Sonntag, 20.01.19 |
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Wappen, Brauchtum und Tracht

Viele Unterallgäuer Gemeinden pflegen Bräuche, wie das Aufstellen eines Maibaums. Hier zum Beispiel in Mindelau. Foto: Stefanie Vögele/Landratsamt

Tradition hat im Unterallgäu einen hohen Stellenwert. Viele Vereine pflegen das Brauchtum. Wie die Menschen einst im Bezirk Schwaben gelebt haben, erfahren Sie im Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Der Landkreis Unterallgäu ist Mitglied im Trägerverein des Museums. Wer genau hinschaut, kann auch aus Wappen die Geschichte berühmter Familien aus dem Unterallgäu erfahren. Fachfrau für Wappenkunde ist Kreisheimatpflegerin Monika Zeller. Sie befasst sich zudem mit Brauchtum und Tracht. Und sie kennt viele traditionelle Gerichte aus der Region, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Denn die Schwäbische Küche ist reichhaltiger als erwartet.

Fragen und Antworten

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Um was geht es in der Wappenkunde?

Hinter einem Wappen verbirgt sich ein Zeichen - meist für eine Familie oder Personengruppe. Richtig gedeutet verrät das Wappen einiges über seinen Träger. So hilft es bei der Erforschung historischer Belege. Das Unterallgäuer Wappen zum Beispiel mit der goldenen Rosette, der blauen Lilie und den bayerischen Rauten weist auf frühere Herrschaftsverhältnisse  im Landkreis hin. Jeder Bestandteil erzählt eine eigene Geschichte. Am wichtigsten ist das Schild. Mehr zur Geschichte des Unterallgäus und zu seinem Wappen finden Sie hier.

Im Jahr 1991 hat der Landkreis Unterallgäu ein Buch herausgegeben, das sich mit Wappen der Gemeinden und des Landkreises befasst. Die Publikationen des Landkreises finden Sie auf dieser Seite.

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Welche Bräuche gibt es im Unterallgäu?

Die Unterallgäuer Bürger pflegen zahlreiche Bräuche, beachten Sie nur die schön geschmückten Maibäume, die viele Gemeinden am 1. Mai aufrichten. Viele Bräuche, wie Kirchweih oder Erntedank, sind kirchlich. Zum Beispiel überbringen die Sternsinger an Dreikönig (6. Januar) traditionell Segenswünsche an die Bürger. Gepflegt werden auch Osterbräuche, wie Osterbrot oder Osterlamm. An Mariä Himmelfahrt (15. August), auch genannt Frauentag, werden vielerorts Kräuterboschen geweiht. Traditionell gehören in den Boschen Gemüse aus der Erde, über der Erde Wachsendes, zum Beispiel Wiesenkräuter oder Getreide, die Rose als Symbol für Maria und drei Nelken, die für die Wundmale Christi stehen.

Im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren legen die Verantwortlichen ein besonderes Augenmerk auf kirchliches Brauchtum. Es wird in der Museumskapelle zu vielen Anlässen praktiziert. Beispielsweise werden am 2. Februar zu Mariä Lichtmeß Kerzen geweiht, anlässlich des Leonhardstages im November findet ein Leonhardiritt statt. Mehr über das Bauernhofmuseum und dort stattfindende Veranstaltungen finden Sie auf dieser Internetseite.

Häufig sieht man im Unterallgäu am ersten Sonntag nach Aschermittwoch Funkenfeuer lodern. Dieser Brauch ist heidnischen Ursprungs. Das Feuer soll den Winter vertreiben.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt auch die Fasnacht ein. Gemeint war damit ursprünglich die Nacht vor dem Fasten, also vor Aschermittwoch. In dieser Nacht feierten die Menschen noch einmal kräftig, bevor die Fastenzeit anfing und sie auf Fleisch verzichten mussten. Zu Fasnacht gibt es traditionell Fett- und Schmalzgebackenes, wie Krapfen oder Küchle. Diese Leckereien sind Sinnbilder für Überfluss und Festfreude.

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Wie wird im Unterallgäu traditionell gekocht?

Die schwäbische Küche ist mit einfachen und deftigen Gerichten als „Arme-Leute-Essen“ bekannt. Aber sie ist reichhaltiger als gedacht: Sie spiegelt die Vielfältigkeit Schwabens hinsichtlich herrschaftlicher und konfessioneller Entwicklungen wieder, ist geprägt von unterschiedlichen geologischen und wirtschaftlichen Verhältnissen und auch die Handelsbeziehungen nach Italien und Frankreich haben sie geprägt.

Typisch für das Allgäu sind Käsespatzen, versoffene Jungfrauen (mit Most getränkte Semmel in Schmalz ausgebacken) und Maultaschen, Voressen (saure Kutteln), Pfitzauf (schwäbisches Soufflé), Surbraten (gepökeltes Fleisch) und Lumpensuppe (saurer Presssack mit Romadur und vielen anderen Zutaten).

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Wie sieht die traditionelle Kleidung im Unterallgäu aus?

Das Wort „Tracht“ war im ländlichen Sprachgebrauch nicht üblich. Kleidung heißt in Schwaben „Häs“ oder „Gwand“. Heute wird die Kleidung nach Vorbildern auf alten Votivtafel, Inventarlisten, Fresken in Kirchen oder Zeichnungen angefertigt. Sehr wichtig sind die Originaltextilien, wie sie zum Beispiel im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren und im Textilmuseum in Mindelheim zu sehen sind. Frauen trugen Schnürmieder, einen gestiftelten Rock, Halbschürze, Bluse, Goller, Strümpfe, Riemenschuhe und eine Radhaube.

Männer kleideten sich mit Kniebundhose, Weste mit Knöpfen, weißes Hemd, Strümpfe, Schnallenschuhe, Knickzylinder und Gehrock. Es gab Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Tracht.

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Gibt es einen „Unterallgäuer Dialekt“?

Den einheitlichen Dialekt gibt es nicht, auch wenn von ihm immer wieder gesprochen und geschrieben wird. Man stößt auf Mundartunterschiede, die nicht zu überhören sind. Der Ursprung kommt aus dem Mittelhochdeutschen.

 

Ansprechpartner

Heimatpflege

Engelbert Degenhart
Telefon: (08261) 995-313

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