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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019

Organspende

Laut einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2018 sehen 84 Prozent der Bundesbürger Organspende eher positiv. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) haben für sich eine Entscheidung getroffen, weit weniger als die Hälfte (39 Prozent) haben ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende jedoch auch schriftlich dokumentiert. Viele Angehörige, die von den Ärzten in der Klinik um die Einwilligung zur Organentnahme bei einem Verstorbenen gebeten werden, sind daher unsicher, mit welcher Entscheidung sie dem Willen des Verstorbenen entsprechen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende zu beschäftigen, um so zu einer persönlichen Entscheidung zu kommen. Wer seine eigene Entscheidung in einem Organspendeausweis festhält, erspart seinen Angehörigen unter Umständen eine große Belastung.        
Mit den folgenden Fragen und Antworten möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick geben. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.organspende-info.de

Fragen und Antworten

Warum ist Organspende wichtig?

Der Bedarf an Spenderorganen ist hoch, viele Menschen warten seit Jahren auf ein geeignetes Organ. Damit ihnen geholfen werden kann, ist es wichtig, sich für oder gegen die Organspende zu entscheiden und diese Entscheidung in einem Organspendeausweis festzuhalten.

Wer kommt als Organspender in Frage?

Abgesehen von einer Lebendorganspende ist eine Organspende nur nach Feststellung des Todes möglich. Bei bestimmten Infektionen oder Krebserkrankungen kann eine Organentnahme ausgeschlossen sein. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Entscheidend ist der allgemeine Gesundheitszustand. Generell eignen sich bei jüngeren Verstorbenen mehr Organe zur Transplantation als bei älteren. Für Gewebe wie Gehörknöchelchen und Augenhornhäute gibt es keine Altersgrenze. Auch nach unten gibt es keine Altersgrenze für eine Organspende, bei Kleinkindern entscheiden allerdings die Eltern. Jugendliche können bereits ab dem 16. Geburtstag selbstständig ihre Bereitschaft zur Organspende dokumentieren und ab dem 14. Geburtstag einer Organentnahme widersprechen.

Welche Organe können gespendet werden?

Als Organe zur Transplantation kommen Niere, Leber, Herz, Lunge, aber auch Bauspeicheldrüse und Dünndarm in Betracht. Häufiger jedoch werden Gewebe wie Hornhaut, Haut, Gefäße, Herzklappen, Sehnen, Bänder, Knochen transplantiert. Dabei kann im Organspendeausweis eine generelle Zustimmung oder Ablehnung dokumentiert werden, jedoch auch die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe eingeschränkt werden.

Wo erhalte ich einen Organspendeausweis?

hierOrganspendeausweise gibt es kostenlos in vielen Arztpraxen und Apotheken. Sie können den Ausweis aber auch hier ausfüllen und ausdrucken.

Was steht alles im Organspendeausweis?

Im Organspendeausweis stehen zum einen Name, Anschrift und Geburtsdatum. Zum anderen kann man sich mit einem Organspendeausweis generell für eine Organspende aussprechen. Möglich ist aber auch, die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe einzuschränken, bestimmte Organe auszuschließen oder einer Organspende generell zu widersprechen. Außerdem kann man eine Person benennen, die im Todesfall benachrichtigt werden soll.
Wichtig ist zu wissen, dass man sich mit dem Organspendeausweis keineswegs endgültig festlegt. Wer seine Einstellung zur Organspende ändert, muss lediglich die alte Erklärung vernichten. Auf einem neuen Ausweis kann man seine geänderte Einstellung festhalten.

Welche Regelungen gelten in Deutschland beziehungsweise Europa?

In der Mehrzahl der europäischen Länder gilt eine Widerspruchslösung, die besagt, dass Personen, die einer Organspende zu Lebzeiten nicht ausdrücklich wiedersprochen haben, Organe nach Feststellung des Todes entnommen werden dürfen. In Deutschland gilt die Entscheidungslösung, wodurch eine Organentnahme nur nach Zustimmung (der Person oder Bevollmächtigter) erfolgen darf. Diese Lösung setzt eine ausreichende Information der Bürger voraus. Relativ gesehen gibt es in Deutschland weniger Organspender als beispielsweise in Österreich, wo eine Widerspruchslösung gilt.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 15.02.2019