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Zecken - Borreliose - FSME

Foto: Stefan Schejok - Fotolia.com

Nicht überall sind Zecken mit FSME-Viren infiziert, sondern nur in bestimmten Regionen. In Deutschland beispielsweise ist vor allem der Süden betroffen. Regionen, in denen regelmäßig FSME-Erkrankungen auftreten, in denen also die Zecken das Virus tragen, bezeichnet man als Risikogebiete.  Auch der Landkreis Unterallgäu ist seit Mai 2009 FSME-Risikogebiet. Als Risikogebiet gilt ein Landkreis dann, wenn die Anzahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen in den letzten fünf Jahren im Landkreis selbst oder in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis sowie allen angrenzenden Landkreisen) höher liegt als eine Erkrankung pro 100.000 Einwohner.  
Einige grundlegende Dinge, die Sie über Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten FSME und Borreliose wissen sollten, haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengefasst.   

Fragen und Antworten

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Was für Tiere sind Zecken?

Zecken sind weltweit verbreitete blutsaugende Parasiten, die sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Zecken übertragen Krankheiten auf Mensch und Tier. Ist eine Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann ein an und für sich harmloser Zeckenstich zur Gefahr für den Menschen werden. Im Darm oder in den Speicheldrüsen von Zecken können Bakterien oder Viren sitzen. In Deutschland haben vor allem zwei durch Zecken übertragbare Erkrankungen Bedeutung: die von Bakterien ausgelöste Borreliose und die virale Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

Zecken sind bei Temperaturen zwischen sechs und acht Grad Celsius aktiv. Die Infektionen treten demnach in der Regel während der „Zeckensaison“ von März bis Oktober auf, aber auch ein milder Februar oder November lässt die Zecken zur Gefahr werden. Zecken lassen sich übrigens nicht von oben herabfallen, sondern sitzen auf halbhohen Büschen und Bäumen oder auf Gräsern und werden beim Vorübergehen abgestreift. Auch im losen Laub fühlen sich die Spinnentiere wohl. Das Streifen durch Unterholz und Wiesen birgt also Gefahren.

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Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich beziehungsweise vor Erkrankungen nach einem Zeckenstich schützen?

Beachtet man folgende Verhaltensregeln, so lässt sich das Risiko, von einer Zecke gebissen zu werden beziehungsweise danach an Borreliose oder FSME zu erkranken, verringern:

  • Bei Spaziergängen in Wald und Flur immer geschlossene Schuhe und lange Kleidung tragen. Zusätzlich verhindern über lange Hosen gestülpte Strümpfe das Zeckenstich-Risiko. Auch helle Kleidung zu tragen lohnt sich: Darauf sieht man Zecken besser.
  • Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Gebüsch oder hohes Gras laufen.
  • Die Haut mit Insektenschutzmitteln (Repellentien, z.B. Autan) einreiben.
  • Nach einem Aufenthalt im Freien und möglichen Kontakt zu Zecken alle Körperregionen konsequent absuchen.
  • Wird eine Zecke vorgefunden, sollte diese möglichst rasch zum Beispiel mit Hilfe einer Pinzette oder Zeckenzange entfernt werden. Dabei den Zeckenkopf möglichst mit entfernen.
  • Auf keinen Fall dürfen Öle, Nagellack oder Klebstoffe auf die in der Haut festsitzende Zecke aufgetragen werden. Durch den Erstickungstod des Tieres können Krankheitserreger verstärkt in die Blutbahn eingeschwemmt werden.
  • Beobachten Sie bitte den Stichbereich auch nach dem Entfernen der Zecke weiter und suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie eine sich langsam ausdehnende Rötung um den Stichbereich feststellen.
  • Treten Krankheitssymptome im Bereich des Kopfes oder der Nerven innerhalb weniger Wochen nach dem Zeckenstich auf, dann sollten Sie ebenfalls so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen und ihn auf den vorangegangenen Zeckenstich hinweisen.
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Wie erkennt man einen Zeckenstich?

Zecken gehören zur Gattung der Spinnen und haben acht Beine. Beim Zeckenstich steht die Zecke „Kopf“, da das am Kopf befindliche Mundwerkzeug die Haut anritzt. Bis auf das Mundwerkzeug befinden sich alle anderen Körperteile der Zecke bei diesem Vorgang außerhalb des Opfers.

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Was sollte man tun, wenn man gestochen wurde?

Die Zecke sollte möglichst schnell entfernt werden. Das Infektionsrisiko zum Beispiel für Borreliose steigt mit der Saugdauer der Zecke. Um die Zecke zu entfernen, sollte man sie möglichst nahe an der Haut mit einer Pinzette oder Zeckenzange fassen und langsam herausziehen. Dabei darf der Körper des Tieres allerdings nicht gequetscht werden, weil sonst Erreger in die Haut gedrückt werden. Die Zecke darf auch auf gar keinen Fall mit Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff bestrichen werden. So erstickt sie und es werden verstärkt Krankheitserreger in die Blutbahn geschwemmt. Nach dem Entfernen des Tieres sollte die Einstichstelle etwa vier Wochen lang beobachtet werden.

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn eine so genannte Wanderröte auftaucht, also wenn es im Bereich der Bissstelle zu einer Rötung kommt, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. 

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Was versteht man unter Borreliose und wie gefährlich ist sie?

Die Borreliose ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung. In Deutschland sind die Zecken je nach Region unterschiedlich häufig mit Borreliose infiziert. Teilweise tragen bis zu 50 Prozent der Zecken die Borreliose in sich. Wie in allen Landkreisen Bayerns kam es in der Vergangenheit auch im Unterallgäu zu Erkrankungen an Borreliose; da diese Krankheit nicht meldepflichtig ist, liegen hierzu jedoch keine genauen Zahlen vor.
Kurze Zeit nach dem Zeckenstich kommt es im Bereich der Stichstelle meist, aber nicht immer, zu einer örtlichen Reaktion mit Rötung, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet ("Wanderröte"), welche über Monate bestehen bleiben kann (erste Phase).
Nach etwa vier bis 16 Wochen breiten sich innerhalb der zweiten Phase die Erreger im ganzen Körper aus. Der Patient leidet dann an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen. Dies erschwert die Diagnose der Krankheit. Charakteristisch sind starke Schweißausbrüche. Durch die Ausbreitung im Körper kann es zu einem Befall der Organe, der Gelenke und Muskeln sowie des Nervensystems kommen.
Nach einer Phase ohne weitere Symptome kann es zum Befall des Nervensystems mit Entzündungen des Rückenmarks, der Nervenbahnen und Nervenzellen kommen. Hirnhautentzündung können ebenso auftreten wie Nervenstörungen an verschiedenen Körperregionen bis hin zu kompletten Lähmungserscheinungen.
Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, ist auch eine chronische Infektion möglich. Die Krankheit taucht also immer wieder auf und verschlechtert sich zunehmend.
In einer dritten Phase kann es zu chronischen Störungen am Herzmuskel, an der Haut und an Gelenken oder des Nervensystems kommen, die schwere Beeinträchtigungen bis zur Berufsunfähigkeit nach sich ziehen können.
Da häufig nicht alle drei Krankheitsphasen zum Ausbruch kommen, gestaltet sich die Diagnosestellung mitunter schwierig. Wichtig ist es, dass möglichst sofort mit einer Antibiotika-Behandlung im ersten Stadium der Wanderröte begonnen wird. Dadurch lässt sich häufig ein Fortschreiten der Erkrankung stoppen.

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Kann man sich vorsorglich gegen Borreliose impfen lassen?

Eine vorsorgliche Schutzimpfung gegen die bei uns auftretende Form der Borrelien gibt es nicht.

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Was ist FSME?

Im Gegensatz zur Borreliose handelt es sich bei der FSME (der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) um eine Viruserkrankung, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Eine Schutzimpfung gegen diese Krankheit ist aber vorsorglich möglich und wird vom Robert-Koch-Institut allen Personen empfohlen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten und durch Aufenthalt in der freien Natur Kontakt zu Zecken haben können. Neuere Empfehlungen schließen für Schutzimpfungen alle Menschen ein, die sich in der freien Natur in Bayern oder Baden-Württemberg aufhalten.

Der Landkreis Unterallgäu ist seit dem Jahr 2009 FSME-Risikogebiet. Als Risikogebiet gilt ein Landkreis dann, wenn die Anzahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen im Zeitraum 2002-2006 im Landkreis selbst oder in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis sowie allen angrenzenden Landkreisen) höher liegt als eine Erkrankung pro 100.000 Einwohner.

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Wie verläuft eine FSME-Erkrankung?

Der Verlauf der FSME-Erkrankung ist typischerweise zweigipflig: Zwei bis drei Wochen nach dem Zeckenbiss kommt es zu grippeähnlicher Symptomatik mit Fieber und heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Danach kommt es zu einer Ruhephase und im günstigsten Fall zu keiner weiteren Symptomatik. Häufig schließt sich aber ein zweiter Krankheitsgipfel mit Zeichen der Hirnhaut- oder Gehirnentzündung an, verbunden mit schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und Nervenstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen. In schweren Fällen verläuft die Erkrankung auch tödlich.

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Wie oft sollte man sich gegen FSME impfen lassen?

Damit ein wirksamer Schutz entsteht, sind drei Impfungen nötig. Etwa vier Wochen nach der ersten Impfung muss die zweite Impfung erfolgen, nach etwa zwölf Monaten dann die dritte. Aufgefrischt werden sollte die Impfung alle drei bis fünf Jahre.
Ob Ihr Impfschutz noch ausreicht, erfahren Sie, indem Sie ihr Impfbuch von Ihrem Hausarzt oder vom Gesundheitsamt überprüfen lassen. Kinder dürfen übrigens ab dem vollendeten ersten Lebensjahr geimpft werden.

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Welche Nebenwirkungen können nach einer FSME-Impfung auftreten?

Nach einer FSME-Impfung kann es zu lokalen Reaktionen an der Einstichstelle, grippeähnlichen Symptomen oder auch zu allergischen Reaktionen kommen. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten.

 

Ansprechpartner

Gesundheitsamt

Erna Bartenschlager
Telefon: (08261) 995-407

Gesundheitsamt

Ursula Kunzelmann
Telefon: (08261) 995-406

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