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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 11.06.2019

Trinkwasser

Wasser ist Leben. Das Trinkwasser als Lebensmittel zu schützen ist eine wichtige Aufgabe. Am 1. November 2011 ist bundesweit die neue Trinkwasserverordnung in Kraft getreten. Aufgrund von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen war eine Überarbeitung der mehr als zehn Jahre alten Trinkwasserverordnung erforderlich. So sind einige Grenzwerte verschärft worden, andere Untersuchungswerte als bedeutungslos weggefallen. Die neue Verordnung setzt auch eine EU-Richtlinie um, sodass jetzt in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die gleichen Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser gelten. Die Trinkwasserverordnung wurde nun erneut überarbeitet und an aktuelle Erfordernisse angepasst. 
In den folgenden Fragen und Antworten erfahren Sie alles rund um die Trinkwasserverordnung und was Sie beachten müssen. Informationen zum Thema Legionellen und Trinkwasser finden Sie auf der Seite "Infektionskrankheiten", nähere Informationen über Wasserschutzgebiete und die Wasserversorgungen im Unterallgäu hier.     

Fragen und Antworten

Wie oft und von wem wird überprüft, ob die Grenzwerte eingehalten werden?

Wie und wie häufig eine Wasserversorgung überprüft wird, hängt davon ab, wie viel Wasser dort produziert und abgegeben wird.
Der Inhaber der Wasserversorgungsanlage muss das Gesundheitsamt sofort verständigen, wenn Grenzwerte überschritten werden. Auch wenn die Werte im Rahmen bleiben, müssen sie dem Gesundheitsamt gemeldet werden - innerhalb von zwei Wochen.

Was ist, wenn die Grenzwerte in einer Wasserversorgung überschritten werden?

Das Gesundheitsamt entscheidet dann unverzüglich, ob die Gesundheit der betroffenen Verbraucher durch die Überschreitung der Grenzwerte gefährdet ist und ob die betroffene Wasserversorgung bis auf weiteres weitergeführt werden kann.
Das Gesundheitsamt unterrichtet den Unternehmer und den sonstigen Inhaber der betroffenen Wasserversorgungsanlage unverzüglich über seine Entscheidung und ordnet Maßnahmen an, die notwendig sind, um eine Gefährdung für die betroffenen Bürger auszuschließen. Dies kann zum Beispiel eine Abkochanordnung sein.

Was versteht man unter einer „Abkochanordnung“?

Die Abkochanordnung ist eine Sicherheitsmaßnahme, die das zuständige Gesundheitsamt zum Schutz der Bevölkerung erlässt, wenn eine Gefährdung durch Krankheitserreger im Trinkwasser besteht. Sie wird meist als Erstmaßnahme bei Trinkwasser-Verkeimung eingesetzt, um eine Desinfektion des Trinkwassers vor dem Verbrauch sicherzustellen. Sie ist meistens eine Übergangsregelung, bis das Trinkwasser auf andere Art und Weise zentral desinfiziert wird.
Die meisten Kranheitserreger sind sehr hitzeempfindlich und sterben bei Temperaturen von über 80 Grad Celsius ab. Um die Krankheitserreger abzutöten, sollte man das Wasser einmal sprudelnd aufkochen lassen (thermische Desinfektion).
Das Wasser muss so lange abgekocht werden, bis die Abkochanordnung von amtlicher Seite wieder aufgehoben wird. Die Aufhebung erfolgt, wenn eine ausreichende Desinfektion des Trinkwassers mit Chlor sichergestellt ist oder weitere Trinkwasserbeprobungen keine bakterielle Beanstandung mehr aufzeigen.

Kann ich unbedenklich duschen, wenn ein Abkochzwang besteht?

Beim Baden und Duschen (auch von Säuglingen) besteht nur ein sehr geringes Restrisiko. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass kein Wasser geschluckt wird. Zum Zähneputzen sollte man allerdings abgekochtes Wasser verwenden.

Wann kann ich das Leitungswasser wieder unbedenklich benutzen, wenn zuvor ein Abkochzwang auferlegt wurde?

Wenn das Gesundheitsamt die Abkochanordnung aufgehoben hat oder eine zentrale Desinfektionsmaßnahme eingesetzt wird, kann das Wasser wieder unbedenklich benutzt werden.

Die Trinkwasserverordnung nimmt jeden in die Pflicht, der eine Regenwassernutzungsanlage betreibt. Was muss ich als Betreiber beachten?

Vorgeschrieben ist in der Trinkwasserverordnung auch eine Anzeigepflicht für den Betrieb so genannter Regenwassernutzungsanlagen. Werden diese Anlagen unsachgemäß installiert oder genutzt, können Krankheitserreger in die Trinkwasserleitungen und auch in die öffentliche Trinkwasserversorgung gelangen. Jeder Betreiber einer solchen Anlage ist deshalb verpflichtet, diese dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Dies gilt sowohl für die Anlagen, die bereits betrieben werden, als auch für Neuinstallationen.
Nähere Informationen über die Regenwassernutzung erhalten Sie hier.

Was muss man als Veranstalter eines Vereins- oder Volksfestes, einer Messe oder einer ähnlichen Veranstaltung beachten?

Gerade wenn viele Menschen zusammenkommen, ist es umso wichtiger, dass die Trinkwasserversorgung einwandfrei funktioniert. Worauf Sie deshalb als Veranstalter achten müssen, haben wir in einem Merkblatt für Sie zusammengestellt. Eine Übersicht über geeignete Schläuche finden Sie hier.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 11.06.2019