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Zahlen, Daten, Fakten

Wissen Sie, wie viele Gemeinden es in unserem Landkreis gibt? Wie viele Weiler und Einöden? Oder wie viele Menschen im Unterallgäu leben? Egal ob Unterallgäu-Experte oder interessierter Landkreis-Neuling: Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten.

Das Unterallgäu liegt im Herzen von „Bayerisch-Schwaben“ und ist Teil des Allgäus. Der Landkreis hat mit der Iller im Westen und der Wertach im Osten zwei natürliche Grenzen, die nur geringfügig von den Gebietsrändern abweichen. Die Gegend öffnet sich von Norden nach Süden aus breiten Ebenen zu einem abwechslungsreichen Hügelland. Im südlichen Teil gehört das Kreisgebiet landschaftlich zum voralpinen Grünlandgebiet.    

Die höchstgelegene Gemeinde im Landkreis ist Böhen: Der höchste Punkt im Landkreis liegt auf 849 Höhenmetern im Weiler Oberwarlins, an der Landkreisgrenze zum Oberallgäu. Genau 341 Höhenmeter liegen zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt im Landkreis. Dieser befindet sich auf 508 Höhenmetern in einem Weiher auf Zaiertshofer Flur (Gemeinde Kettershausen).

Diese Höhenunterschiede wirken sich wiederum auf das Klima aus: Es ist grundsätzlich voralpin, wobei atlantische Einflüsse überwiegen. Im südlichen Landkreisbereich wird das Klima von Föhn- und Stauwetterlagen der Ostalpen beeinflusst. 

Der Landkreis Unterallgäu ist rund 1230 Quadratkilometer groß und erstreckt sich von Haselbach im Norden bis Legau im Süden auf einer Länge von 54 Kilometern. Zwischen Amberg als östlichste Gemeinde und Heimertingen als westlichste Gemeinde liegen 44 Kilometer.

Als 1934 in einer Kiesgrube in Benningen die Überreste eines Urelefanten entdeckt wurden, hatten die Forscher die erste Kunde aus der Tierwelt vor rund 800.000 Jahren in Händen. Wann allerdings die ersten Menschen im Unterallgäu lebten, das kann niemand so genau sagen. Fest steht jedoch, dass der heutige bayerische Raum schon während des Eiszeitalters, abgesehen vom sehr oft gletscherbedeckten Voralpenland, ein wichtiges Durchgangsland war – eine Brücke zwischen den altsteinzeitlichen Siedlungsräumen Süd- und Westfrankreichs, Niederösterreichs und Mährens.

Aus der Steinzeit, also aus der Zeit bis etwa 1800 v. Chr., wurden im Landkreis zahlreiche Einzelfunde geborgen. Regelrechte Siedlungen aus dieser Zeit konnte man jedoch nicht feststellen. Erst mit den Römern durchzogen dann feste Straßen das Land, es wurden – wie verschiedene Funde belegen – auch in der Region Gutshöfe aus Stein gebaut und kleine Siedlungen angelegt.

Auf die Römer folgte der Stamm, der bis heute geblieben ist: Die Alamannen oder Schwaben. Als Urorte der alamannischen Besiedelung gelten die „-ingen“-Orte. Diese dürften in der Zeit von 300 bis 550 n. Chr. entstanden sein. Zwischen 500 und 800 n. Chr. wurden die Orte mit der Nachsilbe „-hofen“ gegründet, zwischen 800 und 1200 n. Chr. jene mit den Nachsilben „-au“, „-bach“, „-berg“, „-hausen“ und „-wang“. Die Gründung der „-heim“-Orte ist siedlungsgeschichtlich noch nicht ganz geklärt; zum Teil zählen sie auch zu den ältesten Siedlungen.

Nach Jahrhunderten, in denen vor allem verschiedene Reichsstifte und Stiftungen wie die Reichsabtei Ottobeuren oder auch das Haus Fugger die Herrschaft über die Orte im heutigen Kreisgebiet innehatten, änderten sich die Verhältnisse erst durch die Säkularisation im Jahr 1803, durch die die kirchlichen Besitztümer in weltliche Zugehörigkeit übergingen, grundlegend. Es entstanden die Landgerichte und Rentämter.

Durch die Mediatisierung (1806) verloren die bis dahin reichsunmittelbaren Reichsstädte und Standesherrschaften im neuen Königreich Bayern ihre Hoheitsbefugnisse. Dem Adel verblieb noch bis zum Jahr 1848 die niedere Gerichtsbarkeit. 1852 wurden Distriktsgemeinden gebildet, die als Vorläufer der heutigen Landkreise gelten.

1862 kam es schließlich zur vollständigen Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung: Die Bezirksämter wurden geschaffen. Schließlich erfolgte 1920 die Zusammenfassung der Distriktsgemeinden zu Bezirken. 1939 wurden die Bezirke in Landkreise und die Bezirksämter in Landratsämter umbenannt.

Der Landkreis Unterallgäu entstand schließlich bei der Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte zum 1. Juli 1972 – damals allerdings noch mit 110 Gemeinden. Erst die Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 beendet war, verringerte die Zahl der Gemeinden auf 52. Acht Gemeinden sind so genannte Einheitsgemeinden, 44 gehören einer der elf Verwaltungsgemeinschaften an.

Die Landräte des Landkreises Unterallgäu:

  • Erster Landrat des neuen Landkreises Unterallgäu war Otto Weikmann. Der Agrarhändler - zuvor von 1967 bis 1972 Landrat des Altlandkreises Mindelheim - war sozusagen der Baumeister unseres jetzigen Landkreises.
  • Am 1. Mai 1978 begann dann mit Dr. Hermann Haisch eine 28  Jahre währende Landrats-Ära im Unterallgäu. Der promovierte Tierarzt engagierte sich bis zu seinem Ausscheiden am 31. Juli 2006 für den Landkreis und seine Bürger.
  • Zu seinem Nachfolger wurde am 1. August 2006 Hans-Joachim Weirather gewählt. Der Diplom-Ingenieur leitete zuvor das Wasserwirtschaftsamt Kempten. Im Jahr 2012 wurde er wiedergewählt. Auch Weirather setzte viele Akzente für das Unterallgäu und gilt unter anderem als großer Schulsanierer.
  • Seit 1. Mai 2020 steht mit  Alex Eder erneut ein Diplom-Ingenieur- zuvor als Regierungsdirektor beim Staatlichen Bauamt in Kempten tätig - an der Spitze des Landkreises.

Das Wappen des Landkreises verdeutlicht die früheren Herrschaftsverhältnisse in der Region: Im südlichen Teil des Unterallgäus dominierte über Jahrhunderte die alte Reichsabtei Ottobeuren. Daran erinnert die goldene Rosette auf schwarzem Grund im linken Teil des Wappens. Auch das Haus Fugger mit seinen Zentren Kirchheim und Babenhausen prägte die Kreisgeschichte stark. Repräsentiert wird es durch die blaue Fuggersche Lilie auf goldenem Grund in der rechten Hälfte. Zudem standen die Herrschaften Mindelheim und Türkheim seit dem 17. Jahrhundert in enger Beziehung zu Bayern. Diesen Gedanken wiederum greifen die bayerischen Rauten auf, die gleichzeitig die bayerische Verwaltung in Schwaben seit dem frühen 19. Jahrhundert versinnbildlichen.

Die Fahne des Landkreises trägt die Farben Blau-Gelb-Blau. In ihrer Mitte ist das Kreiswappen aufgelegt.

Wappen und Logo des Landkreises Unterallgäu sind geschützt. Beide Symbole dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Landratsamts Unterallgäu verwendet werden. Hier finden Sie die zuständige Stelle.

Als alltägliches Erkennungszeichen verwendet der Landkreis seit Frühjahr 2011 ein Logo. Es kennzeichnet zum Beispiel Schreiben und Publikationen. Das Logo verbindet das moderne Selbstverständnis des Landkreises und der Kreisverwaltung mit Traditionsbewusstsein. Bestandteile sind ein Schriftzug und ein verschiedenfarbiges Symbol.

Im Logo finden sich das Blau der Lilie und das Goldgelb der Rosette aus dem Wappen wieder. Die beiden Farben stellen einen Bezug zur Geschichte des Landkreises her. Gleichzeitig symbolisieren sie Wasser  - ein wichtiges Element der Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp - und Sonne. Blau und Gelb umschließen ein saftiges, frisches Grün, das für die intakte Natur und das Voralpenland Unterallgäu steht. Zusammen bilden die drei Farben eine Welle, wieder ein Hinweis auf  den Wasserdoktor Kneipp, und sie erinnert gleichzeitig an die sanften Hügel der Voralpen.
Eine weitere Besonderheit ist die behutsame Hervorhebung des Wortbestandteils „allgäu“. Dies zeigt die Verbindung zur Region Allgäu bei gleichzeitiger Selbstständigkeit.

Logo und Wappen des Landkreises Unterallgäu sind geschützt. Beide Symbole dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Landratsamts Unterallgäu verwendet werden. Hier finden Sie die zuständige Stelle.

Rund 147.000 Menschen leben in den 52 Kommunen im Unterallgäu, also in den zwei Städten Mindelheim und Bad Wörishofen, den zwölf Märkten und den 38 Gemeinden. Zählt man sämtliche Weiler und Einöden zusammen, so kommt man im Landkreis auf die stattliche Zahl von 527 Siedlungen – mit so wohlklingenden Namen wie Bäuerle, Bummlers, Flohkraut, Katzenhirn, Paradies, Spitzispui und Vogelsang.   

Bei der ersten amtlichen Volkszählung im Jahr 1840 lebten im Gebiet des heutigen Landkreises 58.780 Einwohner. Über Jahrzehnte stiegen die Bevölkerungszahlen im Kreisgebiet ständig an. Erst der Zweite Weltkrieg brachte eine tiefgreifende Veränderung: Sowohl viele Soldaten als auch ein Teil der Zivilbevölkerung starb in den Kriegsjahren. Hinzu kam ein erheblicher Geburtenausfall.

Nach Ende des Krieges bot sich dann ein umgekehrtes Bild: Durch den großen Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten wurden bei der Volkszählung im Jahr 1950 insgesamt 117.358 Einwohner – und damit 50 Prozent mehr als 1939 – gezählt. Der Anteil der ausländischen Mitbürger ist heute verhältnismäßig gering. Rund zwölf Prozent der Kreisbürger haben einen Migrationshintergrund.

Auch der Landkreis Unterallgäu spürt die schwieriger werdenden Zeiten, dennoch steht er finanziell noch auf recht sicheren Beinen. Der Gesamthaushalt 2026 hat ein Volumen von 265 Millionen Euro (228,8 Millionen Verwaltungshaushalt sowie 35,9 Millionen Euro Vermögenshaushalt). Der Vermögenshaushalt beinhaltet Investitionen in Höhe von rund 21,7 Millionen Euro.

Der Hebesatz der Kreisumlage - der bedeutendsten Einnahmequelle des Landkreises - wurde 2026 von 47,9 auf 50 Prozentpunkte angehoben. Die Kreisumlage muss von den Städten, Märkten und Gemeinden entrichtet werden. Der Landkreis wiederum muss im Jahr 2026 rund 65,9 Millionen Euro als Bezirksumlage an den Bezirk Schwaben bezahlen.

Der Landkreis Unterallgäu profitiert von seiner verkehrstechnisch bevorzugten Lage an den Autobahnen A7 und A96, die den Wirtschaftsraum an die angrenzenden europäischen Märkte anbinden und den schnellen Weg zu Kunden und Lieferanten im Ausland ermöglichen. So fährt man vom Unterallgäu in die Landeshauptstadt München in durchschnittlich einer Stunde; in einer guten Stunde ist man mit dem Auto auch am Bodensee oder in den Alpen.

Ein dichtes Straßennetz, die Zuganbindungen und der Allgäu Airport in Memmingerberg komplettieren die gute Erreichbarkeit.

Ausführliche Informationen über den Wirtschaftsraum Unterallgäu finden Sie in unserem Wirtschaftsportal.

Neben einer Vielzahl an kulturellen Angeboten kann das Unterallgäu mit vielfältigen Sportmöglichkeiten aufwarten. Gerade bei Radlern ist die Region wegen ihrer landschaftlichen Reize beliebt. Die Rad- und Wanderwege sind im gesamten Landkreis einheitlich beschildert. Im Unterallgäu wandert und radelt man auch auf den Glückswegen. 13 verschiedene Touren, davon zehn Wander- und drei Radrundtouren mit insgesamt 178 Kilometern Länge führen zu besonderen Plätzen und lassen Radler und Wanderer ganz persönliche Glücksmomente finden. Mehr dazu finden Sie hier.

Daneben ist der Landkreis vor allem auch wegen seiner Baudenkmäler – der barocken Basilika in Ottobeuren, dem Fuggerschloss in Kirchheim mit seinem weltbekannten Zedernsaal, der ehemaligen Reichskartause in Buxheim mit ihrem Chorgestühl und der Mindelburg in Mindelheim – bekannt.

Besondere touristische Bedeutung kommt insbesondere den beiden Kneipp-Heilbädern Bad Wörishofen und Bad Grönenbach sowie dem Kneippkurort Ottobeuren zu. Pfarrer Sebastian Kneipp, dessen Lehren in der ganzen Welt bekannt sind, lebte und wirkte im Unterallgäu. Im Aktiv Park Kneippland Unterallgäu in Ottobeuren laden sieben Erlebnisstationen dazu ein, das Kneippsche Naturheilverfahren näher kennenzulernen.

Freizeitangebote, touristische Highlights im Unterallgäu, das interaktive Rad- und Wanderportal und mehr finden Sie im Bereich Freizeit.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Unterallgäu von einer überwiegend landwirtschaftlich orientierten Region zu einem aufstrebenden Wirtschaftsraum entwickelt. Dank der Investitionsbereitschaft der ansässigen Betriebe, der Neuansiedlung zukunftsorientierter Unternehmen und nicht zuletzt dem Fleiß der Bürger präsentiert sich das Unterallgäu heute als solider und krisenfester Wirtschaftsraum mit großem Zukunftspotential. Neben einer Vielzahl leistungsfähiger mittelständischer Betriebe haben zahlreiche Unternehmen mit Weltruf ihren Firmensitz im Unterallgäu.

Die meisten Menschen sind im Unterallgäu im produzierenden Gewerbe tätig. Es folgen die Bereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie öffentliche und private Dienstleister. Bemerkenswert im Unterallgäu sind weiterhin die Vielzahl der familiengeführten Unternehmen und die im Bundesdurchschnitt sehr niedrige Arbeitslosenquote.

Ausführliche Informationen über den Wirtschaftsraum Unterallgäu, über Gewerbeflächen und Informationen für Existenzgründer finden Sie in unserem Wirtschaftsportal.

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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 24.03.2026