angebote vor Ort bekannt sind und dass Hilfesuchende wissen, an wen sie sich wenden können. Die Seniorenbeauftragten der Gemeinden und auch die Fachstellen für pflegende Angehörige übernehmen hierbei eine wichtige Lotsenfunktion im sozialen Hilfesystem.

Information und Beratung ist deshalb wichtiger denn je. Folgende Ansatzpunkte werden durch das Unterallgäuer Seniorenkonzept schwerpunktmäßig verfolgt:

  • Beratungsangebote
  • Information und Öffentlichkeitsarbeit
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Fragen des Älterwerdens

Gute Beispiele zum Herunterladen:

Bürgerschaftliches Engagement

Ehrenamtliche Arbeit fördert das Miteinander in den Gemeinden und schafft ein positives und wertschätzendes soziales Klima. Gerade im Alter ist es wichtig, im sozialen Umfeld integriert zu sein und am Ortsgeschehen teilzunehmen. Das klassische „Ehrenamt“ in Vereinen, Kirchen, Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfe, etc. fällt ebenso in dieses Handlungsfeld wie individuelle, zeitlich begrenzte Projekte. Strukturelle Maßnahmen, wie zum Beispiel Begegnungsräume und Maßnahmen, die es ermöglichen,  am Ortsgeschehen teilzunehmen, sind weitere wichtige Aspekte. Die Akteure in diesem Handlungsfeld haben deshalb folgende Ansatzpunkte festgelegt:

  • Freiwilligennetzwerke
  • Schulung/Qualifizierung
  • Nachbarschaftshilfen
  • Generationsübergreifende Angebote
  • Bildung und Kultur
  • Räume der Begegnung
  • Interessensvertretung/Mitwirkung und Beteiligung von Senioren

Gute Beispiele zum Herunterladen:

Infrastruktur und Wohnraum

Um im Alter zu Hause wohnen bleiben zu können, ist eine barrierearme Gestaltung der Wohnung sowie eine gute Infrastruktur wichtig. Wenn die Barrieren in der eigenen Wohnung unüberwindbar werden, hilft es, wenn in der Gemeinde ausreichend seniorengerechter Wohnraum angeboten wird. Nur so können auch Menschen mit Hilfe- und Unterstützungsbedarf in der eigenen Gemeinde wohnen bleiben. Eine gute Nahversorgung, Mobilitätsangebote für Ältere und andere Alltagshilfen unterstützen das Leben und Wohnen im Alter im eigenen Ort.

Ansatzpunkte gibt es hier folgende:

  • Barrierearme Gestaltung des öffentlichen Raums
  • Nahversorgung (z. B. Dorfläden, mobile Läden, Lieferservice Apotheken, Einkaufsdienste, hausärztliche Versorgung)
  • Wohnraumberatung zu Hause
  • altersgerechte Wohnprojekte
  • Öffentlicher Personennahverkehr

Gute Beispiele:

Prävention

In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer länger leben, ist gesundes und aktives Alter(n) wichtig. Das erhält die Lebensqualität und hilft, lange selbständig und fit zu bleiben. Zielgerichtetes vorbeugendes Verhalten kann Phasen von Krankheit, Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit verkürzen. Deshalb sieht das Seniorenkonzept vielfältige Prävention und Gesundheitsförderung im Alter vor. Ansatzpunkte sind:

  • Sportangebote für ältere Menschen
  • Gesundheitsförderung
  • Sicherheit im Straßenverkehr
  • Mobilitätstraining

Gute Beispiele:

Steuerung und Vernetzung

Zielgerichtete Seniorenarbeit in einem Landkreis muss koordiniert und gesteuert werden. Deshalb hat der Landkreis Unterallgäu eine hauptamtliche Stelle geschaffen; diese besetzt Hubert Plepla. Er koordiniert das seniorenpolitische Gesamtkonzept und begleitet dessen Umsetzung.

Er ist Ansprechpartner für:

  • Organisationen und Einrichtungen der Seniorenarbeit im Landkreis, die sich beim seniorenpolitischen Gesamtkonzept einbringen möchten.
  • jeden, der Maßnahmen plant, die die Lebensqualität von Senioren in den Gemeinden verbessern.
  • Gemeinden, die bei der Umsetzung ihrer lokalen Seniorenkonzepte Unterstützung wünschen.
  • die Seniorenbeauftragten der Gemeinden, die für ihre Arbeit Beratung oder Begleitung benötigen.

Um die Seniorenarbeit besser zu vernetzen, soll an folgenden Punkten angesetzt werden:

  • Zusammenführung bestehender Netzwerke
  • Kooperation mit bestehenden Arbeitsgremien
  • Schulung und Begleitung der Seniorenbeauftragten
  • Koordination und Steuerung des Seniorenkonzepts
  • Zusammenarbeit mit der Stadt Memmingen

Gute Beispiele:

Wohn- und Betreuungsformen

Wie wohnen wir im Alter, auch wenn wir Unterstützung benötigen? Diese Frage wird aufgrund des demografischen Wandels und den sich verändernden Familienstrukturen immer wichtiger. Viele ältere Menschen wollen selbstständig und selbstbestimmt in der vertrauen Umgebung wohnen, selbst wenn sie auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Der Hilfemix muss deshalb systematisch für einen begrenzten Sozialraum geplant und entwickelt werden. Die Wohn- und Betreuungsformen im Quartier müssen an die demografische Entwicklung vorausschauend angepasst werden. Dabei ist es wichtig, dass die lokalen Akteure einbezogen werden und bei der Sozialraumgestaltung mitwirken können. Die Kommunen müssen auf die veränderten und zukünftigen Anforderungen reagieren - beteiligungsorientiert, sozialraumbezogen und durch eine ganzheitliche Sichtweise.

Der Landkreis Unterallgäu unterstützt Kommunen mit dem Projekt der altersgerechten Quartiersentwicklung.

Gute Beispiele:

Gewinnbringende Projekte entstehen durch eine gute Vernetzung. Gemeinsam werden die Themen in den seniorenpolitischen Handlungsfeldern immer wieder auf den Prüfstand gestellt, diskutiert und nach Lösungen gesucht. In den Arbeitskreisen besprechen die Akteure die Maßnahmen und stimmen diese untereinander ab. Verbindliche Projektplanungen schaffen die nötige Transparenz und sind der Weg zum Ziel. Eine sozialraumorientierte Umsetzung bietet unseren Gemeinden Lösungen und Hilfestellung bei der Gestaltung des demografischen Wandels vor Ort. Dabei steht die Koordinationsstelle Seniorenkonzept beratend und unterstützend zur Seite.

Altersgerechte Quartiersgestaltung (vom Landkreis gefördert)

Der Landkreis Unterallgäu fördert den Aufbau von „altersgerechten Quartierskonzepten“. Auf Antrag werden jährlich maximal zwei Gemeinden jeweils mit bis zu 5.000 Euro, aber maximal mit 40 Prozent der Umsetzungskosten, gefördert.

Bei Interesse wenden sie sich bitte an die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept.

Ambulante gerontopsychiatrische Angebote

Für ältere Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen gibt es im Landkreis Unterallgäu vielfältige ambulante Versorgungsangebote von haupt- und ehrenamtlichen Akteuren. Die Arbeitsgruppe "Ambulante Hilfen und Anlaufstellen" im Netzwerk Altenhilfe spricht sich dafür aus, das Angebot durch vermehrten Einbezug und Begleitung von ehrenamtlichen Helfern zu erweitern. Vor allem die ländlichen Regionen im Landkreis sollen weiter gestärkt werden.

Deshalb hat sich der Landkreis Unterallgäu am Leader-Projekt „Kontaktstellen Demenzhilfe Allgäu“ beteiligt. Als Projektträger fungierte die Allgäu GmbH. Somit wurde dieses Projekt nicht nur im Landkreis Unterallgäu, sondern allgäuweit, also auch in den Landkreisen Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu sowie in den kreisfreien Städten Memmingen, Kaufbeuren und Kempten umgesetzt. Nach Ende der Projektlaufzeit übergab die Allgäu GmbH die Fortführung des Projekts und Begleitung der Kontaktstellen wieder an die jeweiligen Landkreise. Über die Kontaktstellen werden ehrenamtliche Helfer geschult, begleitet und vermittelt. Schließlich sollen die Ehrenamtlichen gezielt professionelle Helfer unterstützen und ergänzen.  Bestehende Initiativen werden im Sinne von Kooperation und Vernetzung in das Projekt einbezogen. Bei Hilfe- oder Beratungsbedarf  können sich Betroffene oder deren Angehörige an eine naheliegende Kontaktstelle wenden.

Gefördert wurde das Projekt über Leader, das europäische Programm zur Förderung ländlicher Räume. Die fachliche Projektumsetzung übernahm die Allgäu GmbH. Das Projekt ist im Mai 2013 gestartet.

Kontaktstellen der Demenzhilfe im Unterallgäu

Die Ziele:

  • Verbesserung der Begleitung und Betreuung von demenziell erkrankten Menschen
  • Entlastung von pflegenden Angehörigen
  • Aufbau von weiteren Entlastungs- und Betreuungsangeboten
  • Aufbau von Kontaktstellen für den ländlichen Raum
  • Vernetzung und Integration von bestehenden Initiativen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen

Aufbau von offenen Mittagstischen

Sie sind für viele Senioren eine willkommene Abwechslung im Alltag und bieten Gelegenheit, am Ortsgeschehen teilzuhaben - offene Mittagstische. Im Rahmen des Seniorenkonzepts wird deshalb der Aufbau offener Mittagstische in den Unterallgäuer Gemeinden gefördert. Gute Beispiele gibt es bereits in vielen Gemeinden im Landkreis Unterallgäu. 

Ein offener Mittagstisch ist ein Treffpunkt für ältere Menschen, an dem ein günstiges Mittagessen angeboten wird. Neben der gemeinschaftlichen Mahlzeit sollen offene Mittagstische Orte der Begegnung und des Austauschs sein.

An einem offenen Mittagtisch wird in der Regel nicht nur gegessen - hier werden auch soziale Kontakte gepflegt und Informationen ausgetauscht. So nehmen Senioren über den offenen Mittagstisch am Ortsgeschehen teil und finden eine willkommene Abwechslung im Alltag. Außerdem kann ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung und Hilfe in Notlagen entstehen.

Gerne berät die Koordinationsstelle im Landratsamt Unterallgäu Gemeinden und Initativen, die einen offenen Mittagstisch aufbauen möchten. Wenden Sie sich einfach an Hubert Plepla. 

Tipps zum Aufbau offener Mittagstische:

  • Der Mittagstisch sollte in einem ansprechenden geeigneten Raum stattfinden, am besten im Zentrum der Gemeinde. Gut ist, wenn auch eine Küche zur Verfügung steht.
  • Legen Sie verlässliche Termine fest.
  • Klären Sie vorab, wie der Raum gereinigt wird.
  • Regeln Sie, ob das Essen geliefert oder selbst gekocht wird.
  • Das Mittagessen sollte kostengünstig sein (etwa drei Euro). Auch die Getränke sollten bezahlbar sein. Eventuell könnten Sie über einen Zuschuss über die Gemeinde diskutieren.
  • Beachten Sie die Hygienevorschriften.
  • Beziehen Sie Ihre Kooperationspartner, zum Beispiel Kirchen, Gemeinde, Wirtshäuser, Essen auf Räder, etc. bei der Organisation mit ein.
  • Klären Sie, ob die nötige Ausstattung (Küche, Geschirr, Wärmewagen, ...) vorhanden ist und wer sich um die Aufbereitung des Geschirrs kümmert.
  • Der Mittagstisch sollte personell begleitet werden, am besten durch ehrenamtlich Engagierte in der Gemeinde, die die Senioren in die Arbeit einbeziehen. Die ehrenamtlichen Helfer sollten keine professionelle Betreuung oder sogar Pflegeleistungen anbieten.
  • Eine Art „Dienstplan“ ist unumgänglich, damit jeder Ehrenamtliche nach seinen Möglichkeiten eingesetzt werden kann und keine Überforderung stattfindet.
  • Die mithelfenden Personen sollten entsprechend versichert sein.
  • Der Mittagstisch sollte nicht nur Senioren zur Verfügung stehen. Damit ein generationenübergreifender Austausch entsteht, ist zum Beispiel auch der Einbezug von Familien und Kindern sinnvoll.
  • Ideal ist auch ein Hol- und Bringdienst für Senioren, die den Weg nicht mehr alleine schaffen. Wenn diese von ehrenamtlichen Mitarbeitern abgeholt werden, haben sie die Möglichkeiten, am offenen Mittagstisch teilzunehmen.
  • Der Mittagstisch sollte bekanntgemacht werden - zum Beispiel im Gemeindeblatt.


Offene Mittagstische werden in vielen Gemeinden im Landkreis Unterallgäu angeboten. Mehr erfahren Sie bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung.

Schaubild „Offener Mittagstisch“

Auf- und Ausbau von Nachbarschaftshilfen in den Gemeinden (vom Landkreis gefördert)

Der Landkreis fördert den Auf- und Ausbau von Nachbarschaftshilfen in den Gemeinden. Dafür wurde in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Schaffenslust und der kreisfreien Stadt Memmingen eine hauptamtliche Teilzeitstelle bei der Freiwilligenagentur eingerichtet, die die Gemeinden und Initiativen bei diesem Vorhaben tatkräftig unterstützt.

Mehr Infos hierzu finden Sie unter www.fwa-schaffenslust.de/servicestelle-nbh

Bewusstseinsbildung für präventive Angebote

Ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht oder Osteoporose: In einer älter werdenden Gesellschaft treten diese Krankheiten immer häufiger auf. Dabei könnte man diesen Erkrankungen nach Ansicht der Ärzte gut vorbeugen,  durch Bewegung und gesunde Ernährung, sprich durch Prävention. Um das Thema Vorsorge stärker in den Köpfen der Menschen zu verankern, werden von den Kreiskliniken Unterallgäu präventive und informative Vortragsreihen durchgeführt. Nähere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Kreiskliniken unter www.kreiskliniken-unterallgaeu.de/veranstaltungen

Bürger unterstützen Senioren (BuS)

Die Akteure der Arbeitsgruppe haben dieses Projekt gemeinsam entwickelt und aufgebaut. BuS ist eine Form der Nachbarschaftshilfe, durch die Senioren im Alltag Unterstützung, Hilfe und Begleitung erhalten.

Im September 2012 startete das BuS-Projekt im Markt Babenhausen. Gefördert wurde es vom Landkreis Unterallgäu und über das EU-Programm LEADER.

Inzwischen ist zur weiteren Umsetzung des Projekts ein Verein entstanden, der die Aufgaben und die Koordination der Nachbarschaftshilfe in und um Babenhausen übernimmt. Die Seniorengemeinschaft Babenhausen-Unterallgäu e.V. hat inzwischen weit über 200 Mitglieder und ist in etlichen Seniorenhaushalten aktiv.

Das Projekt wurde auch mit dem Förderpreis des Landkreises Unterallgäu für vorbildhafte Projekte aus der Seniorenarbeit im Jahr 2015 ausgezeichnet.

Die Koordinationsstelle Seniorenkonzept unterstützt den Aufbau von Projekten der Nachbarschaftshilfen und begleitet dabei Kommunen und Initiativen. Inzwischen konnte gemeinsam mit engagierten Akteuren in etlichen Orten des Landkreises ein Angebot der Nachbarschaftshilfe in unterschiedlichsten Organisationsformen geschaffen werden. Im Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit Memmingen/Unterallgäu tauschen sich diese Initiativen regelmäßig aus und unterstützen sich gegenseitig.

Zudem wurde mittlerweile in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Schaffenslust und der kreisfreien Stadt Memmingen eine hauptamtliche Stelle zum weiteren Auf- und Ausbau von Nachbarschaftshilfen eingerichtet. Diese Stelle ist bei der Freiwilligenagentur angesiedelt und steht den Gemeinden und Initiativen hilfreich zur Seite.

Fachstellen für pflegende Angehörige

In enger Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle am Landratsamt Unterallgäu bieten die beiden Fachstellen für pflegende Angehörige trägerneutrale und unabhängige Beratung rund um das Thema Pflege an.

Die Fachstellen unterstützen und begleiten Sie bei Ihrer verantwortungsvollen Aufgabe und helfen Ihnen, Ihre Angehörigen so lange wie möglich „in den eigenen vier Wänden“ zu pflegen und zu versorgen. Die Fachstellen bieten an:

  • Beratung zu allen Fragen rund um die häusliche Versorgung und Pflege von hilfebedürftigen Menschen.
  • Information zu allen Hilfsangeboten, die Sie als pflegende Angehörige oder wenn Sie selbst pflegebedürftig sind entlasten, und zu deren Finanzierung.
  • Vermittlung von weiteren Hilfsangeboten wie zum Beispiel Essen auf Rädern, Hausnotrufdienste, ... Dabei können die Fachstellen auf ein umfassendes Netzwerk an Kooperationspartnern zurückgreifen.

Der Landkreis Unterallgäu und das Zentrum Bayern, Familie und Soziales (ZBFS) fördern die Fachstellen finanziell.

Zu den Fachstellen im Unterallgäu:

Fit für das Ehrenamt (vom Landkreis gefördert)

Ehrenamtliches Engagement ist eine wichtige Säule in unserer Gesellschaft. Das Projekt „Fit für das Ehrenamt“ soll den Einsatz fürs Gemeinwohl stärken und fördern. In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) werden ehrenamtlich in der Seniorenarbeit Tätige geschult und vernetzt. Die Schulung hat die Koordinationsstelle Seniorenkonzept gemeinsam mit den Akteuren aus den Workshops konzipiert. Ziel ist es, den Ehrenamtlichen neue Impulse für ihre Arbeit zu geben. Inhaltlich geht es bei der zweitägigen Schulung um die Themen Grenzen des Ehrenamts, Versicherungsschutz, Eigenschutz, Gewinnung und Bindung Ehrenamtlicher/Freiwilligenmanagement, Motivation und Leitung Ehrenamtlicher sowie um Fortbildung und Qualitätssicherung im Ehrenamt. Am Ende der Fortbildung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Der Landkreis Unterallgäu bezuschusst das Projekt „Fit fürs Ehrenamt“ jährlich in maximal drei Gemeinden mit insgesamt 2.000 Euro. So wollen wir ehrenamtliches Engagement in der Seniorearbeit fördern und gewinnbringend begleiten. Die Gemeinde trägt ausschließlich die notwendigen Raum- und Bewirtungskosten. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis wird die Schulung ausgeschrieben und bekannt gemacht.

Seit 2013 fanden bereits Schulungen in Bad Wörishofen, Babenhausen, Bad Grönenbach, Mindelheim, Erkheim, Ottobeuren, Benningen, Ettringen, Lautrach und Wolfertschwenden statt. Weitere Schulungen sind geplant.

Gemeinden, die sich als Schulungsort zur Verfügung stellen möchten, dürfen sich gerne an die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept wenden.

Früher Zugang zum sozialen Hilfesystem

Oft gibt es Hinweise, dass Senioren, die zuhause leben, weiterführende Hilfs- oder Beratungsangebote brauchen. Solche Problemlagen werden oftmals von den aufsuchenden Organisationen erkannt.

Deshalb wurden Mitarbeiter etwa von Rettungsdiensten, „Essen auf Rädern“ oder ambulanten Pflegediensten in Schulungen für Problemsituationen von Senioren sensibilisiert. Die Schulung übernahm das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Unterallgäu (BRK), in Zusammenarbeit mit dem Gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV) Memmingen/Unterallgäu. Auch die Seniorenbeauftragten der Gemeinden wurden geschult.

Dadurch sind in vielen Gemeinden über die Seniorenbeauftragten „Kümmergruppen“ entstanden, die sich hilfsbedürftigen Menschen annehmen. Die aufsuchenden Dienste finden in den gemeindlichen „Kümmergruppen“ Ansprechpartner, denen sie ihre Beobachtungen mitteilen können. Der jeweilige Seniorenbeauftragte ist dabei der erste Ansprechpartner.

Hat die Kümmergruppe erfahren, dass ein älterer Mensch eventuell Hilfe benötigt, nimmt sie zuerst Kontakt mit der Person auf. Viele Probleme lassen sich im Rahmen von bürgerschaftlicher oder gemeindlicher Hilfe lösen.

Manchmal werden wohlgemeinte Hilfeversuche allerdings nicht als solche verstanden. Die Kümmergruppe muss immer im Einvernehmen mit dem Betroffenen und dessen Angehörigen handeln. Auch der Datenschutz wird großgeschrieben - personenbezogene Daten werden erst nach vorheriger Absprache mit den Betroffenen und mit ihrem Einverständnis weitergegeben. Mit diesem Vordruck können Sie sich das Einverständnis schriflich geben lassen.

Wenn Probleme oder Fragen auftreten - egal ob zu einem Fall oder organisatorischer Art - wird die Kümmergruppe von der Seniorenbeauftragten des Landkreises, Edeltraud Neubauer, oder von Hubert Plepla von der Koordinationsstelle des Seniorenkonzepts unterstützt.

Zum Herunterladen:

Hospiz- und Palliativversorgung

Das PALLIUM Palliative Care Team Unterallgäu-Memmingen wird als gemeinnützige GmbH geführt. Der Sankt Elisabeth Hospizverein Memmingen-Unterallgäu e.V. und das Diakonische Werk Memmingen e.V. tragen es zu gleichen Teilen. "Unheilbar krank – und doch selbstbestimmt in seiner vertrauten Umgebung leben und sterben" lautet das Motto der gemeinnützigen GmbH.

  • Das Team besteht aus spezialisierten Palliativärzten, Palliativpflegekräften, ...
  • Es betreut Schwerstkranke und Sterbende umfassend – medizinisch, pflegerisch, psychosozial.
  • Es behandelt an Ihrem Wohnort – zu Hause oder im Pflegeheim
  • Es erbringt die spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) für den Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der Pallium gGmbH.

Informationsreihe über psychische Erkrankungen

Demenz ist eine der häufigsten und folgenreichsten Erkrankungen im Alter. Aber auch andere psychische Krankheiten wie zum Bespiel Depressionen oder Sucht treten im Alter gehäuft auf. Experten gehen davon aus, dass die Zahl dieser für das Alter typischen Erkrankungen in Zukunft weiter wächst. Deshalb entstand im Rahmen des Seniorenkonzepts die Idee, die Bürger mit einer Informationsreihe für dieses Thema zu sensibilisieren.

Unter Federführung des gemeindepsychiatrischen Verbundes (GPV) Memmingen/Unterallgäu und in Zusammenarbeit mit den lokalen Tageszeitungen (Memminger und Mindelheimer Zeitung) berichteten Experten regelmäßig über verschiedene Aspekte. Den Abschluss der Artikelserie bildete eine Podiumsdiskussion. Titel war: „Alt und wertvoll? Zu den Perspektiven unserer alternden Gesellschaft“.

Dank der Informationsreihe setzten sich viele Menschen mit dem Älterwerden und dem Thema psychische Erkrankungen im Alter auseinander. Die Bürger erfuhren mehr über bestehende Hilfsangebote sowie über förderliches Verhalten. Das Ziel: Verständnis für erkrankte Menschen zu entwickeln und diese ins gesellschaftliche Leben einzubeziehen. Betreuungspersonen lernten Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten kennen.

Alle Artikel zum Herunterladen (in der Mindelheimer und der Memminger Zeitung erschienen):

Inzwischen informiert das "Steuerungsgremium" des Netzwerks "Altenhilfe und seelische Gesundheit" fortlaufend über aktuelle Themen und Entwicklungen.

Netzwerk "Altenhilfe und seelische Gesundheit"

Um die Angebote für Senioren im Landkreis Unterallgäu und in der Stadt Memmingen kontinuierlich zu verbessern, hat der Landkreis zusammen mit der Stadt Memmingen, dem Gemeindepsychiatrischen Verbund Memmingen/Unterallgäu (GPV), Arbeitskreis Gerontopsychiatrie, und dem Bezirk Schwaben das Netzwerk „Altenhilfe und seelische Gesundheit“ aufgebaut. Ziel ist eine Vernetzung der verschiedenen Akteure der Seniorenarbeit im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen. Beratungs- und Informationsangebote für Senioren werden aufeinander abgestimmt und gemeinsam ausgerichtet. Es entstand ein Forum, in dem sich die Teilnehmer austauschen können.

Ziel ist es, vorhandene Strukturen auszubauen und das Miteinander zu erleichtern. Das verbessert und fördert die trägerübergreifende Zusammenarbeit und trägt zur Qualitätsentwicklung in der Seniorenarbeit bei.

Alles über das Netzwerk findet man unter www.netzwerk-altenhilfe.de

Prüfaufträge

Um die Infrastruktur für Senioren zu optimieren, wurden Prüfaufträge zu Themen erteilt, die die örtliche Situation von Senioren im Bereich Mobilität und Wohnen verbessern. Ältere Menschen sind zum Beispiel oft auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass Bushaltestellen und Bahnsteige barrierefrei gestaltet sind oder dass es auch flexible Beförderungsmöglichkeiten gibt.

Folgende Themen wurden im Rahmen des Seniorenkonzepts mit den zuständigen Stellen besprochen und überprüft:

  • Flexibus
  • ÖPNV-Haltestellen
  • Ehrenamtliche Fahrdienste

Bei den quartiersbezogenen Ansätzen werden auch die Themen Mobilität, Wohnen und Nachbarschaftshilfe behandelt und sozialraumbezogen aufgegriffen (mehr zur Quartiersentwicklung).

Zudem wurde ein kommunaler Aktionsplan zur EU-Behindertenrechtskonvention erstellt. Auch hierbei werden Prüfthemen bearbeitet.

Rezept für Bewegung

Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) Unterallgäu hat eine Übersicht über präventive Angebote von Vereinen im Unterallgäu und in Memmingen erstellt. In der Übersicht finden Sie verschiedene Rückenkurse, Wirbelsäulengymnastik, Nordic Walking, Herzsportkurse, Kurse für Stressbewältigung und Entspannung wie auch verschiedene Dauerangebote, die teilweise mit dem Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer ausgezeichnet sind.

  • Aktuelle Übersicht über die Angebote auf der Internetseite des BLSV

Zudem können Ärzte ein „Rezept für Bewegung“ ausstellen. Dabei wird dem Patient die Teilnahme an Sportkursen quasi „verschrieben“. Mit diesem Rezept geht der Patient zu einem Sportverein, bei dem der jeweilige Übungsleiter damit besser einschätzen kann, welche Kurse für den Betroffenen in Frage kommen. Das Rezept kann der Patient zusammen mit der Teilnahmebescheinigung bei seiner Krankenkasse einreichen und erhält die Gebühr dann (je nach Kasse) teilweise erstattet.

Runde Tische (vom Landkreis gefördert)

Lokale runde Tische können helfen, dass alle in der Seniorenarbeit tätigen Menschen in einer Gemeinde an einem Strang ziehen. So kann die Seniorenarbeit gemeinsam weiterentwickelt werden. Neben Vereinen, Verbänden, bürgerschaftlichen und kirchlichen Gruppen sollte die Seniorenbeauftrage des Landkreises eingebunden werden, da diese einen Gesamtüberblick über die Angebote und Projekte im Landkreis hat. Um solche runden Tische aufzubauen, kommt Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla gerne in die Gemeinden, um die ersten Veranstaltungen zu moderieren und zu begleiten.

Ziel eines runden Tisches ist es, in der Gemeinde ein Forum zum Austausch und zur Koordination zu schaffen. Die Akteure erkennen so die Stärken und Schwächen der Seniorenarbeit. Zudem können sie gemeinsam die Seniorenarbeit in der Gemeinde ausrichten und gestalten. Projekte, die über den runden Tisch in den Gemeinderat eingehen, haben mehr Gewicht, als wenn die Projekte von Einzelpersonen verfolgt werden. Davon abgesehen geht es auch um die Stärkung des Miteinanders und um Vernetzung und Kooperation im lokalen Sozialraum.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept!

Übrigens: Ein gutes Beispiel ist das Seniorennetzwerk Mindelheim.

Seniorenbeauftragte im Landkreis Unterallgäu

Seniorenbeauftragte sind die Schnittstelle zwischen Kommunen und älteren Bürgerinnen und Bürgern. Sie sind häufig Personen des Vertrauens und erste Anlaufstellen für Fragen und Informationen. Seniorenbeauftragte können an Fachstellen, Organisationen und Dienste weitervermitteln, aber auch die Bedürfnisse und Problemsituationen an den Gemeinderat kommunizieren.

In den 52 Kommunen des Landkreises sind inzwischen fast überall vorrangig ehrenamtliche Seniorenbeauftragte bestellt. In vielen Gemeinden wird diese Aufgabe auch im Team übernommen. Die Seniorenbeauftragten kümmern sich um die Belange der Älteren in der jeweiligen Gemeinde und arbeiten auch eng mit der Seniorenbeauftragten des Landkreises und mit der Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept im Landratsamt Unterallgäu zusammen.

Um sich regelmäßig auszutauschen, um Informationen weiterzugeben und um gemeinsam themenbezogen zu arbeiten, werden jährlich mindestens drei Austauschtreffen und ein Klausurtag für die Seniorenbeauftragten der Gemeinden angeboten. Zudem können sich die Seniorenbeauftragten immer an die Koordinationsstelle oder die Landkreisseniorenbeauftragte mit ihren Anliegen wenden. Der Landkreis ist auch Mitglied bei der Landesseniorenvertretung Bayern (LSVB).

Wohnberatung

Um auch im Alter zu Hause wohnen zu können, ist Barrierefreiheit wichtig. Wollen Sie wissen, wie Sie Ihr Zuhause altersgerecht umbauen? Dann finden Sie im Landkreis Unterallgäu Hilfe bei speziell ausgebildeten Wohnberatern. Das Angebot wurde im Rahmen des Seniorenkonzepts auf die Beine gestellt. Die Wohnberater informieren Sie kostenlos und unverbindlich darüber, wie Sie Ihren Wohnraum alters- und behindertengerecht gestalten können. Egal, ob es um die Beseitigung von Hindernissen und Gefahrenquellen geht, um Hilfsmittel, die den Wohnalltag erleichtern oder etwa um Fördermöglichkeiten für den Wohnungsumbau.

Seit Februar 2017 wird die Wohnberatung hauptamtlich für den Landkreis Unterallgäu koordiniert. Zuständig ist dafür Birgitt Singer. Sie steht gerne für alle Fragen und Informationen rund um das Thema Wohnberatung zur Verfügung. Das Projekt zur Wohnberatung wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.

Seit 1. November 2013 ist der Landkreis Unterallgäu Mitglied bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung (BAG). Die BAG setzt sich für den Auf- und Ausbau von Wohnberatungsangeboten sowie für Qualitätsstandards bei der Wohnberatung ein.

Zum Herunterladen:

Wohnen für Hilfe

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ bringt Menschen in verschiedenen Lebensphasen zusammen. So können beispielsweise Studierende, Auszubildende, Menschen mit geringem Einkommen oder Menschen, die sich sozial engagieren möchten, bei Senioren mit Hilfe- und Unterstützungsbedarf wohnen. Als Gegenleistung für den kostenlos überlassenen Wohnraum helfen ihrem „Vermieter“, seinen Alltag zuhause besser zu bewältigen.

Damit sowohl der „Wohnraumgeber“ als auch der „Wohnraumnehmer“ profitieren, unterschreiben beide Seiten zu Beginn einen Vertrag. Darin wird festgelegt, welche Hilfeleistungen in welchem zeitlichen Umfang erbracht werden sollen, welcher Wohnraum allein genutzt werden darf und es werden Absprachen für die Nutzung der „Gemeinschaftsräume“ wie etwa Küche, Wohnzimmer oder Keller getroffen.

Als Faustregel schlagen die Mitglieder des Arbeitskreises im „Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit“ vor, dass pro Quadratmeter Wohnraum, der allein genutzt werden kann, eine Stunde Hilfe im Monat geleistet wird. Dabei kann es sich um Hausarbeiten wie Putzen, Waschen oder Spülen handeln, um die Begleitung zum Arzt, zum Einkaufen oder bei Spaziergängen, um das Zubereiten von Mahlzeiten, um Gartenarbeit, um die Versorgung von Tieren oder um Hilfe am Computer.

Koordiniert und begleitet wird das Projekt von hauptamtlichen Ansprechpartnern in den Gemeinden. Diese kümmern sich darum, Interessenten zu beraten, passende Menschen zusammenzubringen und sie vor allem in den ersten Wochen und Monaten zu unterstützen.

Interessenten können sich unter Telefon (08261) 995-457 an Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla wenden.

Zum Herunterladen:

Quartiersentwicklung greift den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft auf und zielt darauf ab, einen sozialen Nahraum, mit dem sich die Bewohner identifizieren – also etwa ein Dorf oder ein Viertel – so zu gestalten, dass auch ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Mit Hilfe von Quartierskonzepten sollen im Unterallgäu möglichst viele altersgerechte Wohnprojekte mit sozialen Angeboten und Unterstützungsangeboten entstehen.

Bei Quartiersprojekten geht es immer um Ganzheitlichkeit, also darum, das gesamte Lebensumfeld zu optimieren. So soll nicht nur ein bedarfsgerechtes Wohnangebot entstehen, sondern im jeweiligen Quartier soll es auch eine geeignete räumliche Infrastruktur, eine wohnortnahe Beratung und Begleitung, eine tragende soziale Infrastruktur, bedarfsgerechte Dienstleistungen und Angebote sowie ein wertschätzendes gesellschaftliches Umfeld geben. Weitere Informationen zum Thema Quartiersprojekte enthält diese Broschüre des Kuratorium Deutsche Altershilfe. Detaillierte Informationen finden Sie auch in der November/Dezember-Ausgabe 2013 im Fachmagazin Pro Alter des Kuratoriums Deutsche Altershilfe. Umfangreiche Informationen zum Aufbau von altersgerechten Quartierskonzepten sind im Eckpunktepapier des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zu finden.

Fragen und Antworten

Wo besteht in den Unterallgäuer Gemeinden Handlungsbedarf?

Eine Befragung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) im Juli 2013 hat ergeben, dass insbesondere in den Bereichen Wohnen und Mobilität im Unterallgäu Handlungsbedarf  besteht.

Von 52 angeschriebenen Gemeinden und Städten nahmen 30 Bürgermeister an der Umfrage teil. Drei Viertel der Befragten gaben an, es gebe zu wenig altersgerechte Wohnungen in ihrer Gemeinde. Zwei Drittel wünschten sich Verbesserungen beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Positiv bewerteten die meisten Befragten das ehrenamtliche Engagement in ihrer Gemeinde und die Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt.

Inzwischen sind in etlichen Gemeinden barrierefreie Wohnanlagen entstanden, es wurde eine landkreisweite, kostenlose Wohnberatung aufgebaut und der Flexibus wurde eingeführt.

Wie können Gemeinden eine Quartiersentwicklung umsetzen?

Gemeinden, die ein Quartierskonzept erarbeiten möchten, können sich beim Landratsamt Unterallgäu bewerben.

In einer ersten Bewerbungsrunde wählte der Landkreis die Gemeinde Wolfertschwenden, den Markt Erkheim und die Stadt Mindelheim aus. In einer zweiten Runde entsteht das Quartierskonzept in Ottobeuren, Lautrach, Ettringen und Rammingen. Inzwischen sind auch die Gemeinden Lachen, Wiedergeltingen und Holzgünz dabei.

Die ausgewählten Gemeinden setzen das Konzept zusammen mit der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) aus München um. Der Landkreis Unterallgäu fördert die Gemeinden finanziell.

In Workshops entwickeln lokale Akteure die Quartiersprojekte. Auch die Bürger der jeweiligen Gemeinde können sich über Bürgerwerkstätten beteiligen. So entsteht ein Strategiepapier mit konkreten Projekten, Maßnahmen und Empfehlungen für die Gemeinden, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen. Entsprechende Analysen, wie Befragungen oder Ortsbegehungen vervollständigen die Ergebnisse.

Nachdem das Strategiepapier an den Bürgermeister übergeben wurde, beschließt der Gemeinde- oder Stadtrat die Umsetzung. Projektbezogene Arbeitsgruppen bringen dann die Themen in der Gemeinde voran. Die ersten Gruppensitzungen begleiten und moderieren Vertreter der AfA und des Landratsamtes.

Später kann ein Quartiersmanager diesen dynamischen Prozess weiter steuern, aufrecht erhalten und nachhaltig gestalten.

Wer ist verantwortlich und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Für die Umsetzung des Strategiepapiers ist die jeweilige Kommune verantwortlich.

Auf Fördermöglichkeiten, z.B. aus Programmen der Bayerischen Ministerien oder des Landkreises Unterallgäu, machen die AfA und die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept im Landkreis Unterallgäu aufmerksam. Diese beiden Stellen unterstützen auch bei der Antragsstellung.

Übernimmt die Aufgabe des Quartiersmanagers ein Wohlfahrtsverband, kann dieser Fördermittel des Deutschen Hilfswerks (DHW) beantragen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Hubert Plepla von der Koordinationsstelle des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts.

Wie fördert der Landkreis die Quartiersentwicklung?

Der Landkreis Unterallgäu begleitet und fördert die Erstellung eines Konzepts für den Aufbau von „altersgerechten Quartierskonzepten“ vor Ort. Auf Antrag werden jährlich maximal zwei Gemeinden, jeweils mit bis zu 5.000 Euro, aber maximal mit 40 Prozent der Umsetzungskosten gefördert.

In welchen Gemeinden gibt es bereits altersgerechte Quartierskonzepte?

In Mindelheim, Erkheim, Wolfertschwenden, Ettringen, Lautrach, Ottobeuren, Rammingen, Lachen, Wiedergeltingen und Holzgünz werden in Kooperation mit dem Landkreis Quartiersprojekte erarbeitet und umgesetzt. Die ersten Gemeinden haben bereits im Jahr 2013 damit begonnen. Das Projekt wird als fortlaufender und dynamischer Prozess ins Gemeindeleben integriert. In den meisten Gemeinden koordiniert ein sogenannter Quartiersmanager die Arbeitsgruppen und Projekte.

Darüber hinaus wurden auch in Bad Grönenbach und Illerbeuren Quartierkonzepte aufgebaut und umgesetzt.

Für vorbildhafte Projekte in der Seniorenarbeit vergibt der Landkreis Unterallgäu im Rahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts seit 2013 alle zwei Jahre einen Förderpreis. Damit ausgezeichnet werden Projekte, die darauf abzielen, die Lebensbedingungen für ältere Menschen in den Unterallgäuer Gemeinden zu verbessern. Die Projekte müssen zukunftsweisend sein und zur Nachahmung anregen.

Fragen und Antworten

Was ist Ziel des Förderpreises?

Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Unterallgäu steht unter dem Leitsatz „Unsere Bürger sollen mitten unter uns alt werden“. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn es gelingt, auch vor Ort in den Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises entsprechende Projekte anzustoßen. Mit dem Förderpreis des Landkreises werden Projekte ausgezeichnet,  die den sozialen Nahraum für ältere Menschen erfolgreich gestalten und auf diesem Weg die Lebensbedingungen für Senioren in der jeweiligen Kommune verbessern. Gute Beispiele aus dem Unterallgäu sollen so gewürdigt, unterstützt und bekannt gemacht werden.

Welche Kriterien müssen die Projekte erfüllen?

Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts stammen.

Ein zur Bewerbung eingereichtes Projekt sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Verbesserung der Lebensbedingungen von Senioren: Das Projekt sollte in der jeweiligen Gemeinde einen Beitrag dazu leisten, es Senioren zu erleichtern,  im eigenen Zuhause oder im bisherigen Wohnort wohnen bleiben zu können.
  • Quartiersbezug: Das Projekt sollte sich auf die Gegebenheiten vor Ort, auf das „Quartier“, beziehen. Das Quartier kann die Größe eines Wohngebietes, eines Stadtviertels oder einer ganzen Gemeinde haben. Entscheidende Bezugsgröße ist das gelebte Gemeinwesen.
  • Bereits begonnene Umsetzung: Es wird nicht allein die gute Idee prämiert, sondern auch deren praktische Umsetzung. Das Projekt sollte sich seit mindestens einem Jahr in der Umsetzungsphase befinden. Akzeptanz und Wirkung können dann bereits festgestellt beziehungsweise abgeschätzt werden.
  • Einbezug von bürgerschaftlichem Engagement: Es wird positiv bewertet, wenn ehrenamtliche Mitarbeiter am Projekt beteiligt sind. Diese dürfen von den Projektverantwortlichen nicht allein gelassen werden. Die Mitwirkung der Bürger vor Ort sollte im Projekt angeregt, gefördert und begleitet werden, so dass eine hohe Identifikation der Menschen mit dem Projekt erfolgt.
  • Bemühen um Nachhaltigkeit: Der Erfolg eines Projekts darf nicht nur von einigen wenigen Umsetzern abhängen, die den gesamten Wissensschatz des Projekts hüten. Das Projekt sollte vielmehr Anliegen vieler Bürger und Organisationen im Quartier sein. Es sollen Strukturen und Abläufe erarbeitet sein, auf deren Basis Projektaufgaben und Funktionen ohne größere Probleme auf andere Mitwirkende übertragen werden können. Neue Projektmitarbeiter und -leiter sollen transparente Abläufe vorfinden.
  • Vernetzung im Ort: Das Projekt sollte sich in den sozialen Kontext der Gemeinde einfügen; insbesondere sollte das Projekt bei allen relevanten Funktionsträgern und Akteuren vor Ort bekannt sein, Informationen sollten regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Übertragbarkeit auf andere Orte: Es sollte die Bereitschaft bestehen, ein gutes Projekt auch für andere Kommunen im Landkreis Unterallgäu zugänglich zu machen. Initiativen dazu werden positiv bewertet.
  • Unterstützungsschreiben: Ideelle Unterstützungsschreiben der Gemeinde, also zum Beispiel vom Bürgermeister,  oder von Vereinen/Organisationen signalisieren, dass das Projekt im Ort wertgeschätzt und positiv aufgenommen wird.
Wann kann man sich für den Förderpreis bewerben?

Der Förderpreis wird alle zwei Jahre vom Landkreis Unterallgäu ausgeschrieben. Die nächste Verleihung findet im Jahr 2019 statt. Der Ausschreibungszeitraum läuft vom 1. April bis zum 31. August des jeweiligen Ausschreibungsjahres. Später eingehende Bewerbungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Über die Medien machen wir rechtzeitig auf den nächsten Bewerbungszeitraum aufmerksam.

Nach der Ausschreibung sichtet eine Jury die Unterlagen und bewertet diese. Die Preisverleihung findet dann jeweils im November statt.

Was sollte man bei einer Bewerbung beachten?

Für die Bewerbung gibt es dieses Bewerbungsformular. Außerdem müssen Sie diesen Fragebogen ausfüllen - Informationen zu den Bewertungskriterien finden Sie hier. Ergänzend kann man eine eigene Konzeption oder Beschreibung des Projekts einreichen. Diese sollte maximal fünf Seiten lang sein.  Mit der Einreichung der Bewerbungsunterlagen stimmen die Projektträger der Veröffentlichung ihres Projektes (inklusiv der dazugehörigen Materialien) durch das Landratsamt Unterallgäu zu.

Hinweis: Die drei Sieger des jüngsten Wettbewerbs dürfen sich zwei Jahre später nicht noch einmal bewerben. Um eine Entwicklung innerhalb dieser Projekte zu sehen, ist es diesen Initiativen erst wieder vier Jahre später möglich, am Förderpreis teilzunehmen. Projekte, die keinen Preis gewonnen haben, dürfen sich jederzeit wieder bewerben. 

An wen kann man die Bewerbung richten?

Die bearbeiteten Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsbogen und beide Fragebögen) senden Sie an Hubert Plepla - entweder per E-Mail an hubert.plepla(at)lra.unterallgaeu.de oder per Post an

Landratsamt Unterallgäu
Koordinationsstelle Seniorenkonzept
Hubert Plepla
Bad Wörishofer Str. 33
87719 Mindelheim

Aus wem besteht die Jury?

Die Jury besteht grundsätzlich aus Vertretern des Kreistages und Fachleuten aus der Seniorenarbeit.

Mit dabei sind 2019:

  • Raimund Steber, stellvertretender Chefarzt am Bezirkskrankenhaus Memmingen
  • Edeltraud Neubauer, Seniorenbeauftragte des Landkreises Unterallgäu
  • Rita Heidorn, Gesundheitsamt am Unterallgäuer Landratsamt
  • Roswitha Siegert, Kreisrätin, CSU
  • Agnes Schragl, Kreisrätin, Freie Wähler
  • Sybille Dörner, Kreisrätin, SPD
  • Christian Seeberger, Kreisrat, JWU
  • Stefan Fäßler, Kreisrat, GRÜNE
Wie hoch ist der Preis dotiert?

Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Der zweite und dritte Preis beträgt 2000 beziehungsweise 1000 Euro. Die Preisträger verpflichten sich dazu, das Preisgeld für die Weiterentwicklung und Aufrechterhaltung des prämierten Projekts zu verwenden.

Sollte die Jury nach eingehender Beratung zum Schluss kommen, dass keines der eingereichten Projekte preiswürdig ist, besteht keine Verpflichtung zur Preisverleihung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Sie fahren Senioren zum Einkaufen, sorgen mit einem öffentlichen Mittagstisch für soziale Kontakte oder lassen Erinnerungen an die Kindheit aufleben: Die Gewinner des Förderpreises für Projekte aus der Seniorenarbeit unterstützen ältere Menschen vorbildlich. Der Preis wurde jetzt bei einem Festakt im Landratsamt in Mindelheim vergeben. Landrat Hans-Joachim Weirather und Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla zeichneten den „Dorf-Treff“ in Wolfertschwenden mit dem ersten Platz aus. Auf Rang zwei folgte das Projekt „Spurensuche“ aus Lautrach, als Drittbester wurde der Seniorenverein Heimertingen geehrt.

Für die Auszeichnung mit dem Preis wurden laut Weirather elf Projekte eingereicht. Da alle sehr gut gewesen seien, seien letztlich alle Projektträger Sieger. „Es war mehr als schwierig, aus den guten Bewerbungen drei Gewinner auszuwählen“, betonte Plepla, der sich in diesem Zusammenhang für den Einsatz der unabhängigen Jury bedankte. Alle eingereichten Projekte verbessern nach seinen Worten die Lebensbedingungen für ältere Menschen und tragen dazu bei, dass diese auch bei Hilfebedarf im eigenen Zuhause wohnen bleiben können. Ganz so, wie es Ziel des Kreis-Seniorenkonzepts sei, im Rahmen dessen der Preis verliehen wurde.

Ganz besonders überzeugt hat die Jury aus Kreistagsmitgliedern und Fachleuten aber der Dorf-Treff in Wolfertschwenden. Weirather und Plepla gratulierten den Verantwortlichen um Quartiersmanagerin Maxi Weiss für das „gewinnbringende Angebot“, das auch überregional Beachtung finde. Maxi Weiss stellte den Dorf-Treff vor. Dieser wurde 2015 eröffnet und seither verschiedentlich mit Leben gefüllt. So reichen die Angebote mittlerweile vom Kreistanz, einem Mittgastisch und einem Computerkurs bis hin zum Italienischlernen. „Die Herzlichkeit und das gute Miteinander haben mich begeistert“, erinnerte sich Plepla an einen Besuch vor Ort.

Beim Projekt „Spurensuche“ hob Plepla den generationenübergreifenden Austausch hervor. Es handelt sich dabei um ein Angebot, das im Rahmen der altersgerechten Gestaltung (Quartiersentwicklung) der Gemeinde Lautrach entstanden ist. Wie Quartiersmanagerin Elke Rauh erzählte, recherchieren Jung und Alt zusammen zur Geschichte des Orts. Sie spürten der Vergangenheit zum Beispiel unter dem Titel „Kindheit und Jugend in Lautrach“ oder bei einem Filmabend nach. Bei letzterem wurde ein Film über die Gemeinde von 1958 gezeigt, der inzwischen digitalisiert zur Verfügung steht. Die Spurensuche stifte Identität und verbinde die Menschen, sagte Rauh. „So wird zu einem wertschätzenden gesellschaftlichen Umfeld im Dorf beigetragen, als Basis für alle weiteren Projekte aus der Quartiersentwicklung“, so Plepla.

Die Seniorenarbeit in Heimertingen wird seit 2015 in einem Verein gebündelt. „Ich bin jedes Mal wieder von den vielfältigen Hilfen und Angeboten für Senioren beeindruckt“, sagte Plepla. Wie Dr. Wolfgang Wohlleb und Heidrun Bauer vom Seniorenverein berichteten, begannen die Aktivitäten vor einigen Jahren mit Vorträgen und Faschingsveranstaltungen. Heute reicht die Palette von einem Mittagstisch, Kinobesuchen, Volksliedersingen, Sitztanz und Ausflügen bis hin zu einem Fahrdienst. Dafür habe der Verein sogar ein eigenes, rollstuhlgerechtes Fahrzeug, so Wohlleb.

Der Landkreis Unterallgäu habe einen „sehr fruchtbaren Nährboden“ für eine gute Seniorenarbeit, lobte Renate Reyer-Gellert von der Landesseniorenvertretung Bayern (LSVB). Aus dem Unterallgäu kämen viele „innovative Ideen“, so dass der Kreis ein Vorreiter in Sachen Seniorenpolitik sei. „Unser Ziel war von Anfang an, das Seniorenkonzept nicht in die Schublade zu legen, sondern konkrete Maßnahmen zu realisieren“, betonte Landrat Weirather. Viel Lob bekam auch Koordinator Hubert Plepla, der Dreh- und Angelpunkt für die erfolgreiche Arbeit sei, so Weirather. Plepla gab das Lob an die Akteure in den Gemeinden zurück. Diese setzten das Seniorenkonzept mit viel Engagement in die Tat um.

Großen Applaus gab es für die Gruppe „Jazzbande“ aus Bad Wörishofen, die den Abend gekonnt musikalisch umrahmte.

Der Förderpreis

  • Der Landkreis Unterallgäu verleiht den Förderpreis für vorbildhafte Projekte aus der Seniorenarbeit alle zwei Jahre. Heuer wurde er zum dritten Mal vergeben.
  • Die Jury besteht aus Mitgliedern des Unterallgäuer Kreistags sowie aus Fachleuten aus der Seniorenarbeit. Mitglied der Jury sind aktuell Agnes Schragl (Freie Wähler), Sybille Dörner (SPD), Christian Seeberger (JWU), Stefan Fäßler (Grüne), Roswitha Siegert (CSU), Edeltraud Neubauer (Kreisseniorenbeauftragte) und Raimund Steber (Gemeindepsychiatrischer Verbund Memmingen/Unterallgäu)
  • Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert. Der zweite mit 2000, der dritte Preis mit 1000 Euro. Alle eingereichten Projekte bekamen einen Anerkennungspreis in Höhe von 100 Euro.

Es war ein vergnüglicher Abend, eine Feier mit vielen strahlenden Gesichtern: Verbunden mit einem „dicken Dankeschön“ für den vielfältigen engagierten ehrenamtlichen Einsatz haben Landrat Hans-Joachim Weirather und Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla am 19. November 2015 zum zweiten Mal drei Förderpreise verliehen - drei Förderpreise für drei vorbildhafte Projekte in der Seniorenarbeit. Ausgezeichnet wurden die Nachbarschaftshilfe Babenhausen, der Seniorenkreis Rammingen und der Seniorentreff des Roten Kreuzes in Mindelheim. Sabine Wenng von der bayerischen Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ und Josef Niederleitner von der Landesseniorenvertretung Bayern (LSVB) stellten dem Unterallgäuer Seniorenkonzept beim Festabend ein herausragendes Zeugnis aus. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte die „Jazzbande“ aus Mindelheim.

„Es ist großartig, was hier läuft“, betonte Wenng. Sie werde nicht müde, die Unterallgäuer Projekte in ganz Bayern bekannt zu machen. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden und aus einem bloßen Konzept seien viele „passgenaue Lösungen“ für die Senioren in den Unterallgäuer Gemeinden entstanden. Dies sei keineswegs selbstverständlich - schließlich brauche es dazu vier Dinge: engagierte Bürger, ein gutes Netzwerk, einen engagierten Bürgermeister und jemanden, der die Fäden in der Hand halte. Dass Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla diese Aufgabe hervorragend löse, betonte nicht nur Wenng, sondern alle Redner.

„In den heute ausgezeichneten Projekten spiegelt sich die Bandbreite der Seniorenarbeit im Unterallgäu wider“, meinte auch der stellvertretende LSVB-Vorsitzende Niederleitner. „Was im Unterallgäu geleistet wird, geht weit über den üblichen Rahmen hinaus.“ Er bezeichnete die Preisträger als „leuchtende Beispiele“ dafür, wie selbst in kleinen Gemeinden das Leben für Senioren nachhaltig verbessert werden könne.

Eine siebenköpfige Jury - besetzt mit Experten aus der Seniorenarbeit und Vertretern des Kreistags - hatte laut Weirather die schwere Aufgabe, aus den eingereichten sehr guten Projekten die drei besten auszuwählen. „Jedes einzelne Projekt trägt dazu bei, dass wir unserem gemeinsamen Ziel einen Schritt näher kommen: Jeder Unterallgäuer soll im Alter so lange wie möglich zuhause wohnen können“, betonte Plepla.

Das sind die Preisträger:

  • 1. Preis (3000 Euro): „BuS - Bürger unterstützen Senioren“ der Nachbarschaftshilfe Babenhausen: Ziel des Projekts war es laut Vorsitzendem Manfred Lingens, eine organisierte Nachbarschaftshilfe aufzubauen, um hilfsbedürftige Senioren so zu unterstützen, dass ein möglichst langer Verbleib im eigenen Zuhause möglich wird. „BuS“ wurde von den Arbeitsgruppen des Seniorenkonzepts des Landkreise entwickelt. Die Projektleitung übernahm in den ersten beiden Jahren das Kolping-Bildungswerk. Jetzt hat der Verein rund 250 Mitglieder und ist in Babenhausen in über 25 Haushalten mit seinem Helferkreis unterstützend tätig - dabei werden die Senioren etwa zu Ärzten und Behörden oder zum Einkaufen begleitet, sie bekommen Hilfe im Garten oder im Haushalt, bei Bürotätigkeiten oder mit dem Handy. Die Helfer bekommen für ihre Leistungen eine Aufwandsentschädigung, der Hilfsbedürftige bezahlt für die Leistungen ein Entgelt an den Verein. Für Senioren mit geringer Rente wurde ein Sozialfond aufgebaut. Das Preisgeld soll in diesen Sozialfond fließen.
  • 2. Preis (2000 Euro): Senioren-Jahresprogramm „Wohnen und Leben in Rammingen“ des Seniorenkreises Rammingen: Im Ramminger Seniorenkreis engagieren sich fünf Frauen seit 2012 ehrenamtlich. Seitdem wurden die Angebote in der Gemeinde nach und nach ausgeweitet und kirchliche und gemeindliche Angebote aufeinander abgestimmt, wie Ingrid Schindele vorstellte. Bisher profitieren etwa 40 Senioren von diesem Projekt - so findet ein regelmäßiger Treff statt, bei dem auch Vorträge, Ausflüge, Gedächtnistraining und generationsübergreifende Angebote durchgeführt werden. Zudem gibt es auch einen Besuchsdienst im Krankenhaus und zu Hause. Das Preisgeld soll unter anderem in (Spiel-) Geräte für Jung und Alt fließen. Es ist auch der Aufbau eines Mittagstischs angedacht.
  • 3. Preis (1000 Euro): BRK-Seniorentreff des Rotkreuz-Kreisverbands Unterallgäu: Ziel des BRK-Seniorentreffs ist es laut Markus Riker, Begegnung zu fördern und die Isolation von älteren Menschen zu vermeiden sowie präventive Angebote für Körper und Geist zu machen. Das Angebot gibt es bereits seit 26 Jahren. Über 21.000 ehrenamtliche Helferstunden wurden seither geleistet. Durchschnittlich 15 bis 20 Seniorinnen und Senioren nehmen das wöchentliche Angebot regelmäßig in Anspruch.

Das war die Jury:

  • Die siebenköpfige Jury setzte sich aus Mitgliedern des Ausschusses für Personal und Soziales sowie aus Fachleuten aus der Seniorenarbeit zusammen. Mit dabei waren 2015 Ludwig Haisch (CSU), Agnes Schragl (Freie Wähler), Sybille Dörner (SPD), Raimund Steber (Gemeindepsychiatrischer Verbund Memmingen/Unterallgäu), Professor Dr. Hans-Dieter Haas (Koordinationsstelle Wohnberatung), Edeltraud Neubauer (Landkreisseniorenbeauftragte) und Hubert Plepla (Koordinationsstelle Seniorenkonzept).

Sie leisten erfolgreiche Arbeit für ältere Menschen und verbessern deren Lebensbedingungen in der jeweiligen Gemeinde: Die Gewinner des Förderpreises für vorbildhafte Senioren-Projekte.

  • 1. Platz: Verein Familiengesundheit 21 mit der Wohngemeinschaft Künersberg in Memmingerberg
    Dem Verein Familiengesundheit 21 gelingt, in seiner Wohngemeinschaft ein familienähnliches Wohnen zu schaffen und das Eigenpotenzial der Bewohner zu fördern. Die Selbstbestimmung der Bewohner ist das leitende Prinzip. Der Schwerpunkt der Einrichtung liegt auf der Begleitung von Menschen mit Demenz. Die Wohngemeinschaft ist im Schloss Künersberg untergebracht und für elf Mieter ausgelegt.
  • 2. Platz: Die Gemeinde Niederrieden mit ihrem Seniorenkreis und dem Besuchsdienst
    Um die Seniorenarbeit in der Gemeinde Niederrieden kümmert sich Seniorenbeauftragte Marianne Hummel mit ihren Mitstreitern. Derzeit sind 17 Frauen im Besuchsdienst engagiert. Diese nehmen sich regelmäßig Zeit für 25 ältere Menschen. Darüber hinaus gibt es Bewegungsangebote und es treffen sich regelmäßig rund 60 Besucher zu einem Seniorennachmittag.
  • 3. Platz: Mittagstisch „Ma(h)l nicht allein“ der Erlöserkirche und des Diakonievereins Bad Wörishofen
    Hier geht es nicht nur ums gemeinsame Mittagessen, sondern auch um den sozialen Gedanken. Die Verantwortlichen bringen Menschen zusammen. Regelmäßig kommen bis zu 80 Menschen zu den gemeinsamen Mittagessen.

Wissenswertes zur Preisverleihung

  • Insgesamt waren 13 Projekte für den Preis eingereicht worden.
  • Die siebenköpfige Jury setzte sich aus Mitgliedern des Ausschusses für Personal und Soziales sowie aus Fachleuten aus der Seniorenarbeit zusammen. Mit dabei waren 2013 Ludwig Haisch (CSU), Agnes Schragl (Freie Wähler), Sabine Weber-Frommel (Grüne), Raimund Steber (Gemeindepsychiatrischer Verbund Memmingen/Unterallgäu), Professor Dr. Hans-Dieter Haas (Koordinationsstelle Wohnberatung), Edeltraud Neubauer (Landkreisseniorenbeauftragte) und Hubert Plepla (Koordinationsstelle Seniorenkonzept).
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 01.03.2019