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Wildbret vermarkten

Bei der Vermarktung von Wildbret sollte man einiges beachten. Foto: Petra Kohlstädt - Fotolia.com

Sie haben den Jagdschein gemacht und interessieren sich jetzt dafür, inwiefern Sie die erlegten Tiere verkaufen dürfen? Dann sind Sie auf dieser Seite richtig. Grundsätzlich müssen Sie wissen, dass bei der Vermarktung von Wild zwischen freilebendem Wild und Gehegewild unterschieden werden muss. Bei besonders großen Gehegen mit ausreichender Deckung und Futtergrundlage kann man sich allerdings eine Gleichstellung mit freilebendem Wild anerkennen lassen.      

Einige grundlegende Informationen zu diesem Thema haben wir hier für Sie zusammengestellt. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen einfach an uns.  

Informationen rund um die Jagd im Unterallgäu und den bayerischen Jagdschein finden Sie hier.   

Fragen und Antworten

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Welche Möglichkeiten gibt es, freilebendes Wild zu vermarkten?

Ein sachkundiger Jäger darf Wild oder Wildfleisch nach dem Erlegen in der Menge der Tagesstrecke an Endverbraucher oder Einzelhandelsbetriebe im Umkreis von 100 Kilometern um den Erlegeort oder den Wohnort des Jägers abgeben. Hierbei genügt es, wenn der Jäger das Wild selbst vor und nach dem Erlegen auf Veränderungen untersucht und eine hygienische Behandlung des Wildbrets sicherstellt.

Stellt der Jäger Veränderungen fest, so muss das erlegte Tier einschließlich der Organe dem amtlichen Tierarzt zur Fleischuntersuchung vorgestellt werden. Darüber hinaus darf ein kundiger Jäger, also ein Jäger mit besonderer Schulung, das Wild an zugelassene Betriebe abgeben. Hierbei muss dem Wildtierkörper eine Bescheinigung der kundigen Person beigefügt werden.

Soll das Fell vom Wildkörper entfernt ("aus der Decke schlagen") und zerlegt werden (Abgabe von Fleisch), ist eine Registrierung dieser Tätigkeiten und der dazu benutzten Räumlichkeiten beim Landratsamt erforderlich. Bitte setzen Sie sich in diesem Fall mit dem Veterinäramt oder der Lebensmittelüberwachung in Verbindung.

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Weil die Zahl der Wildschweine stetig zunimmt, unterstützt der Landkreis Unterallgäu Jäger, die hier regulierend eingreifen. Unter welchen Bedingungen erhalten Jäger Unterstützung?

Jäger können seit 1. Januar 2014 zehn Euro für jedes erlegte und verwertbare Wildschwein erhalten. Ab Juli 2016 sind es 20 Euro. Ziel der Regelung ist es, eine kontrollierte und koordinierte Regulierung der Wildschweinpopulation zu gewährleisten.

Den Zuschuss gibt es unter folgenden Bedingungen:

  • Das Schwarzwild muss in einem Revier im Unterallgäu geschossen worden sein.
  • Der Revierinhaber ist allein antragsberechtigt (nicht der Schütze). Wie dieser das Geld an den Schützen weitergibt, ist intern zu regeln.
  • Der Revierinhaber muss mit dem Revier Mitglied in dem betreffenden Schwarzwild-Arbeitskreis sein und bereit sein, mit seinem Revier an den von dem AK organisierten, revierübergreifenden Drückjagden teilzunehmen. Diese Arbeitskreise gehen das Problem steigender Schwarzwildbestände organisationsübergreifend an und entwickeln gemeinsam Strategien.
  • Die Auszahlung erfolgt ein- höchstens zweimal im Jahr. Es gibt einen Sammelantrag. Darin sind die einzelnen Abschusstage einzutragen.
  • Das Wildschwein muss verwertbar sein und in einer für den Landkreis zugelassenen Trichinenuntersuchungsstelle untersucht worden sein. Nachweise für die Zulassung der Untersuchungsstellen in Pfaffenhausen und Bad Wörishofen sind nicht erforderlich, allerdings für die Untersuchungsstellen in Zadels und Memmingen.

Antrag auf Unterstützung zum Herunterladen: 

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Welche allgemeinen Anforderungen gibt es an das Schlachten von Gehegewild?

Hierzulande wird Gehegewild (neue Bezeichnung: Farmwild) zum Zweck der Lebensmittelgewinnung üblicherweise nicht lebend zu einem Schlachtbetrieb befördert, sondern im Gehege geschossen. Man spricht dabei nicht von Erlegen, sondern von Töten mit anschließendem Schlachten. Möchte man ein Tier im Gehege schießen, muss für jede Person, die schießen soll, eine besondere Erlaubnis nach dem Waffenrecht vorliegen. Außerdem ist für das Töten im Gehege, also außerhalb des Schlachtbetriebes, eine allgemeine Genehmigung nach dem Lebensmittelrecht erforderlich. Seit kurzem benötigen die Schießenden - auch Jäger - eine spezifische Sachkunde für diesen Zweck. Bitte setzen Sie sich dazu mit dem Veterinäramt in Verbindung.

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Was gilt darüber hinaus für die Vermarktung von Gehegewild?

Soll Gehegewild/Farmwild an Endverbraucher oder Einzelhandelsbetriebe abgegeben werden, muss der zuständige amtliche Tierarzt eine sogenannte Bestandsbesichtigung durchführen. Zur Bestandsbesichtigung gehört die Begutachtung des Gesundheitszustandes der Herde, eine Einsichtnahme in das Bestandsbuch und die Überprüfung einer Erklärung des Gehegebesitzers/Farmwildhalters. In der Erklärung muss der Gehegebesitzer/Farmwildhalter unter anderem Angaben zum Gesundheitszustand und zum Arzneimitteleinsatz machen.

Nach dem Töten durch Gewehrschuss und Ausbluten im Gehege muss das Tier in sonst unversehrtem Zustand innerhalb von zwei Stunden in einen dafür zugelassenen Betrieb/Metzgerei befördert und dort ausgenommen werden. Den Schlachttierkörper müssen beim Transport die Bescheinigung des amtlichen Tierarztes über die Bestandsbesichtigung und die Erklärung des Gehegebesitzers/Farmwildhalters begleiten. Im zugelassenen Betrieb erfolgt dann die Fleischuntersuchung durch den Tierarzt.

Ein Muster der Erklärung für Gehegebesitzer/Farmwildhalter finden Sie hier. Bei Fragen wie und unter welchen Umständen das so gewonnene Fleisch anschließend in Verkehr gebracht werden kann, wenden Sie sich bitte direkt an uns.

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Wer darf Proben entnehmen, um Fleisch auf Trichinen (Fadenwürmer) zu untersuchen?

Nach geltendem Recht müssen alle Schlachttiere, die Träger von Trichinen (Fadenwürmer) sein können, daraufhin untersucht werden. Darunter fallen auch Schwarzwild und Dachs. Die Untersuchung führt der amtliche Tierarzt/Fleischbeschauer durch. Auch ein Jäger kann Proben entnehmen und kennzeichnen. Er muss dies jedoch beim Landratsamt beantragen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Er muss Inhaber eines gültigen Jagdscheines sein,
  • an der vorgeschriebenen Schulung teilgenommen haben
  • und die erforderliche Zuverlässigkeit für diese Tätigkeit besitzen.

Die Erlaubnis, selbst Proben entnehmen zu dürfen, erhalten Sie entweder beim Landratsamt in Ihrem Jagdrevier oder beim Landratsamt an Ihrem Wohnort. Pro Revier können auch mehrere Personen beauftragt werden. Einen Antrag finden Sie hier.

Eine Übersicht der Stellen, die die entnommenen Proben untersuchen, finden Sie hier.

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Was muss ich als Jäger beachten, wenn ich selbst Proben entnehme, um sie auf Trichinen untersuchen zu lassen?

  • Laut Vorschrift müssen Sie bei Selbstentnahme der Probe eine Wildmarke am Bauch oder Brustkorb des Schwarzwildes oder Dachses anbringen und einen sogenannten Wildursprungsschein ausfüllen. Marken und Scheine können Sie beim Landratsamt erwerben. Ein Formular finden Sie Initiates file downloadhier. Erlischt die Erlaubnis, müssen Sie nicht verwendete Wildmarken und Wildursprungsscheine zurückgeben.
  • Für jedes Tier müssen Sie eine eigene Wildmarke mit Wildursprungsschein verwenden. Den Wildursprungsschein müssen Sie zusammen mit der Probe und allen Durchschriften bei der Untersuchungsstelle abgeben. Das Wildbret dürfen Sie keinesfalls vor Abschluss der Untersuchung an Dritte abgeben oder für den Eigenverbrauch verwenden. Das wäre eine Ordnungswidrigkeit. Das Fleisch muss solange im Kreisgebiet und beim Probenehmer bleiben, bis das Ergebnis vorliegt.
  • Ist die Untersuchung abgeschlossen, dürfen Sie das erlegte Wild nur für den eigenen häuslichen Verbrauch verwenden oder als „kleine Menge“ abgeben. Als „kleine Menge“ gilt die Menge, die der Jäger an einem Tag erlegt hat.
  • Nicht zulässig ist eine selbständige Entnahme der Trichinenprobe, wenn Sie das Wild an zugelassene Wildverarbeitungsbetriebe abgeben.
  • Die Probenahme beschränkt sich nicht auf selbst erlegte Tiere und ist somit auch bei Drückjagden möglich.
  • Der beauftragte Jäger darf keine Probe entnehmen, wenn bedenkliche Merkmale vorliegen. Was bedenkliche Merkmale sind, entnehmen Sie der tierischen Lebensmittel-Hygieneverordnung, Anlage 4. Opens external link in new windowHier werden Sie zum Gesetzestext weitergeleitet. 
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Was muss man bei einer Hausschlachtung von Gehegewild zusätzlich beachten?

Für Gehegewild/Farmwild gilt (wie bei Hausschlachtungen), dass es ohne besondere hygienische Anforderungen nur dann getötet und geschlachtet werden darf, wenn es ausnahmslos im eigenen Haushalt verwendet wird. Aber auch, wenn das geschlachtete Wild ausschließlich im eigenen Haushalt verwertet wird, muss es der Gehegebesitzer/Farmwildhalter rechtzeitig vor dem Abschuss beim zuständigen amtlichen Tierarzt zur Untersuchung anmelden. Eine Fleischuntersuchung („Fleischbeschau“) nach dem Töten ist auf jeden Fall erforderlich. Wie bei der Hausschlachtung kann aber auch eine „Lebendbeschau“, also eine Bestandsbesichtigung, notwendig sein.

Formulare und Anträge zum Herunterladen

 

Ansprechpartner

Vermarktung von Wildbret

Dr. Armin Randelzhofer
Telefon: (08261) 995-388

Vermarktung von Wildbret

Dr. Christine Schramme
Telefon: (08261) 995-217

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