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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.06.2019

Alternative Energiequellen: Wasserkraftanlagen und Wärmepumpen

Immer weiter steigende Energiepreise und ein größer werdendes Umweltbewusstsein veranlassen viele Bürger auch im Unterallgäu dazu, sich Gedanken über alternative Energiequellen zu machen. Eine Möglichkeit ist es, die Wasserkraft auszunutzen - sei es im größeren Stil über Wasserkraftanlagen oder im einzelnen Haushalt über Wärmepumpen. Wärmequellen sind hier das Erdreich und das Grundwasser.               

Nähere Informationen rund um den Themenbereich Wasser und Energie haben wir hier für Sie zusammengestellt. Sollten Sie weitere Fragen haben, so können Sie sich natürlich auch direkt an uns wenden.

Wasserkraftanlagen benutzen oberirdische Gewässer, um so elektrische Energie zu erzeugen. Bei neuen Wasserkraftanlagen wird hierfür grundsätzlich das Fließgewässer aufgestaut. Durch das Aufstauen des Gewässers zur Energieerzeugung darf jedoch seine Durchgängigkeit für Fische und sonstige Gewässerorganismen nicht unterbrochen werden. Mit Hilfe von rauen Rampen, Teilrampen, Umgehungsgerinnen oder technischen Tieraufstiegshilfen, verbunden mit einer ausreichenden Mindestwassermenge, kann die Beeinträchtigung des Fließgewässers durch die Wasserkraftnutzung meist ausgeglichen werden.    
Hier finden Sie ganz grundsätzliche Informationen zum Thema Wasserkraftanlagen. Zögern Sie nicht, uns bei weiteren Fragen zu kontaktieren.       

Fragen und Antworten

Wann darf eine Wasserkraftanlage gebaut werden?

Vor der Errichtung von Wasserkraftanlagen muss ein wasserrechtliches Erlaubnis- oder Bewilligungsverfahren durchgeführt werden. Im Anschluss an dieses Verfahren wird grundsätzlich nur dann eine Erlaubnis oder Bewilligung erteilt, wenn die Wasserkraftanlagen den wasserwirtschaftlichen, naturschutzfachlichen und öffentlich-fischereilichen Anforderungen entsprechen und wenn sie keine nachteiligen Auswirkungen auf Rechte oder rechtlich geschützte Interessen Betroffener haben.

Weil fossile Energieträger wie Heizöl oder Erdgas immer teurer werden, entscheiden sich viele Häuslebauer heute dafür, regenerative Energiequellen zu nutzen, um ihren Haushalt mit warmem Wasser zu versorgen. Wärmequellen sind hierfür das Erdreich und das Grundwasser.  
Einige grundsätzliche Informationen über Grundwasser- und Erdwärme-Wärmepumpen finden Sie auf dieser Seite.

Fragen und Antworten

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es und worin unterschieden sich diese?

Es gibt Grundwasser-Wärmepumpen und Wärmepumpen, die Erdwärme nutzen. Für den Betrieb von Grundwasser-Wärmepumpen werden in der Regel ein Förderbrunnen und ein Schluckbrunnen erstellt. Dem entnommenen Grundwasser wird mit Hilfe einer Wärmepumpe Wärme entzogen und das um maximal fünf Grad abgekühlte Wasser dann wieder in das Grundwasser eingeleitet. Aus Gründen des Gewässerschutzes dürfen nur oberflächennahe Grundwasservorkommen (1. Grundwasserstockwerk) genutzt werden. In Wasserschutzgebieten ist die Benutzung von Grundwasser zum Betrieb von Wärmepumpen grundsätzlich nicht zulässig.
Für die Nutzung von Erdwärme zum Betrieb von Wärmepumpen werden so genannte Erdwärmekollektoren, Erdwärmekörbe oder Erdwärmesonden eingebaut. Die Einbautiefe von Erdwärmekollektoren und Erdwärmekörben beträgt nur wenige Meter, während Erdsondenbohrungen bis zu 100 Meter tief und in manchen Fällen auch tiefer niedergebracht werden. Die Bohrtiefe und die Anzahl der Sonden hängen von der erforderlichen Heizleistung der Wärmepumpe ab. In Wasserschutzgebieten sind Erdsondenbohrungen grundsätzlich nicht zulässig.
Mit welchen Kosten Sie für die jeweilige Pumpe rechnen müssen und welche Vor- und Nachteile der jeweilige Pumpentyp in Ihrem Fall hat, darüber können wir leider keine allgemein gültige Aussage machen. Abhängig ist dies zum Beispiel von der jeweiligen Bohrtiefe, der Anzahl der Sonden und davon, ob oberflächennahes Grundwasser vorhanden ist.

Was muss man bei Bau und Betrieb einer Grundwasser-Wärmepumpe beachten?

Den Bau von Förder- und Schluckbrunnen müssen Sie dem Landratsamt Unterallgäu mindestens einen Monat vorher melden - am einfachsten geht dies, indem Sie uns das Formular „Bohranzeige für die Errichtung eines Förder- und Schluckbrunnens zur thermischen Nutzung des Grundwassers nach §49 WHG“ ausgefüllt schicken, das Sie hier herunterladen können. Wenn eine Bohrfirma die Brunnen errichtet, dann muss uns diese den Brunnenbau melden.

Alle Bohrungen müssen Sie außerdem dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zwei Wochen vor Beginn anzeigen. Dies können Sie über diese Onlineanwendung erledigen. Haben Sie die Arbeiten abgeschlossen, müssen Sie dem LfU innerhalb von drei Monaten die ausgefüllten Schichtenverzeichnisse und das Bohrprofil zusenden, gegebenenfalls mit Angaben zum Ausbau der Bohrung. 

Darüber hinaus ist für die Entnahme des Grundwassers und die Rückleitung des abgekühlten Wassers in das Grundwasser im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Wärmepumpenanlage eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.

Wie beantragt man eine wasserrechtliche Erlaubnis für eine Grundwasser-Wärmepumpe?

Soweit die thermische Nutzung des Grundwassers 50 kJ/s (Kilojoule pro Sekunde) (etwa bis zu drei Wohneinheiten) nicht übersteigt, müssen Sie eine beschränkte wasserrechtliche Erlaubnis rechtzeitig, also mindestens drei Wochen, bevor Sie die Wärmepumpe in Betrieb nehmen, beim Landratsamt Unterallgäu beantragen.
Folgende Unterlagen benötigen Sie hierfür in dreifacher Ausfertigung:

  • Das ausgefüllte Formular Antrag auf Erteilung einer beschränkten wasserrechtlichen Erlaubnis zum Betrieb einer Wärmepumpenanlage,
  • einen Übersichtslageplan im Maßstab von nicht größer als 1:25.000 und einen Lageplan im Maßstab 1:5000 oder 1:1000 mit Eintrag der Brunnenstandorte,
  • das Gutachten eines privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft, welches bestätigt, dass sich die Benutzung auf oberflächennahes, nicht gespanntes Grundwasser beschränkt und die allgemein anerkannten Regeln der Technik für die Errichtung und den Betrieb der betreffenden Wärmepumpe erfüllt sind. Eine Liste der anerkannten privaten Sachverständigen nach Regierungsbezirken finden Sie hier. Sie müssen einen der dort genannten Sachverständigen, der für thermische Nutzungen zugelassen ist, mit dem Gutachten beauftragen.

Darüber hinaus müssen Sie beim Träger der Wasserversorgung - das ist meist die Gemeinde - eine Teilbefreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang der öffentlichen Wasserversorgung beantragen, falls ein solcher Anschluss- und Benutzungszwang besteht.

Was muss man beim Einbau beachten, wenn man Erdwärme zum Betrieb von Wärmepumpen nutzen möchte?
  • Da Erdwärmekollektoren und Erdwärmekörbe wegen ihrer geringen Einbautiefe normalerweise mit Grundwasser nicht in Berührung kommen, ist für deren Einbau keine Anzeige nach § 49 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) erforderlich.
  • Für Erdsondenbohrungen ist in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis notwendig. Nähere Informationen finden Sie in der Antwort auf die nächste Frage.
Was muss man über Erdsondenbohrungen wissen? Was muss man hier speziell beachten?
  • Erdsondenbohrungen dürfen nur von einer qualifizierten Bohrfirma mit entsprechender Zertifizierung ausgeführt werden.
  • Für Erdsondenbohrungen, bei denen Grundwasser erschlossen wird (Regelfall), ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Die Erlaubnis wird für den Einbau der Erdwärmesonden im Grundwasserbereich erteilt ("Benutzungstatbestand": Einbringen von Stoffen in das Grundwasser).
  • Sie müssen also rechtzeitig vor Bohrbeginn eine beschränkte wasserrechtliche Erlaubnis beantragen. Hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden:
    1. Wenn die Erdwärmesonden in das oberflächennahe, nicht gespannte Grundwasser eingebracht werden und die thermische Nutzung des Grundwasser bis einschließlich 50 Kilojoule pro Sekunde beträgt, müssen Sie beim Landratsamt einen Antrag auf Erteilung einer beschränkten Erlaubnis nach Art. 15 i.V.m Art. 70 Abs. Nr. 1 Halbsatz 2 BayWG stellen. Dem Antrag müssen folgende Unterlagen in dreifacher Ausführung beigelegt werden:
      • eine Kurzbeschreibung der verwendeten Anlagen und der Einrichtungen mit Angabe der Eindringtiefe und der Art der Abdichtung, gegebenenfalls mit Angabe der verwendeten Wärmeträgerflüssigkeiten,
      • ein Übersichtslageplan Maßstab 1:25.000 und ein Lageplan Maßstab 1:5000 oder 1:1000 mit Eintragung der Bohrpunkte,
      • ein Gutachten eines privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft, welches bestätigt, dass die Benutzung sich auf oberflächennahes, nicht gespanntes Grundwasser beschränkt und dass bei Errichtung und Betrieb der zur Grundwassernutzung verwendeten Anlagen keine Verunreinigung des Grundwassers entsteht.
    2. Wenn vom Einbringen der Erdwärmesonden tieferes, gespanntes Grundwasser betroffen ist und die thermische Nutzung des Grundwassers mehr als 50 Kilojoule pro Sekunde beträgt, müssen Sie beim Landratsamt einen Antrag auf Erteilung einer beschränkten Erlaubnis nach Art. 15 BayWG stellen. Zur Beurteilung des Vorhabens müssen dem Antrag folgende Unterlagen in dreifacher Ausführung beigelegt werden:
      • Erläuterungen zum Vorhaben (Anschrift der Baustelle, Angaben zur Bohrung oder den Bohrungen, Angaben zu Sondenauslegung, Sondenausbau und -berieb, Angaben zur Wärmepumpe),
      • ein Übersichtsplan Maßstab 1:25.000 und ein Lageplan Maßstab 1:1000 oder 1:5000 mit Eintragung der Bohrpunkte sowie skizziertem Rohleitungsverlauf der Haupt- und Sammelleitungen,
      • eine zeichnerische Darstellung des zu erwartenden Schichtenprofils mit Angaben über die zu erwartenden Grundwasserverhältnisse (einschließlich Datenquelle),
      • eine zeichnerischer Ausbauvorschlag der Erdwärmesonden mit Maß- und Materialangaben,
      • eine Bescheinigung nach dem Arbeitsblatt W 120 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW)  beziehungsweise „Gütesiegel für Erdwärmesonden - Bohrfirmen“,
      • ein Nachweis über Unbedenklichkeit der Soleflüssigkeit (maximal Wassergefährdungsklasse 1 mit Fußnote 14),
      • bei Verpressen der Sonden mittels Fertigmischungen: eine Unbedenklichkeitserklärung des Produkts
      Die Unterlagen müssen vom Bauherrn oder von einem von ihm beauftragten Fachbüro erstellt werden.
  • Die Bohr- und Nutzungsanzeige muss das beauftragte Bohrunternehmen erstellen. Der Bauherr muss sie unterschreiben. Danach müssen die Unterlagen in dreifacher Ausfertigung beim Landratsamt Unterallgäu eingereicht werden.
  • Wir leiten den Erlaubnisantrag an das Wasserwirtschaftsamt Kempten weiter, welches das Vorhaben fachlich beurteilt. Außerdem schlägt das Wasserwirtschaftsamt Kempten Auflagen für Bau und Betrieb der geplanten Erdwärmesondenanlage vor, damit Nachteile für das Grundwasser ausgeschlossen werden. So müssen die Bohrungen etwa von einem unabhängigen Sachverständigen (Geologen) überwacht werden. Mit dem Erlaubnisbescheid des Landratsamts wird der Bauherr dazu verpflichtet, diese Auflagen zu erfüllen.
  • Wenn bei den Erdsondenbohrungen kein Grundwasseraufschluss zu erwarten ist, dann müssen die Bohrungen lediglich nach §49 WHG angezeigt werden. Hierfür verwenden Sie bitte die Bohr- und Nutzungsanzeige aus dem Leitfaden "Erdwärmesonden in Bayern", den Sie hier herunterladen können.
  • Grundsätzlich gilt auch hier: Alle mit mechanischer Kraft angetriebenen Bohrungen müssen Sie dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zwei Wochen vor Beginn anzeigen. Dies können Sie über diese Onlineanwendung erledigen. Haben Sie die Arbeiten abgeschlossen, müssen Sie dem LfU innerhalb von drei Monaten die ausgefüllten Schichtenverzeichnisse und das Bohrprofil zusenden, gegebenenfalls mit Angaben zum Ausbau der Bohrung.

Weitere Details lassen sich auch in einem persönlichen Gespräch klären. Nehmen Sie hierzu einfach mit uns Kontakt auf.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.06.2019