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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 17.06.2019

Rund um die Fischerei

Das bayerische Fischereigesetz begrenzt die Fischerei allein auf oberirdische Gewässer. Diese so genannte Binnenfischerei wird in oberirdischen fließenden und stehenden Gewässern jeder Art und Größe ausgeübt - also auf Flüssen, Seen und in Teichen. Unter der Fischerei versteht man also das Hegen, Fangen und Aneignen von Fischen, Neunaugen, Krebsen, Fluss-, Teich- und Perlmuscheln. Das Fischereirecht erstreckt sich dabei auch auf Fischlaich, sonstige Entwicklungsformen der Fische und Fischnährtiere.

Nicht jeder darf einfach seine Angel auswerfen und in den Gewässern im Unterallgäu fischen. Wer fischen möchte, muss entweder Fischwassereigentümer, Pächter oder Inhaber eines Erlaubnisscheines sein. Daneben muss die betreffende Person einen Fischereischein vorweisen können. Voraussetzung hierfür ist in der Regel, dass man die bayerische Fischerprüfung bestanden hat. Im Anschluss stellen die Gemeinden die Fischereischeine aus.

Fragen und Antworten

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um einen Fischereischein zu erhalten?

Fischereischeine erteilt die jeweilige Wohnsitzgemeinde. Ein Fischereischein wird nur dann ausgestellt, wenn der Antragsteller zuverlässig ist, also grundsätzlich nicht vorbestraft ist, die staatliche Fischerprüfung erfolgreich absolviert hat und mindestens 14 Jahre alt ist.

Neben dem ausgefüllten Antrag müssen Sie - wenn der Fischereischein zum ersten Mal beantragt wird - demnach Ihr Prüfungszeugnis, einen Personalausweis oder Reisepass und ein Passfoto mitbringen.

Wie lange gilt der Fischereischein?

Die früheren Jahres-, Fünfjahres- und Zehnjahres- Fischereischeine wurden ab dem Jahr 1999 durch den Fischereischein auf Lebenszeit abgelöst. Damit können Sie die Fischerei in Bayern ausüben. Wichtig ist allerdings, dass Sie auch die Zustimmung des jeweiligen Fischereiberechtigten (Grundstückseigentümer oder Pächter) haben. Die Zustimmung wird in der Regel durch einen sogenannten "Fischereierlaubnisschein" erteilt.

Wie viel kostet der Fischereischein?

Wie viel ein Fischereischein kostet, hängt unter anderem von dessen Gültigkeitsdauer und vom Alter dessen ab, der ihn beantragt.

Volljährige geistig oder in anderer Weise behinderte Menschen können den Fischereischein auf Lebenszeit ohne vorherige Fischerprüfung erhalten und müssen nur 50 Prozent der regulären Abgabe bezahlen. Diese Ermäßigung gilt auch für Behinderte mit Wohnsitz im Ausland, die ohne Fischerprüfung lediglich den Jahresfischereischein erhalten.

Geht ein Fischereischein verloren oder wird er unbrauchbar, kann die Gemeinde auf Antrag und gegen eine Gebühr von fünf bis 17,50 Euro eine Zweitschrift ausstellen.

Wir haben für Sie eine Übersicht über die Gebühren und Abgaben für den bayerischen Fischereischein zusammengestellt.

Wie und wo kann ich mich zur bayerischen Fischereiprüfung anmelden?

An der Fischerprüfung können Personen teilnehmen, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben. Voraussetzung ist immer die vorherige Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang, der dem Ausbildungsplan der Prüfungsbehörde entspricht und auch eine praktische Einweisung in den Gebrauch der Fanggeräte und in die Behandlung gefangener Fische einschließt.

Informationen erhalten Sie von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Fischerei, unter Telefon (08151) 2692-121, Fax (08151) 2692-170 oder im Internet unter www.lfl.bayern.de.

Wo erhalte ich einen Fischereierlaubnisschein?

Fischer, die selbst weder Fischwasserbesitzer noch Pächter sind, benötigen für den Fischfang mit der Handangel zusätzlich einen so genannten Fischereierlaubnisschein. Diesen muss der Fischereiberechtigte oder mit dessen Einwilligung der Fischereipächter vorher beim Landratsamt beantragen.

Voraussetzung hierfür ist, dass keine Nachteile für das Fischwasser und für die mit ihm zusammenhängenden Fischwasser zu befürchten sind. Der genehmigte Erlaubnisschein muss zudem vom Landratsamt gesiegelt werden, bevor er vom Besitzer oder Pächter des Gewässers ausgegeben werden darf. Erlaubnisscheine für Inhaber von Jugendfischereischeinen müssen nicht vom Landratsamt genehmigt werden.

Ohne diesen Erlaubnisschein dürfen höchstens drei Personen und nur in Begleitung des Fischwasserbesitzers oder -pächters im Gewässer mit der Handangel fischen.

Der Erlaubnisschein muss auf eine bestimmte Zeit beschränkt sein und darf nicht länger als drei Jahre gelten. Es gibt zum Beispiel Jahres-, Monats- oder Tageskarten. Diese Fischereierlaubnisscheine können zum Teil für bestimmte Gewässer in Angelgeschäften käuflich erworben werden.

  • Ein Muster für einen Tages-Fischereierlaubnisschein finden Sie hier.
  • Ein Muster für einen Jahres-Fischereierlaubnisschein finden Sie hier.
  • Den Antrag auf Genehmigung von Fischereierlaubnisscheinen finden Sie hier.

Seit September 2018 bis 31. August 2021 können Fischereierlaubnisscheine auch in elektronischer Form beantragt und ausgestellt werden. Elektronische Erlaubnisscheine verlieren spätestens am 31. August 2021 ihre Gültigkeit.

Wie erhalte ich einen Jugendfischereischein?

Auch die Jugendfischereischeine stellen die Wohnsitz-Gemeinden aus. Eine Fischereiprüfung muss noch nicht bestanden sein. Einen Jugendfischereischein erhält man nur, wenn man am Ausstellungstag das 10. Lebensjahr vollendet hat und die Haftungsübernahme- und Einverständniserklärung der Eltern vorliegt.

Damit der Schein ausgestellt werden kann, ist außerdem ein aktuelles Passfoto nötig.

Der Jugend-Fischereischein gilt vom Ausstellungstag an bis zum 18. Lebensjahr. Damit darf man die Fischerei in Bayern ausüben, allerdings nur in Begleitung eines Erwachsenen, der einen Fischereischein hat.

Durch den Fischereipachtvertrag wird das Recht zur Ausübung der Fischerei verpachtet. Oftmals bewirtschaftet der Fischereiberechtigte das Fischwasser nicht selbst, zum Beispiel, weil er gar keinen Fischereischein hat. In der Regel ist der Eigentümer des Gewässers auch der Fischereiberechtigte. Es gibt aber auch selbstständige Fischereirechte, die dann oftmals auch im Grundbuch eingetragen sind. Gerade Gemeinden verpachten in der Regel ihre Gewässer immer.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Fragen und Antworten

Was muss man beim Abschluss von Fischerei-Pachtverträgen beachten?

Fischereipachtverträge müssen für mindestens zehn Jahre abgeschlossen werden. Es dürfen höchstens drei Personen als Pächter benannt werden. Wird das Fischwasser an eine juristische Person verpachtet, dann muss festgehalten werden, dass die Fischerei ohne Fischerei-Erlaubnisschein von höchstens drei Personen ausgeübt werden darf.

Damit der Pachtvertrag gültig ist, muss er schriftlich abgefasst werden. Eine Ausfertigung, die von Pächter und Verpächter unterzeichnet werden muss, muss innerhalb von acht Tagen nach Abschluss des Vertrags beim Landratsamt hinterlegt werden. Zuständig ist das Landratsamt, in dessen Bereich das Fischwasser liegt.

Dies gilt auch für jede Änderung oder Verlängerung eines Fischerei-Pachtvertrags. Auch die Verlängerung muss auf zehn Jahre abgeschlossen werden.

Gibt es Vordrucke für Fischerei-Pachtverträge?

Vordrucke für Fischereipachtverträge sind zum Beispiel im Schreibwarenhandel erhältlich.

Darüber hinaus stellt der Fischereiverband Schwaben Vordrucke für Pachtverträge zur Verfügung, die Sie hier herunterladen können: 

Welche Voraussetzungen muss ein Pächter erfüllen?

Pächter darf nur sein, wer einen gültigen Fischereischein besitzt. Pachtet eine juristische Person ein Fischwasser, so muss mindestens ein verfassungsmäßig berufener Vertreter Inhaber eines gültigen Fischereischeins sein.

Der Fischereiverband Bayern stellt Vordrucke für Pachtverträge zur Verfügung.

Fische, Neunaugen, Krebse und Muscheln (Fische) dürfen das ganze Jahr über gefangen werden, sofern keine Schonzeiten festgesetzt sind. Für Fische gilt eine weitere Einschränkung: Sie dürfen erst dann gefangen werden, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht, also das so genannte Schonmaß überschritten haben. Hierfür wird von der Kopfspitze bis zum Körperende einschließlich Flosse oder Schwanzfächer gemessen.             

Fragen und Antworten

Warum gibt es die Schonzeiten überhaupt?

Durch die Schonzeiten wird den Fischen eine ungestörte Fortpflanzung ermöglicht.

Und warum gibt es Schonmaße?

Das Schonmaß soll es einem Fisch ermöglichen, einmal in seinem Leben abzulaichen.

Sind Ausnahmen für einen Fang in der Schonzeit bzw. eine Schonzeitverkürzung oder Änderung der Schonmaße möglich?

Aus fischereiwirtschaftlichen Gründen sowie zu Lehr-, Versuchs- und Forschungszwecken kann das Landratsamt befristet Ausnahmen genehmigen.

Wenden Sie sich bei Fragen hierzu bitte an das Landratsamt.

Die Elektrofischerei, also die Fischerei mit elektrischem Strom, darf nur mit Erlaubnis des Landratsamtes betrieben werden. Beantragt werden kann die Elektrofischerei zur Förderung der Hege und der Fischzucht, zur Gewässerbewirtschaftung und zu Lehr-, Versuchs- und Forschungszwecken. Oder aber, wenn besondere fischereiliche Verhältnisse vorliegen, vor allem wenn das biologische Gleichgewicht gestört ist oder der Bestand aufgenommen werden soll, um Beweise zu sichern. Sind negative Auswirkungen auf das Hegeziel zu erwarten, wird die Elektrofischerei nicht genehmigt. Der Berechtigungsschein wird befristet für bestimmte Gewässer erteilt und kann immer widerrufen werden.            

Grundlegende Informationen über die Elektrofischerei finden Sie in den folgenden Fragen und Antworten. Bei Unklarheiten wenden Sie sich als Kreisbürger am besten einfach an das Landratsamt.

Fragen und Antworten

Wer erhält die Erlaubnis zur Elektrofischerei?

Antragsberechtigt ist nur der Fischereiausübungsberechtigte, also die natürliche oder juristische Person, der im Fanggewässer die Befugnis zur Ausübung der Fischerei in vollem Umfang zusteht.

Das Antragsformular können Sie hier herunterladen. 

Was ist noch erforderlich, damit die Genehmigung erteilt werden kann?

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit die Genehmigung erteilt werden kann:

  • Der Elektrofischer muss einen gültigen Bedienungsschein besitzen (diesen  so genannten "Bedienungsschein für die persönliche Ausübung der Elektrofischerei" stellt die Bayerische Landesanstalt für Fischerei nach Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang und Bestehen einer abschließenden Prüfung aus),
  • eine anerkannte Einrichtung (in der Regel der TÜV) muss für das Elektrofischereigerät einen Zulassungsschein erteilt haben, der alle drei Jahre erneut ausstellen zu lassen ist, und
  • es muss eine Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme bestehen.

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