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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.09.2019

Schädlinge

Im Unterallgäu gibt es verschiedene Schädlinge. Auf dieser Seite haben wir Informationen zum Buchsbaumzünsler, zum Eichenprozessionsspinner und zur Kirschessigfliege zusammengestellt.

Der Buchsbaumzünsler ist erstmals im Jahr 2006 in Deutschland aufgetreten. Inzwischen ist er auch im Unterallgäu angekommen. Der Schädling befällt Buchsbäume und kann diese zum Absterben bringen. Um das zu verhindern, sollten Gartenbesitzer bei einem Befall der Ziersträucher schnell reagieren.

Fragen und Antworten

Woher kommt der Schädling?

Der Buchsbaumzünsler wurde vermutlich durch Pflanzenimporte aus Asien nach Europa eingeschleppt. Seitdem breitet sich der Schädling immer weiter aus und frisst Buchsbäume kahl. Auch das Unterallgäu ist betroffen.

Welchen Schaden richtet der Buchsbaumzünsler an?

Buchsbäume können bei starkem Befall durch den Buchsbaumzünsler absterben. Sie können sich aber auch wieder erholen.

Die Larven des Zünslers verstecken sich in dichten Gespinsten. Oftmals sind grüne Kotkrümel an den Fraßstellen zu finden. Bei starkem Befallsdruck werden nicht nur die Blätter, sondern auch die Rinde angefressen. Von den Blättern bleiben dann nur vertrocknete Reste übrig.

Wie vermehrt sich der Buchsbaumzünsler?

Der Buchsbaumzünsler kann in warmen Jahren bis zu vier Generationen pro Jahr ausbilden.

Die hellbraun-weiß gefärbten Falter werden circa vier Zentimeter groß und schillern violett. Es können auch rein braune Formen auftreten. Die Lebenserwartung der Falter liegt bei etwa neun Tagen.

Die Weibchen legen bis zu 150 Eier. Diese werden auf der Blattunterseite der äußeren Blätter in unscheinbaren, gelblichen Eigelegen mit etwa 20 Eiern abgelegt. Die Raupen werden viereinhalb Zentimeter lang und durchlaufen sechs bis sieben Larvenstadien. Nach Durchlaufen der Larvenstadien verpuppen sich die Raupen in einem mit den Blättern versponnenen Kokon.

Der Buchsbaumzünsler überwintert als Larve geschützt in einem Gespinst. Er kann Temperaturen von bis zu minus 12 Grad überleben. Nach der Überwinterung der jungen Larven beginnt im März/April ein erneuter Fraß. Nach der Puppenruhe Ende Mai ist in der ersten Junihälfte mit dem Flug der ersten Faltergeneration zu rechnen.

Was kann man gegen den Schädling tun?

Buchsbäume sollten regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden. Die Raupen befinden sich vorwiegend im Pflanzeninneren und sind aufgrund ihrer guten Tarnung oft schwer zu erkennen. Die Tiere sind viereinhalb Zentimeter lang, gelbgrün und haben einen schwarzen Kopf. Befallene Pflanzen sind meist beige-gelblich, haben kaum noch Blätter und sind häufig von den Raupen eingespinnt.

Die Raupen sollten abgesammelt und deren Gespinste herausgeschnitten werden. Man kann den Buchs auch mit einem Hochdruckreiniger abspritzen, wobei auch das Innere der Pflanze erfasst werden muss. Entfernte, befallene Pflanzenteile beziehungsweise abgeschwemmt Raupen müssen in Säcke verpackt und über den Restmüll entsorgt werden. Wer größere Mengen entsorgen muss, kann die Säcke zur Umladestation in Breitenbrunn bringen oder das Schnittgut abgedeckt bei bestimmten Entsorgungsbetrieben anliefern. An den Wertstoffhöfen werden befallene Pflanzen nicht angenommen. Möglich ist auch eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln. Diese sollten aber nur Personen mit Fachwissen verwenden. Denn die Mittel können nur wirken, wenn die Pflanze richtig behandelt wird.

Günstige Bekämpfungszeiträume sind zum einen die zweite Aprilhälfte gegen die überwinternden Raupen des Vorjahres und zum anderen Anfang Juli gegen die Raupen der neuen Generation. Um einen Bekämpfungserfolg zu erzielen, müssen die Raupen ihren geschützten Winterkokon bereits verlassen haben und frei an den Blättern fressen.

Außerdem kann durch den jährlichen Rückschnitt im Frühjahr und Herbst bereits ein Teil der jungen Raupen entfernt werden.

 

Welche Alternativen gibt es zum Buchs?

Da man davon ausgehen muss, dass der Buchsbaumzünsler bei uns nicht mehr ausrottbar ist, kann man auch Alternativen pflanzen. Pflanzzeit ist idealerweise im Herbst. Folgende Pflanzen bieten sich an:

Eibe (Taxus baccata)

Bei der Eibe handelt es sich um ein immergrünes Nadelgehölz. Sie erreicht eine Höhe von zwei bis zehn Meter. Die Nadeln der Eibe sind dunkelgrün und glänzend. Fast alle Pflanzenteile der Eibe sind stark giftig. Die anspruchslose Eibe kommt mit einem sonnigen bis schattigen Standort zurecht. Wegen ihrer guten Schnittverträglichkeit und ihres dichten und langsamen Wuchses wird die Eibe oft als Sichtschutzhecke oder für Formschnitte verwendet.                                                               

Buchsblättrige Berberitze „Nana“ (Berberis buxifolia „Nana“)

Die immergrüne, kompakt wachsende Berberitze besitzt blau-dunkelgrüne, elliptische, ledrige Blätter. Sie erreicht eine Höhe von 30 bis 50 Zentimeter. Im Zeitraum von Mai bis Juni kommen orangegelbe, einfache Blüten zum Vorschein. Allerdings blüht und fruchtet diese Zwergform eher selten. Die Berberitze ist anspruchslos an den Boden und benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Verwendung findet diese Zwergform oft in Steingärten, auf dem Friedhof oder als kleine Hecke.

Heckenkirsche (Lonicera nitida)

Die Heckenkirsche ist ein immergrünes Gehölz, das eine Höhe von 70 Zentimeter bis zu einem Meter erreicht. Die Blätter sind klein, oval und glänzend. Im Mai erscheinen unscheinbare cremeweiße Blütchen, die leicht duften. Der Standort der Heckenkirsche sollte sonnig bis halbschattig und windgeschützt sein. Ansonsten ist die Heckenkirsche anspruchslos an den Boden. Durch ihre gute Schnittverträglichkeit eignet sich diese auch für Formschnitte.

Zwergliguster (Ligustrum vulgare „Lodense“)

Dieser meist wintergrüne Zwergstrauch erreicht eine Höhe von 50 bis 70 Zentimeter. Die Blätter sind tiefgrün, schmal, elliptisch und drei bis fünf Zentimeter lang. Im Winter färben sich diese durch Kälteeinfluss bronzefarben. Im Zeitraum von Juni bis Juli bildet der Strauch weiße, rispenförmige Blüten aus, die auch von Bienen angeflogen werden. Ab August bilden sich dann schwach giftige schwarze Beeren aus. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten stellt der Liguster keine besonderen Ansprüche an den Boden. Verwendet wird er für kleine Hecken und Randstreifen.

Kriechspindelstrauch (Euonymus fortunei)

Beim Spindelstrauch handelt es sich um einen immergrünen Kleinstrauch, der auch als Bodendecker verwendet werden kann. Er wird 25 bis 40 Zentimeter hoch. Je nach Sorte sind die Blätter verschieden ausgefärbt. Die Blätter sind elliptisch bis oval. Die Blüte ist unscheinbar und erscheint von Juni bis Juli. Die Früchte der Pflanze sind ebenfalls unauffällig. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten stellt der Spindelstrauch keine besonderen Ansprüche. Der Spindelstrauch sollte ein bis zwei Mal im Jahr geschnitten werden, um diesen in der gewünschten Form zu halten. Geeignete Sorten sind zum Beispiel „Emerald Gold“, „Emerald Gaiety“ oder „Silver Queen“.

Spiraea (Spiraea Japonica)

Je nach Sorte können Spiersträucher zwischen 45 Zentimeter und einen Meter hoch werden. Die Sträucher sind laubabwerfend. Im Zeitraum von Juni bis September erscheinen doldenförmige Blüten. Je nach Sorte können diese weiß, rosa bis pink ausgefärbt sein. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten stellen die Sträucher keinen besonderen Anspruch an den Standort, zudem sind sie gut schnittverträglich. Geeignete Sorten sind zum Beispiel „Anthony Waterer“, „Albiflora“, „Magic Carpet“, „Little Princess“, „Golden Princess“ und „Shirobana“.

Japanische Stechpalme (Ilex crenata)

Auf Grund der ähnlichen Optik zum Buchs ist die Japanische Stechpalme eine mögliche Alternative. Diese kann eine Höhe von zwei bis drei Meter erreichen. Die Japanischen Stechpalme besitzt dunkelgrüne, elliptische geformte Blätter. Im Zeitraum von Mai bis Juni trägt sie mattweiße, unauffällige Blüten von eher geringer Größe. Schwarze Früchte erscheinen von September bis November. Die Stechpalme ist ein immergrünes, gut schnittverträgliches Gehölz, das für den Halbschatten geeignet ist. Der Boden sollte durchlässig und schwachsauer sein. Jedoch sollte man zugige Standorte meiden, da die Stechpalme im Winter empfindlich auf Wind reagiert.

Der Eichenprozessionsspinner ist klimabedingt auch im Unterallgäu auf dem Vormarsch. Die Haare der Raupe sind giftig. Deshalb sollte man befallene Eichen dem Landratsamt melden und Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner ergreifen. Wenden Sie sich an das Landratsamt, damit gesichert festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um den Eichenprozessionsspinner handelt. Außerdem muss die Ausbreitung der Tiere dokumentiert werden.

Fragen und Antworten

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Der Eichenprozessionsspinner kam früher vor allem in Franken vor. Inzwischen tritt er aber in weiten Teilen Bayerns auf - auch im Unterallgäu. Im nördlichen Teil des Landkreises ist das Tier bereits an verschiedenen Standorten gesichtet worden. Eine weitere Ausbreitung ist sehr wahrscheinlich. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um eine Schmetterlingsart, die ihre Eier auf Eichen ablegt. Sie befällt vor allem einzeln stehende Eichen oder Eichen an Waldrändern.

Warum ist das Tier gefährlich?

Nach dem Schlüpfen entwickeln die Raupen sogenannte Brennhaare. Diese können zu allergischen Reaktionen führen. Die Gefahr ist während der Raupenzeit von Mai bis Juli am größten, bleibt jedoch auch darüber hinaus bestehen. Denn die Haare befinden sich auch in den Gespinsten, die die Tiere am Stamm und in den Astgabeln befallener Bäume bilden. In den bis zu einen Meter langen Nestern bleiben die Haare über Jahre giftig. Gefährlich sind diese nicht nur bei direktem Kontakt. Da die feinen Haare leicht abbrechen, können sie auch über die Luft übertragen und vom Menschen eingeatmet werden.

Welche Symptome rufen die giftigen Raupenhaare hervor?

Kommt der Mensch mit den Brennhaaren der Raupen, den Häutungsresten, den Nestern oder mit Brennhaar- kontaminierten Faltern in Kontakt, entsteht eine Hautentzündung – teils durch mechanische Reizung, teils durch toxische Bestandteile.

Die Reaktion des Körpers auf das Gift der Brennhaare kann unterschiedlich ausfallen, insbesondere hängt sie davon ab, wie häufig und stark die Kontakte mit den Haaren der Raupe waren. Die Heftigkeit der Reaktion steigert sich mit zunehmendem Kontakt.

Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich häufig durch gerötete Stellen zeigen. Abgesehen davon kann es zu heftigem Juckreiz, Schwellungen oder starkem Brennen kommen. In manchen Fällen bilden sich Quaddeln, Erhebungen oder Verdickungen der Haut oder es kommt zu Reizungen der Mund-  und Nasenschleimhäute. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Bronchitis, Husten und Asthma führen. Zusätzlich treten häufig klassische Begleiterscheinungen einer allergischen Reaktion auf wie beispielsweise Müdigkeit, Schwindel oder Bindehautentzündung. Zu allergischen Schockreaktionen kommt es nur vereinzelt. Die Krankheitsdauer liegt bei zwei Tagen bis zwei Wochen.

Wie kann man sich schützen?

Man sollte einen Bogen um befallene Eichen machen und Raupen und Gespinste nicht berühren. Kommt man dennoch damit in Kontakt, sollte man die Kleidung und sich selbst gründlich waschen. Treten stärkere Beschwerden auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was kann man gegen den Eichenprozessionsspinner tun?

Bekämpft werden muss der Eichenprozessionsspinner vor allem dort, wo Menschen gefährdet sind. Deshalb sollten Städte und Gemeinden alle Eichen kartieren, die primär vor einem Befall geschützt werden müssen. Das sind insbesondere Bäume in der Nähe einer Schule, eines Kindergartens oder einer Wohnbebauung. Es sollten grundsätzlich aber alle Eichen im Gemeindegebiet auf einen Befall kontrolliert werden. Wird ein Befall festgestellt, sollte dies der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt sowie dem jeweiligen Förster gemeldet werden.

Für die Bekämpfung zuständig sind auf öffentlichem Grund die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die jeweiligen Eigentümer. Man sollte aber nicht selbst zur Tat schreiten, sondern zur Bekämpfung eine Fachfirmen beauftragen. Diese haben Geräte zur Absaugung der Tiere und Nester und verfügen über eine entsprechende Arbeitsschutzausrüstung. Eine Liste mit Firmen, die auf diesem Gebiet tätig sind, erhalten Sie auf Anfrage bei uns. Eine Fällung der Eichen stellt keine Lösung dar. Auch Insektizide sind nur bedingt geeignet.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Eichenprozessionsspinner entdeckt habe und nähere Informationen benötige?
  • Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt. Dort können Sie sich zu konkreten gesundheitlichen Risiken und Folgen beraten lassen. Sie erreichen das Gesundheitsamt unter Telefon (08261) 995-407.
  • Wenn Sie einen Befall melden möchten oder wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich tatsächlich um Eichenprozessionsspinner handelt, dann hilft Ihnen unser Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Markus Orf, weiter.
  • Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen - wie etwa das Aufstellen von Schildern, das Anbringen von Absperrungen oder das Absaugen des Eichenprozessionsspinners ist der jeweilige Grundstückseigentümer zuständig.
    Handelt es sich um eine öffentliche Fläche im Gemeindegebiet, so ist die betroffene Gemeinde als Untere Sicherheitsbehörde dafür verantwortlich, entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Weitere Informationen über den Eichenprozessionsspinner gibt es auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Die Kirschessigfliege stammt ursprünglich aus Asien, hat sich inzwischen aber in Süddeutschland ausgebreitet. Auch im Unterallgäu richtet die Kirschessigfliege immensen Schaden an, da sie sich rasant vermehrt und - anders als heimische Frucht- und Essigfliegen - auch gesunde, reife Früchte befällt.

Fragen und Antworten

Welche Früchte befällt die Kirschessigfliege?

Von dem Schädling sind insbesondere weichschalige Früchte betroffen wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, blaue Trauben und Zwetschgen. Anders als heimische Fruchtfliegen, die nur überreife und verletzte Früchte befallen, legt die Kirschessigfliege ihre Eier auch in gesundem Obst ab.

Was passiert mit den befallenen Früchten?

Die Kirschessigfliege legt in der Frucht ihre Eier ab. Daraus entwickeln sich Larven, die das Fruchtfleisch fressen und sich dann verpuppen. Das bedeutet: Zunächst sehen Sie der Frucht den Befall nicht an. Dann entstehen Dellen und nach kurzer Zeit tritt Saft aus. Die Frucht fällt ein, tropft und riecht nach Most.

 

Was tue ich, wenn Früchte von der Kirschessigfliege befallen sind?
  • Entfernen Sie die befallenen Früchte.
  • Entsorgen Sie diese nicht in der Biotonne oder auf dem Komposthaufen. Denn dort können sich die Larven ungestört weiterentwickeln.
  • Geben Sie die befallenen Früchte in einen luftdichten Behälter und stellen Sie diesen mehrere Tage in die Sonne.
  • Sie können die Früchte auch mit kochendem Wasser überbrühen.
  • Eine weitere Möglichkeit wäre, die Früchte in Wasser mit etwas Spülmittel zu legen und mehrere Stunden stehen zu lassen.
Kann ich vorbeugend etwas tun, um meine Früchte vor der Kirschessigfliege zu schützen?

Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gibt es für den Haus- und Kleingarten nicht.

  • Ernten Sie reife Früchte zügig.
  • Lichten Sie dichte Baumkronen und Sträucher aus. Eine gute Durchlüftung kann ebenfalls vorbeugen.
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.09.2019