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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 29.03.2020

Coronavirus (Covid-19)

Im Unterallgäu gibt es inzwischen 123 bestätigte Corona-Fälle, darunter leider zwei Todesfälle (67 und 76 Jahre; beide Personen litten an Vorerkrankungen). Fünf der positiv getesteten Personen konnten mittlerweile wieder aus der Isolierung entlassen werden (Stand: 29. März).

Das Gesundheitsamt am Landratsamt rät beim Umgang mit dem Thema zu Besonnenheit, appelliert aber auch an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen. In erster Linie müssen Risikogruppen vor einer Ansteckung geschützt werden, also beispielsweise Menschen mit Vorerkrankungen, mit geschwächtem Immunsystem und Senioren.

Unser Bürgertelefon erreichen Sie unter (08261) 995-406. Es ist werktags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie am Wochenende von 12 bis 15 Uhr besetzt. Auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat ein Bürgertelefon eingerichtet - dieses erreicht man unter Telefon (09131) 6808-5101.

Informieren Sie sich vor einem Anruf bitte zunächst auf dieser Seite und über die angegebenen Links! Viele Detail-Fragen zur Ausgangsbeschränkung werden beispielsweise auf der Seite des bayerischen Innenministeriums beantwortet - diese finden Sie hier.

Fragen und Antworten

Landrat Hans-Joachim Weirather zur aktuellen Lage im Unterallgäu

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die weltweiten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus haben dazu geführt, dass sich unser Alltag stark verändert hat. Vieles von dem, was wir bis vor wenigen Wochen noch als Selbstverständlichkeit betrachtet haben, ist derzeit nicht mehr oder nur unter Einschränkungen möglich.

Ich möchte Ihnen versichern, dass Sie sich als Bürgerinnen und Bürger darauf verlassen können, dass wir als Landkreis alles dafür tun, dass erforderliche Maßnahmen konsequent und zügig umgesetzt werden. Gleichzeitig gilt aber, dass wir Einschnitte stets mit Besonnenheit und Augenmaß vornehmen.

Das Wichtigste vorab: Die Kliniken unseres Klinikverbunds Allgäu sind für die aktuelle Situation und weitere Entwicklungen gut gerüstet. Daher bitte ich Sie einerseits, die Hinweise zur Minimierung von Infektionsrisiken ernst zu nehmen und sich daran zu halten, gleichzeitig aber auch, durch Ihr eigenes Verhalten, die Verbreitung von Panik zu vermeiden. Dazu gehört insbesondere auch, über soziale Netzwerke und dergleichen aufkommende Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Der Landkreis und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten teilweise rund um die Uhr, um den aktuellen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen. Helfen Sie uns dabei, indem Sie durch Ihr eigenes Verhalten zur Risikominimierung beitragen und unterstützen Sie vielleicht auch ganz bewusst unsere zahlreichen Betriebe und Geschäfte vor Ort, indem Sie geplante aber nicht dringliche Einkäufe in unserer Region verschieben, und diese nicht über den Internethandel erledigen.

Ich bedanke mich ausdrücklich bei all den Menschen im Landkreis, die im Moment in medizinischen Einrichtungen, im Einzelhandel, aber auch für die Aufrechterhaltung unserer Sicherheit, Herausragendes leisten und oft ehrenamtlich oder im Wege der Nachbarschaftshilfe für ihre Mitmenschen da sind.

Die Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Unterallgäu haben sich in der Vergangenheit immer wieder durch ihre Solidarität und Hilfsbereitschaft ausgezeichnet. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass diese Eigenschaften uns auch gut durch die aktuelle Situation tragen werden.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!

Ihr

Hans-Joachim Weirather

Landrat des Landkreises Unterallgäu

Wann sollte ich mich an einen Arzt wenden?

Wer getestet wird, entscheidet das Gesundheitsamt anhand der Kriterien des Robert Koch Instituts:  

  • Auf jeden Fall getestet werden Personen, die direkten Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten (mindestens 15 Minuten „Face to face“-Kontakt, also von Angesicht zu Angesicht, oder Kontakt im Rahmen von medizinischen oder pflegerischen Tätigkeiten).

Im Falle eines Coronaverdachts ist das Gesundheitsamt am Landratsamt Unterallgäu auch am Wochenende für Bürger erreichbar, jeweils Samstag und Sonntag, von 12 bis 15 Uhr unter Telefon (08261) 9 95 - 4 06. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern ist zudem unter  der Rufnummer 116117 rund um die Uhr, sieben Tage die Woche zu erreichen. Ärzte können auch das Gesundheitsamt rund um die Uhr kontaktieren.

Wer muss informiert werden, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus besteht oder wenn eine Erkrankung nachgewiesen wurde?

Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den begründeten Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus hat, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz umgehend melden. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren und die notwendigen Maßnahmen (z.B. Ermittlung weiterer Kontaktpersonen) einleiten kann.

Erkrankte werden isoliert und medizinisch betreut. Auch Kontaktpersonen müssen lückenlos identifiziert werden und für 14 Tage (die maximale Dauer der Inkubationszeit) in Quarantäne. In diesen 14 Tagen muss sich die isolierte Kontaktperson umgehend beim Gesundheitsamt melden, sobald Symptome bei ihr auftreten. 

Nähere Informationen über die häusliche Quarantäne hat das Robert-Koch-Institut in einem Flyer zusammengestellt.

Seit Samstag, 21. März, gilt eine vorläufige Ausgangsbeschränkung. Was genau heißt das? Was ist erlaubt, was nicht?

Die Allgemeinverfügung des bayerischen Gesundheitsministeriums zur vorläufigen Ausgangsbeschränkung in der Zeit vom 21. März bis einschließlich 3. April finden Sie im Wortlaut hier.

Was heißt das? Vereinfacht gesagt: Bleiben Sie wenn möglich Zuhause! Reduzieren Sie Ihre Kontakte auf das absolut nötigste Minimum. Die Ausnahmen sollen nicht die Regel sein.

Erlaubt sind:

  • die Fahrt zur Arbeit
  • der Gang zum Arzt (auch zum Tierarzt) oder zur Apotheke
  • Blutspenden
  • medizinisch dringend notwendige Behandlungen etwa beim Physio- oder Psychotherapeut
  • Einkaufen für den täglichen Bedarf für sich und andere (zum Beispiel Lebensmittel, Getränke, Tierbedarf, Medikamente, Drogerieartikel, im Sanitätshaus, beim Optiker oder Hörgeräteakustiker)
  • Online-Handel
  • der Gang zu Bank, Post oder Reinigung
  • Fahrt zu Tankstelle oder Kfz-Werkstatt
  • der Besuch von Lebenspartner oder Kindern, wenn sie woanders wohnen
  • die Begleitung Sterbender und Beerdigungen im engsten Familienkreis
  • Sport und Bewegung an der frischen Luft - aber nur allein oder mit den Menschen, mit denen man zusammenlebt
  • die Versorgung von Tieren
  • die Abgabe der Briefwahlunterlagen

Derzeit nicht erlaubt (unter anderem):

  • Freunde treffen
  • Veranstaltungen aller Art
  • Gastronomie (abgesehen von Lieferdiensten und Mitnahme-Service)
  • Besuch in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen (Ausnahmen: Geburten; Besuch von Kindern und Sterbenden durch engste Angehörige)
  • Frisörbesuche, Einkaufen im Bau- und Gartenmarkt

Die Polizei kontrolliert, ob diese Regelungen eingehalten werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Viele Detail-Fragen zur Ausgangsbeschränkung werden auf der Seite des bayerischen Innenministeriums beantwortet!

Was gilt für Pflegeheime und Krankenhäuser, aber auch für ambulant betreute Wohnheime und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung?

Sensible Einrichtungen müssen unbedingt geschützt werden. Darum hat das Landratsamt ein Betretungsverbot erlassen. Das betrifft alle Einrichtungen, die unter das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz fallen, also Kliniken, Alten- und Pflegeheime, ambulant betreute Wohnheime und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ausnahmeregelungen gelten für therapeutisch oder medizinisch notwendige Besuche oder nicht aufschiebbare bauliche Maßnahmen am Gebäude. Bitte kündigen Sie Ihren Besuch unbedingt in der Einrichtung an. Die Allgemeinverfügung mit Begründung finden Sie hier.

Folgendes sollten Sie dazu wissen:

  • Geltende Allgemeinverfügungen des Freistaats und des Landratsamts:Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat für den Freistaat Bayern eine Allgemeinverfügung erlassen, die den Besuch für Einrichtungen (Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, Altenheime und Seniorenresidenzen, vollstationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften zum Zwecke der außerklinischen Intensivpflege – IntensivpflegeWGs) verbietet. Laut der Allgemeinverfügung des Landratsamtes gilt dieses Besuchs- bzw. Betretungsverbot darüberhinaus für alle Einrichtungen, die dem Pflege-Wohn- und Qualitätsgesetz unterfallen – damit auch für betreute Wohngruppen für Menschen mit Behinderung und alle ambulant betreuten Wohngemeinschaften.
  • Ausnahmeregelungen: Das Landratsamt (insbesondere das Gesundheitsamt) erteilt keine Ausnahmegenehmigungen. Solche Einzel-Ausnahmegenehmigungen sind auch nicht in der Allgemeinverfügung vorgesehen. Nur im Fall von betreuten Wohngruppen für Menschen mit Behinderung und ambulant betreuten Wohngemeinschaften, die nicht Intensivpflege-WGs sind, sieht die Allgemeinverfügung des Landratsamtes Ausnahmemöglichkeiten vor, wenn Besuche therapeutisch oder medizinisch notwendig sind. In diesen Fällen sollen die Personen ihren geplanten Besuch telefonisch bei der Einrichtung ankündigen. Welche Besuche notwendig sind, kann nur die Einrichtung selber entscheiden, die den Bewohner/Patienten und dessen (Gesundheits-) Zustand kennt. Grundsätzlich sollte diese Ausnahmemöglichkeit aber sehr restriktiv verwendet werden. Die Ausnahme darf nicht zur Regel werden!
    In besonders gelagerten Einzelfällen müssen pragmatische Lösungen gefunden werden. Ob Ausnahmen zwingend erforderlich sind, entscheidet die jeweilige Einrichtungsleitung. Ein medizinisches Attest ist dafür nicht nötig. Die aktuelle Situation ist insbesondere für unsere Senioren sehr schwierig. Aber wir bitten auch zu beachten, dass das Betretungs- und Besuchsverbot dem Schutz der Risikogruppen sowie der Fachkräfte in den Einrichtungen dient und eine weitere Verbreitung eindämmen soll. Bei allen Ausnahmen sollte also das Ansteckungsrisiko so weit möglich reduziert werden.
  • Spaziergänge und Besorgungen: Das Betretungsverbot ist eine Maßnahme der „umgekehrten Isolierung“. Das bedeutet, dass grundsätzlich niemand die Einrichtung betreten darf. Die Bewohner stehen aber weder unter häuslicher Quarantäne noch unter Hausarrest. Für diese gilt aber natürlich ebenfalls die Allgemeinverfügung zur vorläufigen Ausgangsbeschränkung. Grundsätzlich sollten alle Mitbürger aktuell auf Sozialkontakte verzichten bzw. diese auf ein Mindestmaß im familiären Bereich reduzieren. Dies gilt umso mehr für unsere Senioren, die zur Risikogruppe gehören. Menschenansammlungen sind zu vermeiden. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern und die Husten- und Niesetikette sind einzuhalten. Dass die Bewohner stundenweise, tageweise oder wochenendweise durch die Angehörigen verpflegt werden können, ist in Absprache mit der Einrichtungsleitung daher ebenfalls möglich. Hier appellieren wir auch an die Einsicht der Angehörigen, sich an die Sicherheitsmaßnahmen zu halten und kein Risiko für die Senioren und die Einrichtungen einzugehen!

Da es sich aktuell um eine sehr dynamische Situation handelt, weisen wir darauf hin, dass es jederzeit zu Änderungen kommen kann.

Was gilt für den Besuch von Kindertagesstätten und Schulen?

Von Montag, 16. März, bis zum Ende der Osterferien (17. April) bleiben Schulen und Kindertagesstätten in Bayern geschlossen.

  • Informationen des bayerischen Kultusministeriums für Schüler, Eltern, Schulleiter und Lehrkräfte finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Sozialministeriums zur Kindertagesbetreuung sind hier eingestellt.

Um Infektionsketten zu unterbrechen, rät das Landratsamt, die Kinder- und Schülerbetreuung in den Gemeinden auf kleine Gruppen zu beschränken. In den Kommunen wurden Notgruppen eingerichtet. Die Gruppen sollten so klein wie möglich und nicht größer als fünf Kinder oder Schüler sein. Außerdem sollte die Betreuung der Gruppe nicht von Kindergarten zu Kindergarten oder von Schule zu Schule rotieren.

In die Notgruppen werden seit 23. März Kinder aufgenommen, wenn

  • ein Erziehungsberechtigter im Bereich der Gesundheitsverorgung oder der Pflege tätig und aufgrund dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten in dieser Tätigkeit an einer Betreuung seines Kindes gehindert ist. Die Gesundheitsversorgung umfasst auch den Rettungsdienst sowie alle Beschäftigte, die der Aufrechterhaltung des Betriebs in Krankenhäusern und Praxen dienen - dazu zählt etwa auch das Reinigungspersonal und die Klinikküche. Die Pflege umfasst insbesondere die Altenpflege, die Behindertenhilfe, die kindeswohlsichernde Kinder- und Jugendhilfe und das Frauenunterstützungssystem (Frauenhäuser, Fachberatungsstellen/Notrufe, Interventionsstellen).
  • beide Erziehungsberechtigte des Kindes, im Fall von Alleinerziehenden der oder die Alleinerziehende, in sonstigen Bereichen der kritischen Infrastruktur arbeiten.

Zu den sonstigen Bereichen der kritischen Infrastrukur zählen insbesondere Einrichtungen

  • der Kinder- und Jugendhilfe,
  • der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr und Katastrophenschutz),
  • der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung),
  • der Lebensmittelversorgung (von der Produktion bis zum Verkauf)
  • des Personen- und Güterverkehrs (z. B. Fernverkehr, Piloten und Fluglotsen)
  • der Medien (insbesondere Nachrichten- und Informationswesen sowie Risiko- und Krisenkommunikation)
  • und die der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen.

Voraussetzung der Notbetreuung ist zudem, dass das Kind

  • keine Krankheitssymptome aufweist,
  • nicht in Kontakt zu infizierten Personen steht bzw. seit dem Kontakt mit infizierten Personen 14 Tage vergangen sind und das Kind keine Krankheitssymptome aufweist, und
  • sich nicht in einem Gebiet aufgehalten hat, das durch das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell als Risikogebiet ausgewiesen ist (tagesaktuell abrufbar im Internet beim Robert-Koch-Institut) bzw. 14 Tage seit Rückkehr aus diesem Risikogebiet vergangen sind und sich keine Krankheitssymptome zeigen.

Nähere Informationen zur Notbetreuung findet man hier.

Gibt es im Unterallgäu Lieferdienste und Nachbarschaftshilfen?

Der Arbeitskreis "Mobilität, Nahversorgung und Infrastruktur" im "Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit“ hat eine Liste mit Lieferdiensten erstellt. Diese können Sie hier im Bereich "Download" abrufen. Die Liste wird derzeit aktualisiert. Wer seinen Lieferdienst melden möchte kann dies tun per E-Mail an wolfgang.wohlleb(at)gmx.de oder per Fax an (08335) 908233.

Zudem übernehmen die Nachbarschaftshilfen im Landkreis auch gerne Lebensmitteleinkäufe. Die Ansprechpartner findet man hier.

Gibt es Sonderregelungen für Busse im Unterallgäu? Fährt der Flexibus?

Aufgrund der Schulschließungen in Bayern verkehrt der öffentliche Personennahverkehr im gesamten Bereich des Verkehrsverbunds Mittelschwaben (VVM) und somit auch im Landkreis Unterallgäu von Montag, 16. März, bis voraussichtlich 19. April wie an Ferientagen.

Auskünfte erteilt die Mobilitätszentrale des VVM telefonisch unter Telefon (0 82 82) 82 87 00 oder im Internet unter www.vvm-online.de

Der Flexibus hat seit Samstag, 21. März, seinen Betrieb in den Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen sowie Babenhausen-Boos bis auf weiteres eingestellt. Im Knoten Mindelheim-Dirlewang kommt es zu Einschränkungen. Die Einführung des Flexibusses rund um Ottobeuren und Markt Rettenbach verschiebt sich.

In den Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen und Babenhausen-Boos kann der zum Schutz vor dem Coronavirus erforderliche Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen Fahrer und Fahrgästen nicht eingehalten werden. Im Knoten Mindelheim-Dirlewang fährt der Flexibus ab Montag, 23. März, reduziert - und zwar von Montag bis Samstag zwischen 9 bis 15 Uhr. Hier kommt ein Fahrzeug zum Einsatz, das über einen Mitteleinstieg und eine Trennscheibe verfügt. Damit kann der Sicherheitsabstand zwischen Fahrer und Fahrgästen eingehalten werden. Die Flexibuszentrale ist wie bisher unter Telefon (08282) 9902100 täglich von 7 bis 18 Uhr erreichbar.

In Ottobeuren, Markt Rettenbach, Hawangen und Böhen sollte der Flexibus ab 1. April fahren. Aufgrund der aktuellen Lage in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus macht die Einführung zum aktuellen Zeitpunkt keinen Sinn. Der Flexibus kommt in die Gemeinden, sobald sich das öffentliche Leben wieder normalisiert hat. Der neue Starttermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Welche Geschäfte und Firmen dürfen öffnen?

Unternehmen und Freiberufler finden auf der Seite des bayerischen Wirtschaftsministeriums eine umfangreiche Übersicht, welche Geschäfte und Firmen aktuell geöffnet bleiben dürfen.

Die so genannte "Positivliste" des bayerischen Gesundheitsministeriums können Sie auch hier herunterladen.

Wo erhalten Unternehmen Hilfe? Wo erhalte ich Informationen zum Thema Kurzarbeit?

Wo Unternehmen Hilfe erhalten, erfahren diese in unserem Wirtschaftsportal oder beim bayerischen Wirtschaftsministerium.

Sind derzeit Ausnahmen von der täglichen Höchstarbeitszeit, den Ruhepausen und Ruhezeiten sowie der Sonn- und Feiertagsruhe möglich?

Laut Gewerbeaufsichtamt der Regierung von Schwaben darf derzeit von Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes abgewichen werden. Durch eine Allgemeinverfügung werden Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz zur Produktion von existentiellen Gütern und für Dienstleistungen zugelassen. Die Gesundheit der einzelnen Arbeitnehmer darf durch die Abweichungen jedoch nicht gefährdet werden. Die Allgemeinverfügung finden Sie hier.

Dadurch soll die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs zu jeder Zeit sichergestellt werden. Dazu sollen Betriebe vorübergehend Flexibilität bei den Arbeitszeitregeln erhalten. Die Allgemeinverfügung ermöglicht vorübergehend bis 30. Juni 2020 Ausnahmen von der täglichen Höchstarbeitszeit, den Ruhepausen und Ruhezeiten sowie der Sonn- und Feiertagsruhe.

Folgende Regeln gelten:

  • Arbeitnehmer dürfen täglich über acht beziehungsweise zehn Stunden hinaus und an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. 
  • Ruhepausen dürfen verkürzt werden, und zwar auf mindestens 15 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und auf mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt. Soweit erforderlich, darf die Gesamtdauer der Ruhepausen auf Kurzpausen von angemessener Dauer aufgeteilt werden. 
  • Die Ruhezeit darf um bis zu zwei Stunden verkürzt werden.

Hinweise zum Schutz der betroffenen Beschäftigten: 

  • Weicht der Arbeitgeber aufgrund der bewilligten Ausnahmen von den Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes ab, ist der Gesundheitsschutz der Beschäftigten sicherzustellen.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit darf 48 Stunden im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen nicht überschreiten. 
  • Die Allgemeinverfügung erweitert die Möglichkeiten betrieblicher Steuerung, ersetzt aber nicht die Mitbestimmungsrechte des Betriebs- bzw. Personalrats nach den jeweiligen Betriebs- bzw. Personalvertretungsgesetzen.
Wo bekommt man Informationen rund um finanzielle Hilfen wie die Grundsicherung (Arbeitslosengeld II)?

Grundsicherung kann jede hilfebedürftige Person beantragen, die zu wenige oder keine Mittel hat, um den Lebensunterhalt für sich (und die eigene Familie) sicherzustellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Person arbeitslos ist oder einer Beschäftigung nachgeht.

Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Grundsicherung findet man auf den Seiten der Agentur für Arbeit.

Wo erhalten Kulturschaffende weitere Informationen?

Kulturschaffende erhalten beim bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft weitere Informationen.

Sind die Wertstoffhöfe geöffnet? Kommt die Müllabfuhr?

Wegen der landesweiten Ausgangsbeschränkungen sind die Wertstoffhöfe und Kompostanlagen des Landkreises Unterallgäu sowie die Umladestation Breitenbrunn seit Samstag, 21. März, bis auf weiteres geschlossen. Die Abfälle des täglichen Bedarfs können weiterhin über die Mülltonnen entsorgt werden. Die Müllabfuhr leert weiterhin Rest- und Biomüllgefäße sowie die Altpapiertonne und die Gelbe Tonne.

Für Gewerbetreibende bleibt die Umladestation Breitenbrunn in dringenden Fällen, die nicht verschoben werden können, geöffnet. Privathaushalte dürfen dort keine Wertstoffe oder Abfälle anliefern.

Wie werden Abfälle entsorgt, die mit dem Corona-Viurs behaftet sind oder sein können?
  • Eventuell belastete Abfälle aus Privathaushalten müssen in verschlossene Müllsäcke verpackt und in der Restmülltonne entsorgt werden. Das gilt für alle Abfälle, die mit Sekreten oder Exkreten behaftet sein können, also zum Beispiel für Joghurtbecher, Taschentücher, Hygieneartikel, etc. Gelbe Tonne und Altpapiertonne sollten in diesem Fall nicht benutzt werden.
  • Für Abfälle aus Arztpraxen, die nur in Einzelfällen Corona-Patienten behandeln, gilt dieselbe Regelung wie für Privathaushalte.
  • Bei Einrichtungen des Gesundheitsdienstes gilt: Alle Abfälle, die mit dem Corona-Virus behaftet sind/sein können, müssen als infektiöse Abfälle behandelt werden. Sie müssen in speziellen Behältern gesammelt und bei der Abfallverwertung Augsburg GmbH (AVA) oder der Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH (GSB) entsorgt werden.

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten des Landesamts für Umwelt. Einen Flyer über die Entsorgung medizinischer Abfälle finden Sie hier.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt bin? Sollten Firmen ihre Mitarbeiter präventiv zuhause lassen?

Rückkehrer aus einem ausgewiesenen Risikogebiet sollten sich selbst für 14 Tage in Quarantäne begeben. Natürlich müssen Sie sich hierzu mit Ihrem Arbeitgeber abstimmen. Die Entscheidung liegt in diesen Fällen beim Arbeitgeber, es erfolgt keine Anordnung durch das Gesundheitsamt.

Zur arbeitsrechtlichen Beurteilung der freiwilligen Quarantäne kann das Gesundheitsamt aktuell keine Aussage machen.

Arbeitgeber sollten sich fragen, ob Rückkehrer aus einem Risikogebiet auch ohne Symptome zuhause bleiben sollten. Hierzu ist eine betriebliche Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Wenn kritische Strukturen gegeben sind - zum Beispiel, wenn Mitarbeiter Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben oder wenn große Produktionsketten gefährdet sind - ist es sicher empfehlenswert, Mitarbeiter präventiv zuhause zu lassen. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei den Firmen selbst.

Das Gesundheitsamt hat mir Quarantäne angeordnet. Wo bekomme ich eine Bestätigung für meinen Arbeitgeber?

Senden Sie dazu eine E-Mail an gesundheitsverwaltung(at)lra.unterallgaeu.de mit folgenden Daten: Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift, Beginn und gegebenenfalls Abschluss der Quarantäne. Der Einzelnachweis für den Arbeitgeber wird an den Betroffenen direkt übermittelt.

Nähere Informationen über die häusliche Quarantäne finden Sie in einem Flyer des Robert-Koch-Instituts.

Thema Verdienstausfall: Was gilt hierzu?

Hat das Gesundheitsamt am Landratsamt Unterallgäu die Quarantäne angeordnet, können Sie einen Antrag auf Verdienstausfallentschädigung stellen. Diesen können Sie hier auf der Internetseite der Regierung herunterladen.

Als Unterallgäuer Bürger senden Sie diesen Antrag vollständig ausgefüllt an „Landratsamt Unterallgäu, Sachgebiet 41, Bad Wörishofer Straße 33, 87719 Mindelheim“.

Der Freistaat will den Landkreisen Stoff für Atemschutzmasken zur Verfügung stellen. Was passiert im Unterallgäu mit dem Material? Können Bürger Masken nähen?

Der Landkreis Unterallgäu plant, das Material einer Firma zur Verfügung zu stellen, die daraus professionell Schutzmasken fertigt. Bürger, die Masken nähen möchten, können aus eigenem Stoff Masken für die Familie herstellen.

Dürfen Sitzungen kommunaler Gremien stattfinden?

Das bayerische Innenministerium beantwortet diese Frage mit „Ja“. Zum Schutz vor dem Virus gelten allerdings Auflagen.

Grundsätzlich sind Veranstaltungen und Versammlungen derzeit verboten. Gemeinderats- oder Kreistagssitzungen fallen laut Innenministerium jedoch nicht unter dieses Verbot. Die Entscheidungsfähigkeit der Kommunen müsse aufrechterhalten werden, damit diese handlungsfähig bleiben. Allerdings sollten Sitzungen bis auf weiteres auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

Abgehalten werden dürfen nur Sitzungen, die sich nicht verschieben lassen, weil wichtige Entscheidung getroffen werden müssen. Wenn möglich, sollen verkleinerte Gremien tagen. Um den Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Teilnehmern einhalten zu können, empfiehlt das Innenministerium, unter Umständen auf größere Räume wie Sporthallen auszuweichen.

Wie bleibt die Feuerwehr einsatzfähig?

Um eine Ansteckung mit dem Coronvirus zu verhindern, haben auch die Unterallgäuer Feuerwehren ihre Tätigkeit - zum Beispiel Übungen - weitestgehend heruntergefahren. Die Einsatzbereitschaft ist jedoch gesichert.

Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, sollte auf Mottfeuer im Wald aktuell so weit wie möglich verzichtet werden. Stattdessen sollten die Gemeinden einen zentralen Platz festlegen, an dem Waldbesitzer Forstabfälle verbrennen können. Damit können zusätzliche Einsätze der Feuerwehr vermieden werden. Wird im Frühjahr Schadholz in den Wäldern verbrannt, sorgt der aufsteigende Rauch häufig zu Verunsicherung. Das führt immer wieder dazu, dass die Feuerwehr alarmiert wird, um nach dem Rechten zu sehen. 

Wie zuverlässig sind die Tests?

Positive Tests sind sehr zuverlässig, da hierbei DNA des Virus nachgewiesen wird. Nach der 14-tägigen Inkubationszeit kann die Isolierung aufgehoben werden, da dann keine übertragbaren Erreger mehr vorhanden sind.

Sind Tests auf freiwilliger Basis möglich? Wie teuer sind diese?

Freiwillige Tests sind beim Haus- oder Betriebsarzt grundsätzlich möglich. Die Prüfung der Indikation und letztendliche Entscheidung liegt beim behandelnden Arzt. Ein Test kostet circa 150 Euro.

Wer wird am Drive-In-Schalter getestet?

Zum Drive-In-Schalter darf nur fahren, wer zuvor eine Nummer vom Gesundheitsamt erhalten hat!!

Der Drive-In-Schalter beim Kreisbauhof in der Landsberger Straße 45 in Mindelheim ist täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wer getestet wird, entscheidet das Gesundheitsamt anhand der Kritierien des Robert Koch Instituts (siehe Frage "Wann sollte ich mich an einen Arzt wenden?"). Diese Personen bekommen vom Gesundheitsamt eine Nummer, mit der sie zum Schalter fahren und sich testen lassen können. Wenden Sie sich hierfür an das Bürgertelefon unter (08261) 995-406.

Was sollte man sonst noch beachten?

Grundsätzlich sollte man in der kalten Jahreszeit auf die richtige „Hustenetikette“ achten - also beim Husten und Niesen Abstand halten, sich wegdrehen oder sich die Armbeuge oder ein Taschentuch vor Mund und Nase halten. Taschentücher sollte man anschließend sofort entsorgen. Die Hände sollte man regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife waschen. Auch Schmierkontakte sind ein bedeutender Infektionsweg.

  • Laufend aktualisiert werden die Informationen auf der Seite des Robert-Koch-Instituts mit Fragen und Antworten und der Auflistung der Risikogebiete.
  • Das LGL informiert über Coronaviren auf dieser Seite und beantwortet ebenfalls häufige Fragen.
  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert auf dieser Seite und beantwortet ebenfalls häufige Fragen
  • Informationen zur Ausgangsbeschränkung in Bayern finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Gesundheitsministeriums finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Kultusministeriums für Schüler, Eltern, Schulleiter und Lehrkräfte finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Sozialministeriums zur Kindertagesbetreuung finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Wirtschaftsministeriums für Unternehmen finden Sie hier.
  • Informationen des bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft erhalten Sie hier.
  • Welche Geschäfte öffnen dürfen, finden Sie hier ("Positivliste").
  • Informationen des Landesamts für Umwelt zur Entsorgung von belasteten Abfällen finden Sie hier.
  • Eine Übersicht über Lieferdienste im Unterallgäu finden Sie beim Netzwerk Altenhilfe.
  • Informationen rund um die Grundsicherung findet man hier.

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