Dienstag, 22.01.19 |
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Mehr Wertschätzung für das Freiwillige Soziale Jahr


Der Fachkräftemangel in sozialen Berufen betrifft auch den Landkreis Unterallgäu - als Träger der drei Kreis-Seniorenwohnheime und des Kommunalunternehmens Kreiskliniken sowie als Initiator der Betriebskinderkrippe Mindelzwerge. Zudem steht der Landkreis als Kommune in der Verantwortung für die soziale Landschaft im Unterallgäu. Deshalb stieß bereits am 19. November ein Antrag von Kreisrat Josef Kerler auf offene Ohren: Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist eine Chance, junge Leute für soziale Berufe zu begeistern, deshalb sind mehr Absolventen wünschenswert, lautet die Grundidee. Der Antrag auf einen verpflichtenden Dienst  hatte zwar keine Mehrheit gefunden, doch der Kreisausschuss hatte schließlich dem Kreistag empfohlen, sich mit einer Resolution an den Bundestag zu wenden und für bessere Konditionen im FSJ einzutreten. Zwischenzeitlich hat auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen entsprechenden Vorstoß unternommen. Deshalb hat nun der Unterallgäuer Kreistag einstimmig beschlossen, sich diesem Vorstoß mit seiner Resolution anzuschließen.

Der Deutsche Bundestag solle die notwendigen gesetzgeberischen Voraussetzungen schaffen, damit das FSJ attraktiver wird, heißt es in der Resolution. In dem Schreiben werden auch Maßnahmen vorgeschlagen, wie zum Beispiel finanzielle Anreize zu schaffen, die freie Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen und Bonuspunkte bei der Rente zu gewähren. Eine weitere Idee lautet, das FSJ könne auf die Ausbildungszeit angerechnet werden, wenn ein sozialer Beruf gewählt wird.

Landrat Hans-Joachim Weirather gab zu bedenken: „Von den Erfahrungen, die junge Leute in diesem Jahr machen, profitieren sie ein Leben lang.“ Der Kreistag adressiert seine  Resolution auch an die regionalen Bundestagsabgeordneten.   

Weitere Themen in Kürze:

  • Einstimmig beschloss der Kreistag, die Aufwandentschädigung für die Feldgeschworenen von zwölf auf 14 Euro pro Stunde zu erhöhen und entsprechend die Satzung zu ändern.
  • Auf dem Streckenabschnitt Augsburg-Gessertshausen-Langenneufnach der Staudenbahn sollen bereits Ende 2022 wieder Personenzüge verkehren. Für den südlichen Streckenabschnitt zeigte nun der Unterallgäuer Kreistag mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss: Das Gremium steht geschlossen hinter einer Reaktivierung der Staudenbahn zwischen Ettringen und Türkheim Bahnhof. Dieser Beschluss sei notwendig, damit die Eisenbahngesellschaft ein Gutachten über die Wirtschaftlichkeit dieser Strecke erstellt, erklärte Weirather.  Sollte dieses positiv ausfallen, erklärt sich der Landkreis mit diesem Beschluss bereit, das Buskonzept entsprechend anzupassen. Die notwendige Infrastruktur muss ohne Zuschuss des Freistaats instand gesetzt werden. Deshalb betonte Weirather, wäre von den anliegenden Gemeinden ebenfalls ein entsprechender Grundsatzbeschluss wünschenswert.  
  • Seit Ende 2015 besteht der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller,  um das entsprechende Projekt anzuschieben. Der neuen Beitrags- und Finanzierungsordnung des Vereins stimmte der Kreistag einstimmig zu. Diese sieht vor, dass sich der Landkreis Unterallgäu bis 2021 mit durchschnittlich etwa 29.000 Euro pro Jahr an den Ausgaben des Vereins beteiligt. Mit den Beiträgen finanziert der Verein sein Personal, Vorplanungskosten und weitere Projektkosten. Geplant sei, das Personal des Vereins um eine halbe Stelle aufzustocken, erklärte Abteilungsleiterin Dr. Maria Bachmaier.
  • Der Kreistag stellte außerdem die Jahresabschlüsse 2017 der Kreis-Seniorenwohnheime fest, ebenso wie die Jahresrechnung 2017 des Landkreises. 
  • Kreiskämmerer Sebastian Seefried stellte außerdem den Beteiligungsbericht 2017 des Landkreises vor. Im Zuge dessen griff Landrat Weirather vor: Die Gesellschaft „Gewerbepark am Allgäu Airport“, die Ende 2017 gegründet wurde, habe 2018 einen höheren Bilanzüberschuss erwirtschaftet als erwartet. 
  • Einer neuen Abfallgebührensatzung stimmte der Kreistag einstimmig zu. Insgesamt bleiben die Müllgebühren stabil. Etwas teurer werden die Entsorgung von Asbest (172 Euro statt bislang 140 Euro pro Tonne) und von Dämmstoffen (348 Euro statt bislang 288 Euro pro Tonne). Bis zu zwei Kubikmeter Gartenabfälle können weiterhin kostenlos an den Wertstoffhöfen abgegeben werden, aber die Entsorgung jedes weiteren Kubikmeters kostet künftig zehn statt sechs Euro.  „Mehrkosten bei der Entsorgung von Asbest und Dämmstoffen werden aktuell bis zum Abfallerzeuger durchgereicht“, begründete Edgar Putz, Leiter der Abfallwirtschaft des Landkreises die aktuelle Entwicklung.

 

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