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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist klimabedingt auch im Unterallgäu auf dem Vormarsch. Die Haare der Raupe sind giftig. Deshalb sollte man befallene Eichen dem Landratsamt melden und Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner ergreifen. Wenden Sie sich an das Landratsamt, damit gesichert festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um den Eichenprozessionsspinner handelt. Außerdem muss die Ausbreitung der Tiere dokumentiert werden.

Fragen und Antworten

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Der Eichenprozessionsspinner kam früher vor allem in Franken vor. Inzwischen tritt er aber in weiten Teilen Bayerns auf - auch im Unterallgäu. Im nördlichen Teil des Landkreises ist das Tier bereits an verschiedenen Standorten gesichtet worden. Eine weitere Ausbreitung ist sehr wahrscheinlich. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um eine Schmetterlingsart, die ihre Eier auf Eichen ablegt. Sie befällt vor allem einzeln stehende Eichen oder Eichen an Waldrändern.

Warum ist das Tier gefährlich?

Nach dem Schlüpfen entwickeln die Raupen sogenannte Brennhaare. Diese können zu allergischen Reaktionen führen. Die Gefahr ist während der Raupenzeit von Mai bis Juli am größten, bleibt jedoch auch darüber hinaus bestehen. Denn die Haare befinden sich auch in den Gespinsten, die die Tiere am Stamm und in den Astgabeln befallener Bäume bilden. In den bis zu einen Meter langen Nestern bleiben die Haare über Jahre giftig. Gefährlich sind diese nicht nur bei direktem Kontakt. Da die feinen Haare leicht abbrechen, können sie auch über die Luft übertragen und vom Menschen eingeatmet werden.

Welche Symptome rufen die giftigen Raupenhaare hervor?

Die Haare reizen die Haut und die Schleimhäute. Bei Kontakt kann es zu Ausschlägen mit Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Brennen kommen. Werden die Haare eingeatmet, können diese Mund- und Nasenschleimhaut derart reizen, dass Husten, Bronchitis und Asthma die Folge sind.

Wie kann man sich schützen?

Man sollte einen Bogen um befallene Eichen machen und Raupen und Gespinste nicht berühren. Kommt man dennoch damit in Kontakt, sollte man die Kleidung und sich selbst gründlich waschen. Treten stärkere Beschwerden auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was kann man gegen den Eichenprozessionsspinner tun?

Bekämpft werden muss der Eichenprozessionsspinner vor allem dort, wo Menschen gefährdet sind. Deshalb sollten Städte und Gemeinden alle Eichen kartieren, die primär vor einem Befall geschützt werden müssen. Das sind insbesondere Bäume in der Nähe einer Schule, eines Kindergartens oder einer Wohnbebauung. Es sollten grundsätzlich aber alle Eichen im Gemeindegebiet auf einen Befall kontrolliert werden. Wird ein Befall festgestellt, sollte dies der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt sowie dem jeweiligen Förster gemeldet werden.

Für die Bekämpfung zuständig sind auf öffentlichem Grund die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die jeweiligen Eigentümer. Man sollte aber nicht selbst zur Tat schreiten, sondern zur Bekämpfung eine Fachfirmen beauftragen. Diese haben Geräte zur Absaugung der Tiere und Nester und verfügen über eine entsprechende Arbeitsschutzausrüstung. Eine Liste mit Firmen, die auf diesem Gebiet tätig sind, erhalten Sie auf Anfrage bei uns. Eine Fällung der Eichen stellt keine Lösung dar. Auch Insektizide sind nur bedingt geeignet.

  • Weitere Informationen über den Eichenprozessionsspinner gibt es auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019