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Quartiersentwicklung in den Gemeinden

Im Unterallgäu sollen über sogenannte Quartierskonzepte möglichst viele altersgerechte Wohnprojekte mit sozialen Angeboten und Unterstützungsangeboten entstehen. Foto: Fotolia

Quartiersentwicklung greift den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft auf und zielt darauf ab, einen sozialen Nahraum, mit dem sich die Bewohner identifizieren – also etwa ein Dorf oder ein Viertel – so zu gestalten, dass auch ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Mit Hilfe von Quartierskonzepten sollen im Unterallgäu möglichst viele altersgerechte Wohnprojekte mit sozialen Angeboten und Unterstützungsangeboten entstehen.

Bei Quartiersprojekten geht es immer um Ganzheitlichkeit, also darum, das gesamte Lebensumfeld zu optimieren. So soll nicht nur ein bedarfsgerechtes Wohnangebot entstehen, sondern im jeweiligen Quartier soll es auch eine geeignete räumliche Infrastruktur, eine wohnortnahe Beratung und Begleitung, eine tragende soziale Infrastruktur, bedarfsgerechte Dienstleistungen und Angebote sowie ein wertschätzendes gesellschaftliches Umfeld geben. Weitere Informationen zum Thema Quartiersprojekte enthält diese Broschüre des Kuratorium Deutsche Altershilfe. Detaillierte Informationen finden Sie auch in der November/Dezember-Ausgabe 2013 im Fachmagazin Pro Alter des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

Fragen und Antworten

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Wo besteht in den Unterallgäuer Gemeinden Handlungsbedarf?

Eine Befragung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) hat ergeben, dass insbesondere in den Bereichen Wohnen und Mobilität im Unterallgäu Handlungsbedarf  besteht.

Von 52 angeschriebenen Gemeinden und Städten nahmen 30 Bürgermeister an der Umfrage teil. Drei Viertel der Befragten gaben an, es gebe zu wenig altersgerechte Wohnungen in ihrer Gemeinde. Zwei Drittel wünschten sich Verbesserungen beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Positiv bewerteten die meisten Befragten das ehrenamtliche Engagement in ihrer Gemeinde und die Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt.

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Wie können Gemeinden eine Quartiersentwicklung umsetzen?

Gemeinden, die ein Quartierskonzept erarbeiten möchten, können sich beim Landratsamt Unterallgäu bewerben. In einer ersten Bewerbungsrunde wählte der Landkreis die Gemeinde Wolfertschwenden, den Markt Erkheim und die Stadt Mindelheim aus. In einer zweiten Runde entsteht das Quartierskonzept in Ottobeuren, Lautrach, Ettringen und Rammingen. Inzwischen ist auch die Gemeinde Lachen dabei, ein Quartierskonzept zu erarbeiten.

Die ausgewählten Gemeinden setzen das Konzept zusammen mit der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) aus München um. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) aus Köln wertet das Projekt anschließend wissenschaftlich aus. Der Landkreis Unterallgäu fördert die Gemeinden finanziell.

In Workshops entwickeln lokale Akteure die Quartiersprojekte. Auch die Bürger der jeweiligen Gemeinde können sich über Bürgerwerkstätten beteiligen. So entsteht ein Strategiepapier mit konkreten Projekten, Maßnahmen und Empfehlungen für die Gemeinden, um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen. Entsprechende Analysen, wie Befragungen oder Ortsbegehungen vervollständigen die Ergebnisse.

Nachdem das Strategiepapier an den Bürgermeister übergeben wurde, beschließt der Gemeinde- oder Stadtrat die Umsetzung. Projektbezogene Arbeitsgruppen bringen dann die Themen in der Gemeinde voran. Die ersten Gruppensitzungen begleiten und moderieren Vertreter der AfA und des Landratsamtes.

Später kann ein Quartiersmanager diesen dynamischen Prozess weiter steuern, aufrecht erhalten und nachhaltig gestalten.

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Wer ist verantwortlich und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Für die Umsetzung des Strategiepapiers ist die jeweilige Kommune verantwortlich.

Auf Fördermöglichkeiten, z.B. aus Programmen der Bayerischen Ministerien oder des Landkreises Unterallgäu, machen die AfA und die Koordinationsstelle für das Seniorenkonzept im Landkreis Unterallgäu aufmerksam. Diese beiden Stellen unterstützen auch bei der Antragsstellung.

Übernimmt die Aufgabe des Quartiersmanagers ein Wohlfahrtsverband, kann dieser Fördermittel des Deutschen Hilfswerks (DHW) beantragen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Hubert Plepla von der Koordinationsstelle des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts.

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Wie fördert der Landkreis die Quartiersentwicklung?

Der Landkreis Unterallgäu fördert den Aufbau von „altersgerechten Quartierskonzepten“. Auf Antrag werden jährlich maximal zwei Gemeinden, jeweils mit bis zu 5.000 Euro, aber maximal mit 40 Prozent der Umsetzungskosten gefördert.

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In welchen Gemeinden gibt es bereits altersgerechte Quartierskonzepte?

In Mindelheim, Erkheim, Wolfertschwenden, Ettringen, Lautrach, Ottobeuren, Rammingen und in der Gemeinde Lachen werden Quartiersprojekte erarbeitet und umgesetzt. Die ersten Gemeinden haben bereits im Jahr 2013 damit begonnen. Das Projekt wird als fortlaufender und dynamischer Prozess ins Gemeindeleben integriert. In den meisten Gemeinden koordiniert ein sogenannter Quartiersmanager die Arbeitsgruppen und Projekte.

Wissenschaftliche Begleitung

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe, kurz KDA, begleitet die Quartiersentwicklung wissenschaftlich. Drei Befragungen haben bereits stattgefunden. 

 

Ansprechpartner

Seniorenkonzept

Hubert Plepla
Telefon: (08261) 995-457

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