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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 17.11.2020

Biodiversitätsberatung im Unterallgäu

Biodiversität bedeutet Vielfalt - die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Wasser und in der Luft. Wie diese Vielfalt im Unterallgäu erhalten und weiter ausgebaut werden kann, dazu berät unsere Biodiversitätsberaterin Fabienne Finkenzeller.  Die Umweltingenieurin steht allen Landwirten und Kommunen, aber auch anderen Flächeneigentümern und Verbänden als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Fragen und Antworten

Wer kann sich an die Biodiversitätsberatung wenden?

Die Biodiversitätsberatung richtet sich vor allem an Landwirte, an sie können sich aber auch Kommunen, Flächeneigentümer und Verbände wenden.

Bei der Beratung kann es beispielsweise um eine Wiese gehen, die schwierig zu bewirtschaften ist und künftig „extensiv“ genutzt werden soll - also deutlich weniger oft gemäht wird. In einem solchen Fall sind Förderungen möglich, um den geringeren Ertrag auszugleichen.

Die Unterallgäuer Kommunen wiederum können auf die Biodiversitätsberaterin zukommen, wenn es etwa darum geht, wie Ausgleichsflächen sinnvoll ökologisch aufgewertet und gepflegt werden können oder wie Ökokonten angelegt und genutzt werden.

Wann immer möglich, will sich die Biodiversitätsberaterin vor Ort ein Bild von der konkreten Situation machen. Dabei geht es um die Frage, welche Maßnahmen genau an diesem Standort sinnvoll sind, aber eben auch, welche Förderungen hier möglich wären.

Warum brauchen wir Biodiversität?

Die natürliche Vielfalt ist die entscheidendste Lebensgrundlage. Einmal für uns Menschen, denn wir leben von Luft, Wasser und Nahrung. Biodiversität ist nicht nur eine biologische Tatsache, sondern auch ein Wert, der für Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft von großer Bedeutung ist.

Für Pflanzen und Tiere ist die genetische Vielfalt überlebenswichtig, um sich den ständig ändernden Umweltbedingungen wie beispielsweise dem Klima anzupassen. Erfolgt die Anpassung nicht oder zu wenig, kann das im Extremfall zum Aussterben einer Population oder einer Art führen.

Nicht zuletzt profitiert jeder Einzelne von einer intakten Natur in ihrer ganzen Vielfalt.

Wodurch wird Biodiversität gefährdet?

Seit Jahren verzeichnen viele Arten und Lebensräume negative Entwicklungstrends und das in hoher Geschwindigkeit. Dies liegt mitunter an menschlichen Aktivitäten. Je dichter ein Land besiedelt wird und je stärker es bewirtschaftet wird, desto höher ist der Druck auf die Biodiversität. Lebensraumverlust, Zerschneidung der Lebensräume - beispielsweise durch Straßen und Städte, intensive Land- und Forstwirtschaft, die Zunahme von invasiven Arten, Schadstoffeinträge und letztlich auch der Klimawandel - all das sind Gründe für die sinkende Biodiversität.

Was können wir für die Biodiversität tun?

Jeder Einzelne kann etwas tun, um die Biodiversität zu fördern - sei es beispielsweise im privaten Garten oder als Landwirt auf der eigenen Hofstelle.

Bei der Biodiversitätsberatung stehen die Kern- und Schwerpunktgebiete des Naturschutzes im Fokus, wie beispielsweise „Natura 2000“- Gebiete.
Eine Vielzahl an Maßnahmen für den Flächenschutz sowie den Arten- und Biotopschutz bilden dabei den Aufgabenschwerpunkt:

  • Maßnahmen zum Biotopverbund wie das Schaffen von Gewässerrandstreifen, Hecken, Blühstreifen, Extensivierung von Wiesen und Weiden, Anlage von Altgrasstreifen und vieles mehr
  • Artenhilfsprogramme für beispielsweise Brachvogel, Kiebitz, Zauneidechse und Bachmuschel
  • Beratung und Unterstützung von Flächeneigentümern, Bewirtschaftern, Kommunen und Verbänden bei der ökologischen Aufwertung von Flächen sowie zur naturschonenden Landnutzung - dazu zählen beispielsweise Flächen aus dem Vertragsnaturschutzprogramm, Ausgleichsflächen und Ökokontoflächen
  • Beratung bei Förderprogrammen für Landwirte und Forstbetreiber (Vertragsnaturschutz VNP, VNP Wald und Landschafts- und Naturpark-Richtlinie LNPR - nähere Informationen dazu finden Sie unter "Förderprogramme")
  • Erkennen und Sichern der biologischen Vielfalt auf Flächen
  • Entwicklung naturschutzfachlich sinnvoller Ideen und Maßnahmen vor Ort
  • Hilfestellung bei der praxistauglichen Umsetzung von Maßnahmen
  • Erhalt und Förderung wertvoller Ökosystemleistungen
Warum ist es so wichtig, einen Biotopverbund zu schaffen?

Der Biotopverbund spielt bei der Förderung der Biodiversität eine zentrale Rolle. Ziel eines Biotopverbundes ist die nachhaltige Sicherung der heimischen Arten und Artgemeinschaften sowie die Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger Lebensräume. Dabei stehen die spezifischen ökologischen und räumlich-funktionalen Ansprüche der Arten an ihren Lebensraum im Vordergrund.

Verbundsysteme sollen den genetischen Austausch zwischen den Populationen sichern, sowie natürliche Ausbreitungs- und Wiederbesiedelungsprozesse stärken. 

Der Biotopverbund kann beispielsweise gestärkt werden durch die Förderung von Hecken, Alleen oder blütenreichen Uferrandstreifen entlang von Gewässern, Wiesen und Äckern, Wäldern und Rainen. Auch die Förderung blütenreicher extensiv bewirtschafteter Wiesen trägt maßgeblich zur Biodiversitätsförderung bei.

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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 17.11.2020