Giftige Gase in der Luft, Krankheitserreger im Trinkwasser - nicht alle Gefahren sind sofort ersichtlich. Wie man wichtige Warnmeldungen sicher erhält und im Krisenfall auf dem Laufenden bleibt, darum geht es in diesem Teil der Serie „Vorbereitet sein“.
„Die wichtigsten Kanäle für Warnungen sind Warn-Apps und das Radio“, sagt Jörg Runge vom Sachgebiet Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Unterallgäu. Radiosender sind angehalten, ihr Programm zu unterbrechen und Warnmeldungen sofort weiterzugeben. Um immer und sofort informiert zu sein, rät Runge, sich zum Beispiel die Warn-Apps NINA, KATWARN, BIWAPP oder DWD WarnWetter herunterzuladen, die zuverlässig Meldungen auf das Handy senden. „Auf besondere Gefahrenlagen machen außerdem - falls vorhanden - Sirenen aufmerksam“, sagt Runge. Hört man einen einminütigen Heulton der Sirene, der an- und abschwillt, sollte man sich im Radio oder über andere Kanäle informieren. Es besteht Gefahr! Ein einminütiger, gleichbleibender Dauerton der Sirene gibt Entwarnung.
„Die Behörden haben außerdem über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast die Möglichkeit, Warnungen direkt an Handys zu versenden, die in einem bestimmten Gebiet verortet sind“, erklärt Runge. Des Weiteren gibt es Lautsprecherwagen, um Haushalte in begrenzten Gebieten zu informieren. „Wichtig ist grundsätzlich, Warnungen auch an Familienmitglieder, Nachbarn und Freunde weiterzugeben“, sagt Runge.
Um dauerhaft informiert zu bleiben, sind zum Beispiel Internetseiten und Social-Media-Accounts der Behörden gute Informationsquellen. „Im Unterallgäu stellen wir im Krisenfall Infos unter www.unterallgaeu.de bereit“, sagt Runge.
Eine Powerbank, das Autoradio, ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio können zum Beispiel bei einem Stromausfall wichtige Utensilien sein, um informiert zu bleiben. „In vielen Gemeinden gibt es zudem Katastrophen-Leuchttürme, also Orte, an denen man Informationen und Hilfe bekommt, wenn das über die gängigen Wege nicht mehr funktioniert“, sagt Runge. Eine Liste der Leuchttürme im Unterallgäu findet man unter www.unterallgaeu.de/katastrophenschutz.
Zudem hat Runge noch ein paar grundsätzliche Tipps:
- Wichtige Telefonnummern nicht nur im Handy speichern, sondern auf einer Notfall-Liste zusammenschreiben.
- „Vertrauen Sie nur seriösen Nachrichtenquellen, also zum Beispiel Behörden oder etablierten Medien“, rät Runge: „Gerüchte und Desinformation können in Notfällen sehr gefährlich sein.“
- „Frischen Sie Ihr Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig auf.“
- „Wer Feuerwehr oder Notarzt braucht, ruft die 112. Die Nummer der Polizei ist die 110.“ Sollten diese Nummern nicht mehr funktionieren, rät Runge, im Notfall die nächste Polizeiwache oder das nächste Krankenhaus aufzusuchen. „Achten Sie zudem auf konkrete Handlungsanweisungen der Behörden.“
Tag des Katastrophen- und Zivilschutzes:
Übrigens: Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag des Katastrophen- und Zivilschutzes, auf dem Gelände der Feuerwehr Babenhausen, Bahnhofstraße 6. Von 10 bis 17 Uhr bieten hier Blaulichtorganisationen aus dem Unterallgäu Vorführungen, Workshops und Aktionen für Kinder und Erwachsene an - vom Wunden schminken mit Mini-Erste-Hilfe-Kurs über einen Notfallrucksack-Pack-Wettbewerb bis zu Feuerwehr-Vorführungen und einer umfangreichen Ausstellung der Fahrzeuge und Technik der Blaulichtorganisationen.
