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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.06.2019

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist klimabedingt auch im Unterallgäu auf dem Vormarsch. Die Haare der Raupe sind giftig. Deshalb sollte man befallene Eichen dem Landratsamt melden und Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner ergreifen. Wenden Sie sich an das Landratsamt, damit gesichert festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um den Eichenprozessionsspinner handelt. Außerdem muss die Ausbreitung der Tiere dokumentiert werden.

Fragen und Antworten

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Der Eichenprozessionsspinner kam früher vor allem in Franken vor. Inzwischen tritt er aber in weiten Teilen Bayerns auf - auch im Unterallgäu. Im nördlichen Teil des Landkreises ist das Tier bereits an verschiedenen Standorten gesichtet worden. Eine weitere Ausbreitung ist sehr wahrscheinlich. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um eine Schmetterlingsart, die ihre Eier auf Eichen ablegt. Sie befällt vor allem einzeln stehende Eichen oder Eichen an Waldrändern.

Warum ist das Tier gefährlich?

Nach dem Schlüpfen entwickeln die Raupen sogenannte Brennhaare. Diese können zu allergischen Reaktionen führen. Die Gefahr ist während der Raupenzeit von Mai bis Juli am größten, bleibt jedoch auch darüber hinaus bestehen. Denn die Haare befinden sich auch in den Gespinsten, die die Tiere am Stamm und in den Astgabeln befallener Bäume bilden. In den bis zu einen Meter langen Nestern bleiben die Haare über Jahre giftig. Gefährlich sind diese nicht nur bei direktem Kontakt. Da die feinen Haare leicht abbrechen, können sie auch über die Luft übertragen und vom Menschen eingeatmet werden.

Welche Symptome rufen die giftigen Raupenhaare hervor?

Kommt der Mensch mit den Brennhaaren der Raupen, den Häutungsresten, den Nestern oder mit Brennhaar- kontaminierten Faltern in Kontakt, entsteht eine Hautentzündung – teils durch mechanische Reizung, teils durch toxische Bestandteile.

Die Reaktion des Körpers auf das Gift der Brennhaare kann unterschiedlich ausfallen, insbesondere hängt sie davon ab, wie häufig und stark die Kontakte mit den Haaren der Raupe waren. Die Heftigkeit der Reaktion steigert sich mit zunehmendem Kontakt.

Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich häufig durch gerötete Stellen zeigen. Abgesehen davon kann es zu heftigem Juckreiz, Schwellungen oder starkem Brennen kommen. In manchen Fällen bilden sich Quaddeln, Erhebungen oder Verdickungen der Haut oder es kommt zu Reizungen der Mund-  und Nasenschleimhäute. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Bronchitis, Husten und Asthma führen. Zusätzlich treten häufig klassische Begleiterscheinungen einer allergischen Reaktion auf wie beispielsweise Müdigkeit, Schwindel oder Bindehautentzündung. Zu allergischen Schockreaktionen kommt es nur vereinzelt. Die Krankheitsdauer liegt bei zwei Tagen bis zwei Wochen.

Wie kann man sich schützen?

Man sollte einen Bogen um befallene Eichen machen und Raupen und Gespinste nicht berühren. Kommt man dennoch damit in Kontakt, sollte man die Kleidung und sich selbst gründlich waschen. Treten stärkere Beschwerden auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was kann man gegen den Eichenprozessionsspinner tun?

Bekämpft werden muss der Eichenprozessionsspinner vor allem dort, wo Menschen gefährdet sind. Deshalb sollten Städte und Gemeinden alle Eichen kartieren, die primär vor einem Befall geschützt werden müssen. Das sind insbesondere Bäume in der Nähe einer Schule, eines Kindergartens oder einer Wohnbebauung. Es sollten grundsätzlich aber alle Eichen im Gemeindegebiet auf einen Befall kontrolliert werden. Wird ein Befall festgestellt, sollte dies der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt sowie dem jeweiligen Förster gemeldet werden.

Für die Bekämpfung zuständig sind auf öffentlichem Grund die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die jeweiligen Eigentümer. Man sollte aber nicht selbst zur Tat schreiten, sondern zur Bekämpfung eine Fachfirmen beauftragen. Diese haben Geräte zur Absaugung der Tiere und Nester und verfügen über eine entsprechende Arbeitsschutzausrüstung. Eine Liste mit Firmen, die auf diesem Gebiet tätig sind, erhalten Sie auf Anfrage bei uns. Eine Fällung der Eichen stellt keine Lösung dar. Auch Insektizide sind nur bedingt geeignet.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Eichenprozessionsspinner entdeckt habe und nähere Informationen benötige?
  • Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt. Dort können Sie sich zu konkreten gesundheitlichen Risiken und Folgen beraten lassen. Sie erreichen das Gesundheitsamt unter Telefon (08261) 995-407.
  • Wenn Sie einen Befall melden möchten oder wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich tatsächlich um Eichenprozessionsspinner handelt, dann hilft Ihnen unser Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Markus Orf, weiter.
  • Für die Umsetzung konkreter Maßnahmen - wie etwa das Aufstellen von Schildern, das Anbringen von Absperrungen oder das Absaugen des Eichenprozessionsspinners ist der jeweilige Grundstückseigentümer zuständig.
    Handelt es sich um eine öffentliche Fläche im Gemeindegebiet, so ist die betroffene Gemeinde als Untere Sicherheitsbehörde dafür verantwortlich, entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.
  • Weitere Informationen über den Eichenprozessionsspinner gibt es auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 12.06.2019