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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 24.10.2019

Infektionskrankheiten

Es gibt viele verschiedene Infektionskrankheiten - von Grippe über Masern bis hin zu den Windpocken. Um die Weiterverbreitung der Krankheitserreger zu verhindern, kann ein Ausschluss Betroffener aus Gemeinschaftseinrichtungen sinnvoll und laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) vorgeschrieben sein. Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des Gesetzes sind Einrichtungen, in denen überwiegend Kinder betreut werden, insbesondere Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Horte oder Schulen.

Damit andere bei Magen-Darm-Erkrankungen nicht angesteckt werden, dürfen Kinder mit einer Magen-Darm-Infektion nicht in den Kindergarten. Wer im Lebensmittelbereich tätig ist, darf bei einer solchen Erkrankung nicht arbeiten.

 

Fragen und Antworten

Wie kommt es zu Magen-Darm-Erkrankungen?

Infektiöse Magen-Darm-Erkrankungen werden durch unterschiedlichste Erreger aus den Gruppen der Bakterien, Viren oder Parasiten hervorgerufen. Eine Übertragung kann beispielsweise über verunreinigte Nahrungsmittel, verunreinigtes Trinkwasser, aber je nach Erreger auch von Mensch zu Mensch erfolgen. Der Krankheitsverlauf ist abhängig vom jeweiligen Erreger, aber auch vom Gesundheitszustand einer Person. Zum Beispiel spielen Begleiterkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle.

Wie kann man sich schützen?

Zum Schutz vor einer Infektion beziehungsweise um deren Weiterverbreitung zu vermeiden, sollte man auf Hygiene achten. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und eine gute Küchenhygiene. In der Küche sollte man unter anderem darauf achten, dass Lebensmittel, die roh gegessen werden wie etwa Gemüse, keinen Kontakt mit rohem Fleisch haben. 

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Das kommt auf den jeweiligen Erreger an. Durchschnittlich dauert es nach einem Erregerkontakt so lange bis zum Erkrankungsbeginn:

Norovirus: sechs Stunden bis zwei Tage

Rotavirus: ein bis drei Tage

Adenovirus: fünf bis acht Tage

Campylobacter: zwei bis fünf Tage

EHEC: zwei bis zehn Tage

Salmonellen: sechs Stunden bis drei Tage

Shigellen: ein bis vier Tage

Lebensmittelvergiftung (Staphylococcus aureus): 30 Minuten bis 8 Stunden

Wie lange kann man andere anstecken?

Wie lange man ansteckungsfähig ist, hängt vom jeweiligen Krankheitserreger ab. Solange man Durchfall hat oder erbricht, ist die Ansteckungsgefahr am größten. Nach Abklingen des Durchfalls sinkt die Ansteckungsgefahr, da die Anzahl ausgeschiedener Erreger abnimmt. Je nach Erkrankung können jedoch auch Wochen nach Abklingen der Symptome teilweise Erreger im Stuhl nachgewiesen werden. Es hängt vom jeweiligen Erreger ab, ob weitergehende Maßnahmen notwendig sind.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen? Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Kinder unter sechs Jahren, die an einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung leiden oder bei denen der Verdacht einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung besteht, dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist. In der Regel ist zwei Tage nach Abklingen des Durchfalls (geformter Stuhl) beziehungsweise des Erbrechens eine Wiederzulassung möglich.

Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung muss das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigen, wenn in der Einrichtung betreute Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, an infektiöser Gastroenteritis erkrankt sind oder der Verdacht besteht. Hierfür sollte das Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungenverwendet werden:

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Einzelmeldung) 

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Sammelmeldung)

Was gilt im Lebensmittelbereich?

Für im Lebensmittelbereich tätige Personen gilt bei Erkrankung oder Erkrankungsverdacht an infektiöser Gastroenteritis ein Tätigkeitsverbot. Für Personen, die Shigellen, Salmonellen, Choleravibrionen oder EHEC-Bakterien mit dem Stuhl ausscheiden, gilt ein Tätigkeitsverbot, auch ohne dass enteritische Symptome wie Durchfall oder Erbrechen vorliegen.

Ihre Folgen werden häufig unterschätzt, dabei ist die echte Grippe eine ernst zu nehmende Erkrankung. Deshalb rät das Gesundheitsamt allen Risikogruppen zur Impfung.

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Influenza?

Im Alltag wird eine Erkältung häufig als Grippe bezeichnet. Ein solcher grippaler Infekt hat mit der echten Grippe, der Influenza, jedoch nichts zu tun. Die Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger hervorgerufen. Die echte Grippe beginnt häufig sehr plötzlich und kann bei Risikogruppen wie Älteren oder Kranken sogar tödlich verlaufen.

Wann tritt die Influenza auf?

Die Influenza (echte Grippe) weist jahreszeitabhängige Erkrankungsgipfel auf. Grippesaison ist üblicherweise von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Die Grippewelle, also die Zeit der meisten Erkrankungsfälle, beginnt meist im Januar und dauert circa drei bis vier Monate.

Wie wird die echte Grippe übertragen?

Die Influenza wird durch Viren übertragen. Das Virus weist zwei Oberflächenstrukturen auf, von denen wiederum aktuell 27 verschiedene Varianten bekannt sind. Bei den beiden Oberflächenstrukturen kommt es zu kleineren, kontinuierlichen Veränderungen, wodurch das Virus jedes Jahr erneut eine Erkrankung auslösen kann. Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird deshalb jedes Jahr anhand der beobachteten Verbreitung der Virus-Varianten gewählt.

Übertragen werden die Viren entweder beim Einatmen von Tröpfchen beim Husten, Niesen, Sprechen und Atmen oder durch eine Schmierinfektion nach Kontakt mit virushaltigen Oberflächen und anschließendem Schleimhautkontakt (zum Beispiel durch Händeschütteln mit anschließendem Nasen- oder Mund-Kontakt)

Wie kann man sich schützen?

Schützen kann man sich durch eine jährliche Impfung. Diese wird folgenden Risikogruppen empfohlen:

  • Allen Personen über 60 Jahren
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, Herz-, Kreislauf-, Nieren- oder Leberleiden und Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus), Immunschwäche
  • allen Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen Grundleiden auch ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • medizinischem Personal, Personal in Alten- und Pflegeheimen
  • Personen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
  • Personen, die mit Risikopersonen zusammenleben oder diese betreuen

Die Impfung wird für Ende Oktober, Anfang November empfohlen. In der Regel dauert es zwei Wochen, bis der Körper nach der Impfung eine Immunität aufgebaut hat.

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Bis zum Erkrankungsbeginn dauert es circa ein bis zwei Tage. Typisch ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten, Hals-, Muskel- und Kopfschmerzen.

 

Muss die Erkrankung gemeldet werden?

Gemäß Infektionsschutzgesetz müssen Ärzte bereits einen Krankheitsverdacht namentlich an das Gesundheitsamt melden: Meldeformular für Ärzte über meldepflichtige Krankheiten. Das Gesundheitsamt wendet sich dann an den Erkrankten und versucht, Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

Wie lange kann man andere anstecken?

Im Mittel ist man etwa vier bis fünf Tage nach Beginn der ersten Symptome ansteckungsfähig. Bei Personen, die wegen einer Influenza im Krankenhaus behandelt werden, muss mit einer längeren Ansteckungsfähigkeit von im Mittel sieben Tagen gerechnet werden, daher findet dort eine längere Isolierung statt.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Erkrankte beziehungsweise Erkrankungsverdächtige dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist.

Keuchusten kann insbesondere für Säuglinge gefährlich sein. Deshalb wird eine Impfung empfohlen.

Fragen und Antworten

Wie wird Keuchhusten übertragen?

Keuchhusten wird von Mensch zu Mensch beim Sprechen, Husten oder Niesen über Tröpfchen übertragen, in denen die auslösenden Bakterien (Bordetella pertussis) enthalten sind. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn keine Symptome vorliegen. Die Erkrankung kann über mehrere Wochen bis Monate anhalten.

Für wen ist die Erkrankung besonders gefährlich?

Besonders gefürchtet sind schwerwiegende Verläufe bei Säuglingen. Hier kann es zu Atemstillständen kommen.

Wie kann man sich schützen?

Aktuell betreffen zwei Drittel aller Erkrankungen Erwachsene. Die aktuelle Empfehlung umfasst daher neben einem möglichst frühzeitigen und vollständigen Impfschutz von Säuglingen und Kleinkindern auch die einmalige Impfung aller Erwachsenen. Erwachsene sollten sich gemeinsam mit der nächsten anstehenden Tetanus- und Diphterie-Auffrischimpfung (alle zehn Jahre) impfen lassen. Nach einer Erkrankung oder Impfung besteht keinlebenslanger Schutz.

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Durchschnittlich dauert es zumeist neun bis zehn Tage bis die Erkrankung ausbricht.

Wie lange kann man andere anstecken?

Ansteckend ist man mit Beginn der typischen Erkältungssymptomatik bis drei Wochen nach Beginn der anfallsweise auftretenden Husten­stöße - insgesamt sind dies vier bis fünf Wochen. Bei Antibiotikaeinnahme ist man bis etwa sieben Tage nach Beginn der Therapie ansteckend.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Erkrankte beziehungsweise Erkrankungsverdächtige dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen

sieben Tage nach Beginn einer Antibiotikatherapie oder 21 Tage nach Beginn des Hustens ohne antibiotische Therapie wieder besucht werden. Kontaktpersonen von Erkrankten dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen, wenn bei diesen Husten auftritt.

Gemeinschaftseinrichtungen müssen die Erkrankung ans Gesundheitsamt melden. Hierfür sollte das Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungenverwendet werden:

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Einzelmeldung)

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Sammelmeldung)

Was können Erkrankte beziehungsweise deren Kontaktpersonen tun?

Wer an Keuchhusten erkrankt ist oder den Verdacht hat, sollte den Haus- oder Kinderarzt zur weiteren Diagnostik und Beratung aufsuchen. Dabei sollte man auch an eine Impfung denken, sollte man noch nicht geimpft sein. Für enge Kontaktpersonen wird eine antibiotische Prophylaxe empfohlen. Dies gilt auch für geimpfte Personen, wenn sie Kontakt zu Säuglingen ohne vollständigen Impfschutz oder zu Schwangeren haben.

Kopfläuse sind zwar lästig, aber ungefährlich. Bei uns übertragen sie keine Krankheiten. Um die Blutsauger schnell wieder los zu werden, sollte man jedoch rasch handeln - dann dürfen die Kinder auch gleich wieder in den Kindergarten oder die Schule.

Fragen und Antworten

Wer bekommt Läuse?

Jeder Mensch kann Kopfläuse bekommen - das hat nichts mit Körperpflege oder täglichem Haare waschen zu tun.

Wie werden die Tiere übertragen?

Die Übertragung der Kopflaus von Mensch zu Mensch geschieht normalerweise durch direkten Haarkontakt. Erleichtert wird die Ausbreitung der Kopflaus vor allem, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Aufgrund dieses Übertragungsweges kommt es besonders häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten zur Verbreitung der Läuse. Kopfläuse überleben ohne Kontakt zu einem Menschen höchstens zwei bis drei Tage. Eine Übertragung über Kopfbedeckungen, Kleidungsstücke oder Kopfkissen ist daher eher selten.

Was kann man gegen Kopfläuse tun?

Die Therapie bei Kopflausbefall besteht in der Behandlung der Haare mit einem zugelassenen Arzneimittel oder Medizinprodukt gefolgt von nassem Auskämmen der Haare, am besten mit einem speziellen Läusekamm.

Dabei wird von Seiten des Robert-Koch-Instituts folgendes Vorgehen empfohlen:
Tag 1: Mit einem Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen.
Tag 5: Nass auskämmen, um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil sind.
Tag 8, 9 oder 10: Erneut mit dem Insektizid behandeln, um spät geschlüpfte Larven abzutöten.
Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen
Tag 17: Eventuell letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen

Zusätzlich empfiehlt sich vorsorglich das Wechseln von Bettwäsche, Handtüchern und benutzter Kleidung. Für Kopfbedeckungen und Schals empfiehlt sich eine dreitägige Aufbewahrung in einer Plastiktüte.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen? Müssen Kopfläuse gemeldet werden?

Bei einem Kopflausbefall sind die Betroffenen beziehungsweise Erziehungsberechtigten zur Mitteilung an den Kindergarten, die Schule oder sonstige Gemeinschaftseinrichtung verpflichtet. Die Gemeinschaftseinrichtung meldet den Kopflausbefall dann namentlich an das Gesundheitsamt. Hierfür sollte das Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungenverwendet werden:

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Einzelmeldung)

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Sammelmeldung)

Läusebefall ist zumeist „Gruppensache“, daher ist eine Mituntersuchung von engen Kontaktpersonen empfehlenswert.  Um die Ausbreitung zu verhindern, darf man bei einem Kopflausbefall nicht in eine Gemeinschaftseinrichtung. Betroffene können diese aber direkt nach der Erstbehandlung wieder besuchen. Bei Kindern müssen Eltern die korrekte Behandlung bestätigen; gegebenenfalls kann die Gemeinschaftseinrichtung ein ärztliches Attest verlangen. Unbedingt muss auch an die Zweitbehandlung gedacht werden!

Unter Krätze versteht man eine Infektion mit Milben. Diese vermehren sich auf und in der Haut. Die Betroffenen leiden unter Juckreiz.

Fragen und Antworten

Was ist Krätze?

Bei Krätze handelt es sich um Milben. Diese vermehren sich auf und in der Haut des Menschen. Bevorzugt werden wärmere Hautflächen (zum Beispiel Finger- und Zehenzwischenräume, Leiste, Achselhöhle). Die Erkrankung äußerst sich durch Juckreiz (insbesondere bei Wärme) und typischerweise dem Abzeichen kleiner feinster Linien auf der Haut, den Milbengängen. Es folgt eine Hautreaktion mit Auftreten kleinster, teilweise roter Bläschen, Knötchen oder Pusteln.

Wie wird die Erkrankung übertragen?

In der Regel erfolgt die Übertragung durch länger anhaltenden, engen Haut-zu-Haut-Kontakt. Händeschütteln ist gewöhnlich ohne Risiko. Auch eine Übertragung durch Textilien ist nur selten möglich. Die Milben überleben bei Temperaturen ab 21 Grad außerhalb des Menschen nicht länger als 48 Stunden.

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Bei erstmaligem Kontakt dauert es circa zwei bis fünf Wochen bis zum Auftreten der sichtbaren Milbengänge. Tritt die Erkrankung erneut auf, werden die Milbengänge bereits nach circa ein bis vier Tagen sichtbar.

Wie lange kann man andere anstecken?

Nach erfolgter korrekter Erstbehandlung ist eine Ansteckung nicht mehr zu befürchten.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Erkrankte beziehungsweise Erkrankungsverdächtige dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten, bis eine korrekte erstmalige Behandlung erfolgt ist. Ein ärztliches Attest über die durchgeführte Behandlung ist erforderlich. Bei Einzelerkrankungen gelten die allgemeinen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene. Gemeinschaftseinrichtungen müssen die Erkrankung ans Gesundheitsamt melden. Hierfür sollte das Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungenverwendet werden:

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Einzelmeldung)

Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Sammelmeldung)

Was können die Betroffenen tun?

Bei Krankheit oder Verdacht sollten Diagnostik und Therapie von einem Haus-, Haut- oder Kinderarzt durchgeführt werden. Die Behandlung ist möglich durch eine jeweils einmalige Anwendung. Entweder

  • lokal durch eine äußerlich anzuwendende Creme (Wirkstoff Permethrin) am gesamten Körper

oder

  • oral durch Einnahme einer Tablette (Ivermectin)
     

Enge Kontaktpersonen sollten informiert werden. In Rücksprache mit Haus-, Haut- oder Kinderarzt sollten sie gegebenenfalls gleichzeitig behandelt werden, auch wenn noch keine Symptome vorliegen, da zwischen Ansteckung und erstem Auftreten von Symptomen circa zwei bis fünf Wochen vergehen können. Während dieser Zeit besteht bereits Weiterverbreitungsgefahr.

Außerdem empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Kleidung, Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche bei 60 Grad waschen.
  • Nicht waschbare Gegenstände in einem verschlossenen Plastiksack mindestens drei Tage bei über 21 Grad trocken lagern.
  • Polstermöbel absaugen oder für mindestens zwei Tage nicht benutzen.

Früher galten Masern als relativ harmlos. Heute weiß man: Gegen Masern sollte man sich unbedingt impfen lassen.

Fragen und Antworten

Was sind Masern?

Die Maserninfektion ist eine hochansteckende Erkrankung, die durch Viren ausgelöst wird. Neben akuten grippeartigen Symptomen inklusive Hautausschlag kann sie auch zu einer dauerhaften Schädigung des Nervensystems führen, wie zum Beispiel zu einer tödlich verlaufenden Folgeerkrankung, der SSPE (Subakut-sklerosierende Panenzephalitis). Diese kann sich erst Jahre später (im Schnitt nach sechs bis acht Jahren) entwickeln.

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Bis zum Auftreten des Ausschlags vergehen durchschnittlich 14 Tage.

Wie lange kann man andere anstecken?

Wer eine Maserninfektion hat, kann andere drei bis fünf Tage vor Auftreten des Ausschlags anstecken. Die Ansteckungsfähigkeit hält bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags an.

 

Wie hoch ist die Übertragungswahrscheinlichkeit?

Masern sind hochansteckend. Beim Einatmen infektiöser Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesten beträgt die Übertragungswahrscheinlichkeit fast 100 Prozent.

Wie kann man sich schützen?

Als geschützt gelten alle zweimal geimpften und vor 1970 geborene Personen. Geschützt ist auch, wer die Erkrankung sicher hatte.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweimalige Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten und im Alter von 15 bis 23 Monaten. Die zweite Impfung sollte frühestens vier Wochen nach der ersten erfolgen.

Wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft sind, wird davon ausgegangen, dass diese sich nicht mehr weiterverbreiten können.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, besteht in Deutschland eine Meldepflicht. Gemäß Infektionsschutzgesetz müssen Ärzte bereits einen Krankheitsverdacht an das zuständige Gesundheitsamt melden. Das Gesundheitsamt wendet sich dann an den Erkrankten und versucht, Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

 

Was sollten Ärzte dabei beachten?

Ärzte müssen eine Masernerkrankung, einen Masernverdacht oder einen Todesfall durch Masern namentlich ans Gesundheitsamt melden. Dabei sollten sie das Meldeformular für Ärzte über meldepflichtige Krankheiten verwenden.

Beim Verdacht auf Masern können Ärzte beim Nationalen Referenzzentrum (NRZ) am Robert-Koch-Institut eine kostenlose Diagnostik anfordern. Dafür müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Es muss ein generalisierte Ausschlag,
  • Fieber über 38,5 °C und
  • mindestens eines der drei Kriterien: Husten, Katarrh (wässriger Schnupfen) oder Rötung der Bindehaut

vorliegen.

Zur Diagnostik muss Untersuchungsmaterial (Blutserum, Rachenabstrich, Zahntaschenabstrich oder Urin) sowie der sogenannte Probenbegleitschein zur Maserndiagnostik ausgefüllt eingeschickt werden.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Erkrankte beziehungsweise Erkrankungsverdächtige dürfen Gemeinschaftseinrichtungen bis zum Abklingen der klinischen Symptome nicht betreten. Frühestens ist dies jedoch fünf Tage nach Beginn des Ausschlages wieder möglich. Ungeschützte Geschwisterkinder und andere ungeschützte Kontaktpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen in der Regel für 14 Tage nach dem letztmaligen Kontakt  nicht besuchen.

Erfolgt innerhalb von drei Tagen nach Kontakt eine Schutzimpfung oder eine zweite Impfung bei einmalig Geimpften beziehungsweise wird eine früher abgelaufene Erkrankung ärztlich bestätigt, kann die Einrichtung wieder besucht werden.

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine schwere Erkrankung, die durch verschiedene Bakterien oder Viren ausgelöst werden kann und innerhalb kürzester Zeit zu schwersten Krankheitssymptomen führen kann. Eine bakterielle Meningitis ist ein absoluter Notfall, der sofort behandelt werden muss, da jede Stunde für den weiteren Verlauf der Krankheit ausschlaggebend ist.          

 

Fragen und Antworten

Wie kann es zu einer Meningitis kommen?

Grundsätzlich wird zwischen der bakteriellen und der viralen Meningitis unterschieden.
Die virusbedingte Meninigitis ist weitaus häufiger verbreitet. Ursache für diese Entzündung sind - wie der Name schon sagt - Viren.
Es ist sehr wichtig, den Erreger zu ermitteln, da eine virale Meningitis meistens einen weitaus milderen Verlauf hat und viel seltener Folgeschäden verursacht als eine bakterielle Meningitis. Die bakterielle Meningitis wird durch Bakterien ausgelöst. Sie kann lebensgefährliche Komplikationen mit sich bringen. Besonders von der bakteriellen Meningitis gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten beziehungsweise im Aufbau befindlichen Immunsystem - also vor allem ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder. Die häufigsten Erreger der "klassischen", bakteriellen Meningitis sind Meningokokken (Neisseria meningitidis), Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) und Haemophilus influenzae.

Wie werden Meningokokken übertragen?

Etwa zehn Prozent der Deutschen tragen Meningokokken im Nasenrachenraum, ohne daran zu erkranken. Da die Keime außerhalb des Körpers gewöhnlich nicht lange überleben, ist für eine Infektion ein enger Kontakt mit Übertragung von Speichel- oder Nasensekret erforderlich. Diese so genannte „Tröpfcheninfektion“ ist zum Beispiel durch Anhusten, Anniesen, aber auch beim Küssen oder beim gemeinsamen Trinken aus einem Glas möglich. Ein höheres Risiko sich anzustecken herrscht auch überall dort, wo viele Menschen eng zusammen kommen, zum Beispiel in Gemeinschaftsunterkünften, in einem vollen Bus, in einer vollen Diskothek oder bei großen Menschenansammlungen.
Nicht anstecken kann man sich in der Regel durch Begegnungen ohne engen Kontakt, wie etwa im Schwimmbad oder auf einer öffentlichen Toilette.

Wie erkennt man eine Meningitis?

Bei an Meningitis erkrankten Patienten zeigt sich hohes Fieber mit starken Kopfschmerzen. Neben einem allgemeinen Krankheitsgefühl können Übelkeit mit Erbrechen sowie eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung auftreten. Als typisch gilt beispielsweise ein steifer Nacken (Meningismus). Es können Rückenschmerzen und Flecken an der Haut auftreten. Kommt es zusätzlich zu Benommenheit bis hin zu Bewusstlosigkeit oder zu Lähmungen und Sensibilitätsstörungen, dann spricht man von einer Meningoenzephalitis (Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns).

Was sollte man bei einem Verdacht auf Meningitis tun?

Bei den Anzeichen einer Meningitis sollte man sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Was tun, wenn ein Meningitis-Fall im persönlichen Umfeld aufgetreten ist?

Wenn es in Ihrem persönlichen Umfeld zu einem Meningitis-Fall gekommen ist, dann sollten Sie sofort Ihren Hausarzt aufsuchen und ihm dies mitteilen. Nehmen Sie außerdem mit dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt Kontakt auf, falls dies nicht schon geschehen ist.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Ärzte müssen Meningitis-Fälle ans Gesundheitsamt melden: Meldeformular für Ärzte über meldepflichtige Krankheiten

Auch Labore müssen diese ans Gesundheitsamt melden: Meldeformular für Labore über meldepflichtige Krankheiten 

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Gemeinschaftseinrichtungen dürfen erst nach antibiotischer Therapie und nach Abklingen der klinischen Symptome wieder besucht werden.

Gibt es eine Möglichkeit, sich gegen eine Meningitis zu schützen?

Es gibt gegen eine Anzahl von Erregern der bakteriellen Meningitis eine Impfung, leider noch nicht gegen alle.

Gegen den seltener auftretenden Meningokokken-Typ C gibt es eine Standardimpfung für Kleinkinder sowie für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung. 

Detaillierte Informationen zu den Erregern und den entsprechenden Schutzimpfungen finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes.

Der Tuberkulose-Erreger befällt die Lunge. Alle Personen, die mit einem Erkrankten relevanten Kontakt hatten, müssen sich untersuchen lassen.

Fragen und Antworten

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (TBC) ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Der Erreger wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Sprechen, übertragen. Er befällt am häufigsten die Lunge.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Ja, jede behandlungsbedürftige Tuberkulose-Erkrankung muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Ärzte verwenden das Meldeformular für Ärzte über meldepflichtige Krankheiten, Gemeinschaftseinrichtungen das Meldeformular für Gemeinschaftseinrichtungen über meldepflichtige Krankheiten (Einzelmeldung), Labore das Meldeformular für Labore über meldepflichtige Krankheiten. Das Gesundheitsamt setzt sich daraufhin mit Erkrankten und Kontaktpersonen in Verbindung.

 

Was geschieht mit Erkrankten?

Erkrankte werden in Zusammenarbeit mit (Lungenfach-)Ärzten betreut. In besonderen Fällen können nach einer Therapie weitere Maßnahmen erforderlich sein.

 

Was geschieht mit Personen, die Kontakt zu einem Erkrankten hatten?

Alle Personen, die mit einem Erkrankten relevanten Kontakt hatten, müssen sich untersuchen lassen. Damit soll verhindert werden, dass sich die Infektion ausbreitet. Bei flüchtigen Kontakten wird die Tuberkulose normalerweise nicht übertragen. Höher ist die Übertragungswahrscheinlichkeit dagegen bei längeren, engeren oder regelmäßigen Kontakten in geschlossenen Räumen wie zum Beispiel in der Familie, im Sportverein oder in einer Schulklasse.

 

Wie werden Kontaktpersonen untersucht?

Ein Test macht normalerweise erst acht Wochen nach Kontakt mit einem Erkrankten Sinn. Bei Erwachsenen erfolgt in der Regel ein Bluttest, bei jüngeren Kindern erfolgt ein Hauttest.

Was passiert, wenn der Test positiv ausfällt?

Bei einem positiven Test muss ein Lungenfacharzt aufgesucht werden. Hier findet in der Regel eine Röntgenuntersuchung statt. Ist diese auffällig, erfolgt eine Behandlung auf Tuberkulose. Ist die Röntgenuntersuchung unauffällig, können vorsorglich Medikamenten genommen werden. Dies kann ein Ausbrechen der Erkrankung verhindern. Man kann jedoch auch abwarten und die Lunge innerhalb eines Jahr erneut per Röntgen untersuchen lassen. Bei Kindern ab fünf Jahren wird der Test nach acht bis zwölf Wochen wiederholt.

Windpocken können in jedem Alter auftreten. Die Gürtelrose ist eine Reaktivierung der Erkrankung.

Fragen und Antworten

Was sind Windpocken?

Der Hautausschlag mit Bläschen ist das bekannteste Erscheinungsbild der Erkrankung, die prinzipiell in jedem Alter erstmalig auftreten kann. Erkranken Frauen erstmalig in der Schwangerschaft, kann es zu Fehlbildungen des ungeborenen Kindes kommen.

Was ist Gürtelrose?

Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Reaktivierung der Erkrankung und tritt als Hautausschlag mit Bläschen in einem umschriebenen Bereich auf. Bei Kontakt mit dem Bläscheninhalt besteht sowohl bei Windpocken als auch bei Gürtelrose Ansteckungsgefahr. Von Gürtelrose sind insbesondere Immungeschwächte beziehungsweise ältere Menschen betroffen.

 

Wie werden Windpocken übertragen?

Die Windpocken werden bei einem Kontakt mit infektiösem Material wie dem Bläscheninhalt mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent übertragen. Neben den Bläschen werden sie auch durch Tröpfcheninfektion, also beim Atmen, Husten oder Niesen übertragen.

Sind Windpocken und Gürtelrose meldepflichtig?

Gemäß Infektionsschutzgesetz müssen Ärzte bereits einen Krankheitsverdacht namentlich an das Gesundheitsamt melden: Meldeformular für Ärzte über meldepflichtige Krankheiten. Das Gesundheitsamt wendet sich dann an den Erkrankten und versucht, Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

Wie schnell bricht die Erkrankung aus?

Bis zum Erkrankungsbeginn dauert es durchschnittlich 14 bis 16 Tage.

Wie lange kann man andere anstecken?

Ansteckungsfähig ist man ein bis zwei Tage vor und fünf bis sieben Tage nach Beginn des Ausschlags beziehungsweise bis zum vollständigen Verkrusten.

 

Wie kann man sich schützen?

Seit 2004 wird eine zweimalige Schutzimpfung gegen Windpocken empfohlen. Die erste Impfung erfolgt ab einem Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten. Als geschützt gelten alle zweimal geimpften beziehungsweise vor 2004 geborene Personen. Geschützt ist auch, wer die Erkrankung sicher durchgemacht hat.

Was gilt in Gemeinschaftseinrichtungen?

Erkrankte beziehungsweise Erkrankungsverdächtige dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Ungeschützte Geschwisterkinder oder andere ungeschützte Kontaktpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen in der Regel für 16 Tage nach dem letztmaligen Kontakt mit der erkrankten Person nicht besuchen. Gemeinschaftseinrichtungen wieder besuchen dürfen Erkrankte nach vollständiger Verkrustung der Bläschen, zumeist fünf bis sieben Tag nach Beginn des Ausschlags.

Zecken können Krankheiten übertragen - zum Beispiel FSME. Das Unterallgäu ist seit Mai 2009 sogenanntes FSME-Risikogebiet. Als Risikogebiet gilt ein Landkreis dann, wenn die Zahl der gemeldeten Erkrankungen in den letzten fünf Jahren im Landkreis selbst oder in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis sowie allen angrenzenden Landkreisen) höher liegt als eine Erkrankung pro 100.000 Einwohner. 

Fragen und Antworten

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken sind weltweit verbreitete Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Dabei können sie Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen. In Deutschland haben vor allem zwei durch Zecken übertragbare Erkrankungen Bedeutung: die von Bakterien ausgelöste Borreliose und die virale Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

Müssen Borreliose und FSME gemeldet werden?

Ärzte müssen Borreliose dem Gesundheitsamt melden: Meldeformular für Ärzte bei Borreliose

FSME-Erkrankungen werden dem Gesundheitsamt vom Labor gemeldet: Meldeformular für Labore über meldepflichtige Krankheiten.

Wie holt man sich eine Zecke?

Da Zecken bei Temperaturen zwischen sechs und acht Grad Celsius aktiv sind, kommen Zeckenstiche in der Regel von März bis Oktober vor. Aber auch ein milder Februar oder November lässt Zecken zur Gefahr werden. Zecken sitzen auf halbhohen Büschen und Bäumen sowie auf Gräsern. Sie werden beim Vorübergehen abgestreift. Auch im losen Laub fühlen sich die Spinnentiere wohl.

Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Bei Spaziergängen in Wald und Flur sollte man immer geschlossene Schuhe und lange Kleidung tragen. Auch helle Kleidung zu tragen, lohnt sich: Darauf sieht man Zecken besser. Außerdem kann man Insektenschutzmitteln verwenden. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper genau absuchen.

 

Wie erkennt man eine Zecke?

Zecken gehören zur Gattung der Spinnen und haben acht Beine. Beim Zeckenstich steht die Zecke „Kopf“, da das am Kopf befindliche Mundwerkzeug die Haut anritzt. Bis auf das Mundwerkzeug befinden sich alle anderen Körperteile der Zecke bei diesem Vorgang außerhalb des Opfers.

Was sollte man tun, wenn man gestochen wurde?

Findet man eine Zecke, sollte diese möglichst rasch zum Beispiel mit einer Pinzette oder Zeckenzange entfernt werden. Das Infektionsrisiko zum Beispiel für  Borreliose steigt mit der Saugdauer der Zecke. Auf keinen Fall dürfen Öle, Nagellack oder Klebstoffe auf die in der Haut festsitzende Zecke aufgetragen werden. Durch den Erstickungstod des Tieres können Krankheitserreger verstärkt in die Blutbahn eingeschwemmt werden.

Nach Entfernen der Zecke sollte man den Stichbereich beobachten und einen Arzt aufsuchen,  wenn man eine sich langsam ausdehnende Rötung feststellt. Treten Krankheitssymptome auf, sollte man ebenfalls so schnell wie möglich zu einem Arzt gehen und auf die Zecke hinweisen.

Was ist Borreliose?

Die Borreliose ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung. In Deutschland sind Zecken je nach Region unterschiedlich häufig mit Borreliose infiziert. Teilweise tragen bis zu 50 Prozent der Zecken Borreliose in sich. Wie in allen Landkreisen Bayerns kam es in der Vergangenheit auch im Unterallgäu zu Erkrankungen.

Kurze Zeit nach dem Zeckenstich kommt es im Bereich der Stichstelle meist, aber nicht immer, zu einer örtlichen Reaktion mit einer Rötung, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet („Wanderröte“). Nach etwa vier bis 16 Wochen breiten sich die Erreger im ganzen Körper aus. Der Patient leidet dann an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen. Charakteristisch sind starke Schweißausbrüche. Durch die Ausbreitung im Körper kann es zu einem Befall der Organe, der Gelenke und Muskeln sowie des Nervensystems kommen. Hirnhautentzündungen können ebenso auftreten wie Nervenstörungen an verschiedenen Körperregionen bis hin zu kompletten Lähmungserscheinungen. Wichtig ist, dass möglichst sofort mit einer Antibiotika-Behandlung begonnen wird. Dadurch lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung häufig stoppen.

Eine vorsorgliche Schutzimpfung gegen die bei uns auftretende Form der Borrelien gibt es nicht.

Was ist FSME?

Im Gegensatz zur Borreliose handelt es sich bei FSME um eine Viruserkrankung, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Gegen FSME kann man sich allerdings impfen lassen.

Der Verlauf ist typischerweise zweigipflig: Zwei bis drei Wochen nach dem Zeckenstich kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber und heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Danach kommt es zu einer Ruhephase und im günstigsten Fall zu keiner weiteren Symptomatik. Häufig schließt sich aber ein zweiter Krankheitsgipfel mit Zeichen der Hirnhaut- oder Gehirnentzündung an, verbunden mit schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und Nervenstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen. In schweren Fällen verläuft die Erkrankung auch tödlich.

Sollte man sich gegen FSME impfen lassen?

Eine Impfung gegen FSME wird vom Robert-Koch-Institut allen Personen empfohlen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten und durch Aufenthalt in der freien Natur Kontakt zu Zecken haben können. Das Unterallgäu ist FSME-Risikogebiet. Neuere Empfehlungen schließen alle Menschen ein, die sich in der freien Natur in Bayern oder Baden-Württemberg aufhalten. Damit ein wirksamer Schutz entsteht, sind drei Impfungen nötig. Aufgefrischt werden sollte die Impfung alle drei bis fünf Jahre. Ob Ihr Impfschutz noch ausreicht, erfahren Sie, indem Sie ihr Impfbuch von Ihrem Hausarzt oder vom Gesundheitsamt überprüfen lassen. Kinder dürfen übrigens ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geimpft werden.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 24.10.2019