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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 03.06.2026

Gebäude und Grundstück klimagerecht gestalten

Als Bauherrin oder Bauherr sehen Sie sich wahrscheinlich mit zahlreichen Vorgaben konfrontiert, etwa mit den örtlichen Bauvorschriften und dem Gebäudeenergiegesetz. Dennoch liegen viele Entscheidungen in Ihrer Hand und Sie können Ihr Gebäude und Grundstück aktiv gestalten – auch im Hinblick auf den Klimaschutz und den Klimawandel. Das gilt sowohl für den Neubau als auch für den Bestand, auch wenn bei einer Sanierung und Modernisierung der Spielraum geringer ist.

Von vielen Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, profitieren Sie ganz unmittelbar: Zum Beispiel geht ein niedriger Energiebedarf in der Regel mit geringen Energiekosten einher. Zudem wird es immer wichtiger, sich vor den nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels zu schützen, etwa vor Hitze und Schäden durch Starkregen. 

Nachfolgend haben wir für Sie Tipps für eine energieeffiziente, klima- und umweltfreundliche sowie klimawandelangepasste Gebäude- und Grundstücksgestaltung zusammengestellt. Wenn Sie sich detaillierter mit einzelnen Aspekten beschäftigen möchten, finden Sie zudem weiterführende Informations- und Beratungsangebote. Ebenso haben wir Infos zur Förderung aufgelistet. 

Sie können die Informationen auch gebündelt als Kurzbroschüre herunterladen oder über den untenstehenden Blätterkatalog betrachten. In gedruckter Form zum Mitnehmen erhalten Sie die Broschüre im Landratsamt Unterallgäu, in zahlreichen Gemeinden und in den Unterallgäuer Energieberatungsstellen.  

Wir empfehlen Ihnen, sich von einem Energieberater unterstützen zu lassen beziehungsweise frühzeitig mit Ihrem Architekten oder Planer über die in dieser Broschüre aufgeführten Aspekte zu sprechen. Auch eine Baubegleitung durch einen Experten kann sinnvoll sein.

Grundriss

Gestalten Sie bei einem Wohnhaus den Grundriss so, dass man es später umbauen kann, zum Beispiel zu zwei Wohneinheiten, wenn die Kinder ausgezogen sind. Dann lässt sich das gesamte Gebäude lange nutzen. 

Nachhaltige Baustoffe

Verwenden Sie nachhaltige Baustoffe aus recycelten Materialien oder nachwachsenden Rohstoffen, idealerweise aus der Region.

Energiebedarf

Minimieren Sie den Energiebedarf:

  • Im Neubau ist ein Passivhaus oder die Effizienzhaus-Stufe KfW 40 empfehlenswert, bei Sanierung sollte ebenfalls eine möglichst gute Effizienzhaus-Stufe angestrebt werden.
  • Wählen Sie eine kompakte Baukörperform ohne viele herausstehende Bauteile.
  • Achten Sie auf eine gut gedämmte, luftdichte Gebäudehülle ohne Wärmebrücken und mit dreifachverglasten Fenstern. Lassen Sie die Luftdichtheit mit einem Blower-Door-Test prüfen. Eine gute Dämmung reduziert nicht nur den Energiebedarf, sondern dient im Sommer auch als Hitzeschutz.
  • Gestalten Sie die Gebäudeausrichtung, Fenster und Verschattungsmaßnahmen so, dass Sie im Winter die Wärme der Sonne nutzen können, im Sommer aber das Gebäude nicht überhitzt.
  • Setzen Sie effiziente Haustechnik ein. Machen Sie sich Gedanken über das Thema Lüftung - bauen Sie gegebenenfalls eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ein. Lassen Sie bei einem wassergebundenen Heizsystem einen hydraulischen Abgleich vornehmen, um einen effizienten Betrieb sicherzustellen. Prüfen Sie, wie viel Haustechnik sinnvoll ist. Denken Sie hierbei auch an Reparatur- und Wartungskosten.
Erneuerbare Energien

Decken Sie Ihren Strom- und Wärmebedarf durch erneuerbare Energien. Wenn Sie Photovoltaik und Solarthermie nutzen möchten, achten Sie auf eine passende Gebäudeausrichtung sowie Dach- und Dachfenstergestaltung. Auf einem Flachdach kann eine Dachbegrünung die Produktivität einer PV-Anlage durch die Kühlwirkung erhöhen, da die Leistung einer PV-Anlage bei Hitze zurückgeht. 

Hitze

Setzen Sie Maßnahmen gegen Hitze um:

  • Reduzieren Sie den sommerlichen Wärmeeintrag ins Gebäude durch eine gute Dämmung, eine passende Gebäudeausrichtung und Fenstergestaltung (Größe, Form, Position, gegebenenfalls Sonnenschutzverglasung), einen außenliegenden Sonnenschutz und eine bauliche Verschattung (etwa Dachüberstand oder Balkon).
  • Wählen Sie helle Materialien für Gebäude, Terrassen, Wege, Stellplätze und Zufahrten und halten Sie die Versiegelung gering.
  • Nutzen Sie Pflanzen auf dem Grundstück, auf Dächern und an Fassaden zur Verschattung und Kühlung. Achten Sie auf Arten, die voraussichtlich gut mit den künftigen Klimabedingungen zurechtkommen (zum Beispiel trockenheitstolerante, windfeste Arten).
Stürme

Schützen Sie sich gegen Schäden durch Stürme:

  • Verzichten Sie auf windempfindliche Gebäudeformen und -elemente und sichern Sie Dachziegel mit Sturmklammern.
  • Pflanzen Sie windfeste Gehölze; prüfen Sie bestehende Gehölze regelmäßig auf Standfestigkeit.
Hagel

Schützen Sie Ihr Gebäude vor Hagelschäden, indem Sie widerstandsfähige Baumaterialien verwenden.

Starkregen und Überschwemmungen

Vermeiden Sie Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen:

  • Bauen Sie Ihr Gebäude auftriebssicher und den Keller wasserdicht. Bei Bestandsgebäuden ist eventuell eine nachträgliche Abdichtung möglich. Setzen Sie zudem wasserdichte oder wasserhemmende Kellerfenster ein.
  • Bringen Sie die Haustechnik und elektrische Geräte im Keller erhöht oder im Erdgeschoss an.
  • Bauen Sie eine Rückstausicherung ein.
  • Bringen Sie Hauseingänge und Fenster möglichst oberhalb des Straßenniveaus an oder schützen Sie tieferliegende Gebäudeöffnungen, etwa durch Aufkantungen oder Schotten.
  • Bringen Sie Außensteckdosen erhöht an.
  • Versiegeln Sie möglichst wenig Fläche und wählen Sie durchlässige Bodenbeläge, zum Beispiel Rasenfugenpflaster oder Schotterrasen. Vielleicht können Sie auch eine Versickerungsmulde auf dem eigenen Grundstück anlegen. Durch die Versickerung vor Ort entlasten Sie die Kanalisation. Dazu trägt auch das Sammeln von Regenwasser in Tonnen oder Zisternen bei. Auch eine Dachbegrünung und Bepflanzung des Gartens kann Niederschlag zurückhalten und den Abfluss verzögern.
Regenwasser

Um Trinkwasser zu sparen, sollten Sie Regenwasser zum Gießen verwenden. Prüfen Sie auch, ob Sie die Toilettenspülung mit Regenwasser betreiben wollen. Alternativ gibt es heutzutage auch sehr sparsame WC-Keramik.

Biologische Vielfalt

Unterstützen Sie die biologische Vielfalt:

  • Wählen Sie Pflanzen, die Nahrung und Lebensraum für Tiere bieten.  
  • Errichten Sie Vogel- und Fledermauskästen sowie Insektenhotels, da Tiere in modernen Bauten ohne Nischen und Spalten oft keinen Raum mehr finden. 

Vorträge
Beratung
  • Die Fachstelle für Klimaschutz organisiert kostenfreie Beratungen zu verschiedenen Themen. Aktuelle Termine finden Sie im Bereich Solaroffensive Unterallgäu und Wärmeoffensive Unterallgäu.
  • Außerdem gibt es im Unterallgäu mehrere Energieberatungsstellen vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) und der Verbraucherzentrale. Dort erhalten Sie eine kostenfreie Beratung rund ums Bauen, Sanieren, Heizen, zu erneuerbaren Energien, passenden Förderprogrammen sowie zur Anpassung des Gebäudes an den Klimawandel. Ihre nächstgelegene Beratungsstelle können Sie auf dieser Internetseite von eza! ermitteln. Sie können sich alternativ telefonisch, online oder zuhause beraten lassen. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Internetseite von eza!.
  • Auch die bei der Bayerischen Architektenkammer eingetragenen Energieberater stehen als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Einen Energieberater in Ihren Nähe finden Sie über die Suche auf der Internetseite der Architektenkammer.
  • Die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu hilft Ihnen gerne weiter zum Thema Bepflanzung, auch unter dem Aspekt der klimatischen Veränderungen. Ansprechpartner ist Markus Orf (Telefon 08261 995-256).
Infos und Vorschriften zum Bauen
  • Auf unserer Homepage finden Sie bei Bauen und Wohnen allgemeine Infos rund ums Bauen.
  • Zu örtlichen Bauvorschriften wenden Sie sich bitte direkt an das Bauamt in Ihrer Gemeinde oder Verwaltungsgemeinschaft.
Solarkataster

In unserem Solarkataster können Sie mit wenigen Klicks herausfinden, ob Ihr Dach für Photovoltaik und Solarthermie geeignet ist und eine erste Konfiguration mit Wirtschaftlichkeitsberechnung vornehmen. Auch eine Wärmepumpe, ein E-Auto und ein Speicher lassen sich berücksichtigen.

Um herauszufinden, welche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zu Ihrem Vorhaben passen und am wirtschaftlichsten sind, sollten Sie sich beraten lassen, zum Beispiel von einem Energieberater, Ihrer Bank oder einem Steuerberater. Einige Möglichkeiten haben wir Ihnen nachfolgend aufgelistet. Sie können sich außerdem zum Beispiel auch in dieser Broschüren von eza! informieren.

Bitte beachten Sie generell bei Förderprogrammen: Wenn Sie eine Förderung nutzen möchten, dürfen Sie in der Regel nicht vor der Förderzusage mit der zu fördernden Maßnahme beginnen.

Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude

Über die Bundesförderung Energieberatung für Wohngebäude wird eine detaillierte Energieberatung gefördert, bei der ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt wird. Mit einem Sanierungsfahrplan erhalten Sie anschließend auch höhere Fördersätze bei der Förderung von Sanierungsmaßnahmen. Zuständig für die Förderung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Das aktuell zentrale Förderprogramm für klimafreundliches Bauen und Sanieren ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude:

  • Für den Neubau und Erstkauf klimafreundlicher Gebäude und Eigentumswohnungen gibt es über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite.
  • Wenn Sie ein Gebäude zum Effizienzhaus sanieren oder ein frisch zum Effizienzhaus saniertes Gebäude kaufen, können Sie einen Kredit mit Tilgungszuschuss von der KfW bekommen.
  • Für einzelne Sanierungsmaßnahmen gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Kredite. Gefördert werden zum Beispiel Maßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik, Optimierungen am Heizsystem, der Einbau eines klimafreundlichen Heizsystems oder der Anschluss an ein Wärmenetz. Zuständig für die Zuschüsse zu den Einzelmaßnahmen (außer Heizsystem) ist das BAFA, für Zuschüsse zum Heizsystem sowie Kredite die KfW.
  • Auch für Fachplanungen und eine Baubegleitung ist eine Förderung möglich.
  • Weitere Infos finden Sie bei der KfW sowie beim BAFA.
Dorferneuerung

Falls in Ihrer Gemeinde eine sogenannte Dorferneuerung stattfindet oder geplant ist, besteht eventuell die Möglichkeit, über das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm auch einen Zuschuss für Baumaßnahmen an privaten ländlichen Gebäuden sowie für die Gestaltung von Vorbereichs- und Hofräumen (beispielsweise auch Entsiegelung) zu beantragen. Ansprechpartner ist das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben.

Förderung durch die Gemeinde

Fragen Sie auch bei Ihrer Gemeinde nach, ob diese eine Förderung anbietet. 

Einkommenssteuererklärung

Kosten für Sanierungsmaßnahmen an selbst genutzten Wohngebäuden und Wohnungen können Sie zudem bei der Einkommenssteuererklärung angeben. Infos dazu finden Sie auch in dieser Broschüre von eza! 

Wer nachhaltig bauen oder sanieren möchte, sollte sich auch intensiver mit der Baustoffwahl beschäftigen. Hilfestellung bietet eine Online-Vortrag der Fachstelle für Klimaschutz am Dienstag, 23. Juni 2026, von 18.30 bis circa 20.30 Uhr. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Waren diese Infos nützlich? Lassen Sie uns gerne wissen, ob unsere Broschüre zur Gebäude- und Grundstücksgestaltung beziehungsweise die Informationen auf dieser Homepage nützlich für Sie waren oder was wir verbessern können. Rufen Sie dazu hier unser Feedback-Formular auf.

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