Sonntag, 20.01.19 |
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Kunstgeschichte und Museen

Kreisheimatpfleger Christian Schedler begutachtet ein altes Messgewand. Foto: Stefanie Vögele/Landratsamt

Das Unterallgäu ist mit Kunst und Kultur reich beschenkt. Klöster, Kirchen, Kapellen, Schlösser und Museen bergen eine große Fülle an Schätzen. Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt sind zum Beispiel die Reichsabtei Ottobeuren, eine der größten Klosteranlagen der Benediktiner weltweit, sowie das Chorgestühl in der ehemaligen Reichskartause in Buxheim. Aber auch die zahlreichen verschiedenen Heimatmuseen oder Wallfahrtskirchen sind einen Besuch wert. Fachmann für den Bereich Museen und Kunstgut im Unterallgäu ist Kreisheimatpfleger Christian Schedler.    

Fragen und Antworten

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Welche Museen gibt es im Unterallgäu und was erfährt man dort über den Landkreis?

Im Unterallgäu und in der Stadt Memmingen gibt es über 30 Museen sowie verschiedene Schlösser und zugängliche Sammlungen ganz unterschiedlicher Ausrichtung. Die Heimatmuseen präsentieren das ländliche Leben und informieren über herausragende Persönlichkeiten – wie zum Beispiel das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren, das Kneippmuseum in Bad Wörishofen, das Mühlenmuseum in Katzbrui oder das Allgäu-Schwäbische Dorfschulmuseum in Daxberg.

Die Schlösser der Fugger in Babenhausen und in Kirchheim geben einen Einblick in das Leben der bedeutenden Kaufmanns- und Adelsfamilie sowie in adeliges Wohnen im Lauf der Jahrhunderte. Außerdem informieren sie über die Rolle der Fugger in der Geschichte Europas.

Daneben gibt es im Unterallgäu Klostermuseen, die ebenso wie die Schlösser Kunst und Kultur von Weltrang bergen, zum Beispiel das Klostermuseum der Benediktinerabtei Ottobeuren oder die ehemalige Reichskartause in Buxheim. Die zahlreichen, teilweise einzigartigen Spezialmuseen und Sammlungen widmen sich auf interessante und kurzweilige Weise dem jeweiligen Thema, zum Beispiel das Schwäbische Turmuhrenmuseum, das Textilmuseum und auch das Schwäbische Krippenmuseum in Mindelheim oder das Wallfahrtsmuseum  in Maria Steinbach.

Weitere Informationen zu Museen und Schlössern im Unterallgäu finden Sie hier. Einen Museumsführer für Memmingen und das Unterallgäu erhalten Sie außerdem in allen Museen im Landkreis sowie im Landratsamt Unterallgäu.

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Auf was sollte man bei der Aufbewahrung historischer Gegenstände achten?

Man sollte die Dinge ihrer Art gemäß aufbewahren. Zeichnungen und Aquarelle sollte man zum Beispiel nicht ins direkte Licht hängen. Bei Textilien, Gemälden und Skulpturen ist es wichtig, diese eingepackt aufzubewahren und dazu keine Plastikfolie sondern zum Beispiel Leinen zu verwenden. Außerdem sollte man bei Textilien an einen Mottenschutz denken.

Viele Pfarreien stehen zum Beispiel vor der Frage, wie sie Messgewänder richtig aufbewahren. Geeignet sind hierfür trockene Räume, in denen die Messgewänder am besten flach liegend aufbewahrt werden. Reicht der Platz für die liegende Lagerung nicht aus, dann können die Messgewänder als zweite Option auch aufgehängt werden - wenn man dabei einige Dinge beachtet: So gibt es zum Beispiel spezielle Bügel, auf denen die Messgewänder besser hängen. Wichtig ist hier, dass die Bügel breit genug für die Gewänder sind. Rauchmäntel zum Beispiel gehören auf große dreieckige Bügel, deren Achsen so lang sind, dass der Stoff in der ganzen Länge aufliegt. Sind bereits Schäden vorhanden, dann sollten diese ausschließlich in fachkundigen Werkstätten behoben werden.

Wer sich nicht sicher ist, wie er welche historischen Gegenstände aufbewahren soll, fragt am besten bei Kreisheimatpfleger Christian Schedler nach. Dieser bietet kostenlos seine Hilfe an.

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Was mache ich, wenn ich nicht weiß, wie ich einen privaten Gegenstand kunsthistorisch einordnen soll?

Wer nicht genau weiß, mit was für einem Objekt er es zu tun hat, welchen Wert dieses hat und ob es sich lohnt, den Gegenstand aufzuheben, sollte sich Rat holen. Besser man fragt einmal zu viel als einmal zu wenig. Denn der Verlust an Kulturgütern ist groß – es wurden schon viele kostbare Dinge unwissend entsorgt. Kreisheimatpfleger Christian Schedler informiert gerne und kostenlos.

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Welche Wallfahrtskirchen gibt es im Unterallgäu und welche kunstgeschichtliche Bedeutung haben diese?

Das Unterallgäu ist eine alte und überreich ausgestattete Kulturregion mit einer Unzahl an Kirchen, darunter allein 46 Wallfahrtskirchen. Zu den bedeutendsten gehören die Rokoko-Kirche in Maria Steinbach, die Wallfahrtskirche in Kirchhaslach oder die kleine Maria-Schnee-Kapelle in Nassenbeuren.

Die von überquellendem Rokoko erfüllte Kirche in Maria Steinbach steht der berühmten Wieskirche bei Steingaden aus kunsthistorischer Sicht in nichts nach, außer dass sie weniger bekannt ist. Die frühere kleine Landkirche gewann an Bedeutung, als der Abt des Prämonstratenserstifts Rot a. d. Rot ihr im Jahr 1723 einen Kreuzpartikel schenkte. Daraufhin entstand eine Heilig-Kreuz-Wallfahrt. Nachdem im Jahr 1730 zum ersten Mal beobachtet worden war, wie die Marienstatue ihre Augen bewegte, entwickelte sich eine der bedeutendsten Marienwallfahrten in Süddeutschland. Bald wurde die bisherige Kirche zu klein: Im Jahr 1755 wurde an ihrer Stelle ein neues Gotteshaus geweiht. Wie groß der Zustrom der Pilger war, zeigt schon die Tatsache, dass allein während der Bauzeit über 32.000 Messen gelesen wurden.

Die Wallfahrtskirche in Kirchhaslach wurde der Legende nach an der Stelle errichtet, an der ein Ritter von Hohenrechberg im Jahr 1380 ein Marien-Gnadenbild gefunden hatte. Das Gnadenbild sei von Babenhausen immer wieder an seinen Fundort zurückgekehrt. Die Kirche wurde in den heutigen Ausmaßen in den Jahren 1449 bis 1470 als dreischiffige gotische Pfeilerbasilika gebaut und von 1707 bis 1710 barockisiert. In Kirchhaslach handelt es sich um die älteste Marienwallfahrt im Unterallgäu.

Die Maria-Schnee-Kapelle in Nassenbeuren ist ein orientalisch anmutendes Kleinod. Sie entstand im Jahr 1655 an der Stelle eines kleinen Marienbildes im Typus der sogenannten Maria Schnee, das an einer Tanne angebracht war. Wenige Jahre später entstand hier eine Einsiedelei. Die heutige Wallfahrtskirche geht zurück auf  die Jahre 1701 bis 1703. Am Ende einer der ältesten Lindenalleen Bayerns steht eine von außen eher unscheinbare Kapelle, die aber im Innern durch eine überreich geschnitzte Ausstattung in Gold und Rot überrascht. Die unübersehbare Fülle an Figuren und Schnitzwerk erinnert an orthodoxe Ikonostasen (Bilderwände). In dieser Kapelle dichtete Christoph von Schmid den berühmten Liedtext „Ihr Kinderlein kommet“.

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Welche Bedeutung hat das Unterallgäu darüber hinaus aus kunsthistorischer Sicht?

Das Unterallgäu gehört deutschlandweit zu den am reichsten mit Kunst und Kultur beschenkten Regionen. Kirchen, Kapellen, Schlösser und Ortschaften bergen eine große Fülle an Schätzen. Man denke nur an die ehemalige Reichsabtei Ottobeuren, an deren Ausstattung die bedeutendsten Meister des süddeutschen Rokoko mitgewirkt haben, an die ehemalige Reichskartause Buxheim mit ihrem unübertroffenen Chorgestühl oder an die prachtvollen Dorfkirchen wie zum Beispiel St. Magnus in Unterrammingen.

 

Ansprechpartner

Heimatpflege

Engelbert Degenhart
Telefon: (08261) 995-313

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