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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019

Pflegekinder

Derzeit leben bei uns etwa 65 Kinder in einer Pflegefamilie. Ungefähr 50 solcher Familien gibt es im Unterallgäu. Um sicherzustellen, dass es den Kindern in ihrer Pflegefamilie gut geht, überprüft das Jugendamt ausführlich und über einen längeren Zeitraum, ob die Bewerber hierfür geeignet sind, berät die Pflegeeltern bei allen Fragen und organisiert Fortbildungen. Zudem steht das Jugendamt allen Pflegekindern und Pflegefamilien während der gesamten Zeit der Pflege zur Seite, bis sie in ihre Familien zurückkehren, andere Hilfen erhalten oder selbstständig werden.            

Fragen und Antworten

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, wenn man Pflegekinder aufnehmen möchte?

Wer Pflegekinder aufnehmen möchte, sollte mehrere Voraussetzungen erfüllen:

  • Man sollte erzieherische Erfahrung sowie Freude am Zusammenleben mit Kindern haben und auch die nötige Zeit (Stichwort Berufstätigkeit) mitbringen.
  • Die Wohnung sollte entsprechend groß sein, damit das Kind zumindest seinen eigenen Bereich hat.
  • Pflegeeltern sollten in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen leben und frei von stark belasteten finanziellen Verpflichtungen sein.
  • Die Pflegepersonen sollten gefestigte Persönlichkeiten mit einer stabilen Psyche sein, die auch Belastungen aushalten. Sie benötigen viel Geduld, Einfühlungsvermögen, Toleranz und Offenheit gegenüber ungewöhnlichen Verhaltensweisen von Kindern und Eltern.
  • Pflegeeltern sollten in einer stabilen und gefestigten Partnerschaft leben, da Pflegekinder eine verlässliche Umgebung benötigen. Einzelpersonen eignen sich nur in Ausnahmefällen als Vollzeitpflegeperson, zum Beispiel wenn anderweitige familiäre Unterstützungsnetze vorhanden sind oder es sich um ein bekanntes verwandtes Kind handelt.
  • Wer Pflegekinder aufnehmen möchte, muss auch die Bedürfnisse seiner eigenen Kinder berücksichtigen. So sollte ein Pflegekind immer das jüngste Kind in der Geschwisterreihe sein. Alle Mitglieder der Familie sollten hinter der Aufnahme eines Pflegekindes stehen, ebenso der engere Umkreis der Familie.
  • Pflegeeltern sollten gesund sein und keine Vorstrafen haben, die zur Beeinträchtigung der Erziehungsfähigkeit führen.

Zudem sollten Pflegeeltern zur Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie des Kindes, mit dem Jugendamt und mit Fachdiensten bereit sein. Sie müssen Besuchskontakten zu seinen Herkunftseltern gegenüber positiv eingestimmt sein und eine mögliche Rückführung des Kindes zu seinen leiblichen Eltern verkraften können.

An wen kann man sich wenden, wenn man ein Pflegekind aufnehmen möchte?

Wenn Sie davon ausgehen, dass Sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, dann wenden Sie sich telefonisch an den Pflegekinderfachdienst des Kreisjugendamtes. Die entsprechenden Telefonnummern finden Sie rechts oben auf dieser Seite.

Bitte rufen Sie uns an, wir informieren Sie gerne.

Wie kann man sich bewerben und was passiert dann?

Wir klären vorab telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch, ob eine Bewerbung sinnvoll ist.

Nach Eingang der vollständigen Bewerbung (unter anderem gehören dazu auch medizinische Stellungnahmen des Hausarzts sowie Führungszeugnisse) lernen wir beide Bewerber in mindestens zwei bis drei Gesprächen kennen und kommen zu einem Hausbesuch vorbei.

Wenn wir davon überzeugt sind, dass Sie als Pflegeeltern geeignet sind, werden Sie bei uns in die Bewerberliste aufgenommen und Sie sollten ein Vorbereitungsseminar für Pflegeeltern besuchen.

Wir wissen im Voraus natürlich nicht, wann ein Kind zu vermitteln ist, das in Ihre Familie passt. Deshalb müssen Sie mit Wartezeiten rechnen.

Wie viele Pflegeeltern werden benötigt?

Wir benötigen möglichst viele geeignete Pflegeeltern für Kinder jeden Alters, auch für Jugendliche, damit wir für jedes Kind, das nicht mehr bei seinen Eltern leben kann, die passende Familie finden können. Wir benötigen auch Pflegeeltern, die Geschwisterkinder aufnehmen können.

  • Interessante Informationen findet man auch auf den Seiten des Pflege- und Adoptivelterndienstes des Erziehungs- und Jugendhilfeverbundes (EJV) Kaufbeuren, mit dem der Landkreis Unterallgäu zusammenarbeitet unter www. ejv-kaufbeuren.de
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019