Dienstag, 20.11.18 |
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"Wir wollen die Sammelmenge steigern"


Die Gelbe Tonne kommt nun auch im Unterallgäu (siehe weiterer Artikel) und macht das Entsorgen von Verkaufsverpackungen deutlich einfacher. Wir haben uns mit dem Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft am Landratsamt, Edgar Putz, über die Einführung unterhalten.

Warum erhält grundsätzlich jeder eine Gelbe Tonne?

Putz: „In einer repräsentativen Bürgerbefragung hat sich im letzten Jahr eine deutliche Mehrheit für die Gelbe Tonne ausgesprochen. Wir glauben deshalb, dass die meisten Unterallgäuer froh sind, wenn sie sich um Nichts kümmern müssen und ab Januar einfach den neuen Service nutzen können. Davon abgesehen wäre alles andere zeitlich auch gar nicht mehr machbar: Das neue System muss wegen vorgegebener Vertragslaufzeiten zum 1. Januar 2019 starten, gleichzeitig müssen bis dahin rund 52.000 Tonnen im ganzen Landkreis verteilt werden. Auf der anderen Seite hätten wir aber auch nicht früher mit einem Anmeldeverfahren starten können, weil sich die Verhandlungen mit den Dualen Systemen hingezogen haben. In Teilen dauern sie sogar noch immer an.“

Worin sehen Sie die Vorteile der Gelben Tonne im Vergleich zum Gelben Sack?

Putz: „Eindeutiger Vorteil ist natürlich, dass man die gesammelten Verpackungen dann nicht mehr zum Wertstoffhof fahren muss, sondern dass sie quasi vor der eigenen Haustür abgeholt werden. Als Kommunale Abfallwirtschaft erhoffen wir uns, dass die Sammelmenge dadurch weiter steigt.“

Wie hat sich die Sammelmenge in den vergangenen Jahren entwickelt?

Putz: „Die Einführung des Gelben Sacks im Jahr 2013 hat uns schon vorwärts gebracht. Als man die Verpackungen noch getrennt zum Wertstoffhof bringen musste, wurden im Unterallgäu zum Beispiel im Jahr 2012 12,22 Kilogramm pro Einwohner erfasst. Mit dem Gelben Sack stieg die Menge immerhin schon auf 18,62 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2017. 2016 waren es noch 17,63 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, doch im selben Zeitraum wurden in Schwaben durchschnittlich 23,3 Kilogramm gesammelt, in ganz Bayern waren es 20,8 Kilogramm Leichtverpackungen je Einwohner. Das wollen wir natürlich auch schaffen.“

Wenn jemand aber keine weitere Tonne vor der Haustür will, was dann?

Putz: „Die so genannten Leichtverpackungsabfälle müssen getrennt gesammelt werden. Insbesondere dürfen sie nicht über die Restmülltonne entsorgt werden. Man muss aber keine Gelbe Tonne nutzen und kann sie abbestellen - am besten möglichst bald. Allerdings muss man sich eben bewusst sein, dass man die Verkaufsverpackungen dann wie bisher selbst zum Wertstoffhof bringen muss. Wenn Verpackungen im Restmüll gefunden werden, kann dies dazu führen, dass die Tonne nicht geleert wird. Wem die Gelbe Tonne zu groß ist, der kann sich auch überlegen, mit dem Nachbarn zusammen ein Gefäß zu nehmen.“

Die Wertstoffhöfe werden durch die Einführung der Gelben Tonne künftig wohl deutlich weniger genutzt?

Putz: „Es wird dort schon weniger los sein als bisher. Aber genutzt werden sie auch in Zukunft, schließlich gibt man zum Beispiel Elektroaltgeräte, verpackungsfremde Kunststoffe, und an vielen Wertstoffhöfen auch Grüngut und Altholz weiterhin dort ab. Und wir haben uns in den Verhandlungen mit den Dualen Systemen dafür eingesetzt, dass immerhin sieben Sammelstellen auch weiterhin Verkaufsverpackungen annehmen dürfen. Außerdem kann man Styropor weiterhin an alle 24 Sammelstellen bringen. Das war nicht einfach durchzusetzen.“

Wie sieht es eigentlich in Bad Wörishofen aus? Dort werden im Kurbereich Restmüll- und Biotonne am Tag der Leerung vom Grundstück abgeholt und anschließend wieder zurückgestellt. Gilt das auch für die Gelbe Tonne?

Putz: „Nein. Diesen Vollservice gibt es für die Gelbe Tonne nicht. Hintergrund ist, dass die Gelbe Tonne organisatorisch in der Verantwortung der privatwirtschaftlich organisierten Dualen Systeme liegt und diese einen Vollservice nicht anbieten. Diese Lücke kann aber auch der Landkreis nicht schließen, da es sich um kein Erfassungssystem des Landkreises handelt.“


 

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