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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019

Rund um das Kreuzkraut

Das Kreuzkraut sieht unscheinbar aus, kann in großen Mengen aber zu akuten Vergiftungen bei Mensch und Tier führen. Viele Landwirte und andere Bürger sind deshalb verunsichert, wenn sie gelbe Pflanzen auf ihrem Feld oder in ihrem Garten entdecken. In solchen Fällen sollte man erst einmal Ruhe bewahren und abklären, ob es sich wirklich um die Giftpflanze handelt. Die Untere Naturschutzbehörde berät gerne. Handelt es sich tatsächlich um das Kreuzkraut, unterstützt der Landkreis betroffene Landwirte finanziell bei der Bekämpfung.

 

Das Kreuzkraut hat gelbe Blütenköpfe mit Zungenblüten am Rand und Röhrenblüten in der Mitte. Die Blüten sehen denjenigen von Gänseblümchen ähnlich, sind aber komplett gelb. Unser Bild zeigt das Wasserkreuzkraut.

Oft damit verwechselt: Johanniskraut und Wiesen-Pippau

Das Johanniskraut (links) hat im Gegensatz zum Kreuzkraut nur fünf Blütenblätter. Beim Wiesen-Pippau fehlt der knopfartige Mittelteil. Er ähnelt dem Löwenzahn.

Fragen und Antworten

Woran erkenne ich das Kreuzkraut?

In Deutschland gibt es rund 30 verschiedene Kreuzkrautarten. Mit am häufigsten kommen das Wasser- und das Jakobskreuzkraut vor. Beide Arten breiten sich auch im Unterallgäu immer stärker aus. Zu erkennen ist das Kreuzkraut an seinen gelben Blütenköpfen mit Zungenblüten am Rand und Röhrenblüten in der Mitte. Die Blüten sehen denjenigen von Gänseblümchen ähnlich, sind aber komplett gelb.

Was tun, wenn ich ein Kreuzkraut entdecke?

Nicht alle Pflanzen, die gelb blühen, sind ein Kreuzkraut und damit giftig. Laien verwechseln das Kreuzkraut häufig mit anderen im Sommer gelbblühenden Pflanzen wie dem Johanniskraut oder dem Wiesen-Pippau. Das Johanniskraut hat im Gegensatz zum Kreuzkraut aber nur fünf Blütenblätter. Beim Wiesen-Pippau fehlt der knopfartige Mittelteil. Er ähnelt dem Löwenzahn. Am besten lässt man sich von den hierfür zuständigen Stellen beraten. Handelt es sich um intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen, ist das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Mindelheim der richtige Ansprechpartner. Handelt es sich um naturschutzrelevante Flächen, berät die Untere Naturschutzbehörde.

Muss man das Kreuzkraut bekämpfen?

Stellt sich heraus, dass man es mit dem Kreuzkraut zu tun hat, muss man dieses entfernen. Die Pflanze sollte nicht auf Futterflächen vorkommen. Denn die darin enthaltene giftige Substanz kann bei Tieren zu akuten Leberschädigungen führen - allerdings nur bei der Aufnahme in entsprechenden Dosen, also zum Beispiel, wenn sich die Pflanze ständig im Futter von Rindern oder Pferden befindet. Wer das Kreuzkraut im heimischen Garten entdeckt und sich daran stört, sollte es ausstechen und in die Restmülltonne geben. Solange man das Kreuzkraut aber nicht isst und nicht ständig anfasst, ist es für den Menschen völlig ungefährlich. Trotzdem sind beim Entfernen vorsorglich Handschuhe zu empfehlen.

Wie unterstützt das Landratsamt betroffene Landwirte?

Betroffene Landwirte können sich beim Landkreis Hilfe holen. Der Kreis unterstützt die Betriebe mit einer Fachberatung zur Bekämpfung, stellt kostenlose Ausstecher zur Verfügung und gewährt Zuschüsse für die Beseitigung des Kreuzkrauts. Kommt das Kreuzkraut vereinzelt vor, sollte die Pflanze ausgestochen und über die Restmülltonne oder bei der Unteren Naturschutzbehörde erhältliche Restmüllsäcke entsorgt werden. Hat sich die Pflanze flächenhaft verbreitet, muss das Mähgut unter Umständen komplett entsorgt werden. Die Transport- und Entsorgungskosten werden vom Landkreis bezuschusst, wenn dies der Unteren Naturschutzbehörde zuvor gemeldet worden ist. Die Zuschüsse können bis 31. Oktober beantragt werden.

Kann man das Kreuzkraut nicht ausrotten?

Im Gegensatz zum Riesenbärenklau oder zur Ambrosia handelt es sich beim Kreuzkraut nicht um einen Neophyten, also um eine Pflanze, die erst der Mensch aus anderen Ländern in unsere Region eingeführt hat. Das Kreuzkraut ist eine heimische Pflanze, die es bei uns schon immer gab. Deshalb wolle man die Pflanze auch nicht ausrotten, wohl aber eine stärkere Ausbreitung verhindern.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019