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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 14.02.2019

Aufenthaltstitel

Wollen Sie länger als 90 Tage in Deutschland bleiben, gilt: Sind Sie Schweizer, müssen Sie bei der Ausländerbehörde im Landratsamt Ihren Aufenthalt mit diesem Formular anzeigen.

Als Bürger eines Landes, das weder der EU noch dem Europäischen Wirtschaftsraum angehört, müssen Sie bei der Ausländerbehörde am Landratsamt einen „Aufenthaltstitel“ beantragen. Dieser gilt als Nachweis, dass Sie berechtigt sind, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Seit 2011 wird Ihr Titel auf einer elektronischen Karte gespeichert. Beim elektronischen Aufenthaltstitel (kurz eAT) handelt es sich um ein Dokument im Kreditkartenformat mit elektronischen Zusatzfunktionen.  

Die bisherigen Aufenthaltstitel in den Reisepässen und Passersatzpapieren behalten dennoch ihre eingetragene Gültigkeit bis längstens 31. August 2021! Ein kostenpflichtiger Umtausch von gültigen Aufenthaltstiteln ist unnötig! Muss Ihr Aufenthaltstitel verlängert werden, stellen Sie rechtzeitig einen Antrag bei uns - wegen der Umstellung des Verfahrens müssen Sie mit längeren Wartezeiten rechnen. 

Hinweis: Sollten Sie Ihren Pass, ein entsprechendes Ersatzdokument oder Ihren elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) verloren haben, melden Sie das bitte unverzüglich der Ausländerbehörde. Füllen Sie dazu dieses Formular zur Verlustanzeige aus.

Der elektronische Aufenthaltstitel (eAT) wird seit 1. September 2011 ausgestellt für Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis, die Erlaubnis zum Daueraufenthalt in der Europäischen Gemeinschaft (EG), die Aufenthaltskarte bzw. Daueraufenthaltskarte für Familienangehörige von EU-Bürgern, die nicht selbst Unionsbürger sind und für die Aufenthaltserlaubnis für Schweizer Bürger.

Fragen und Antworten

Was hat sich mit dem elektronischen Aufenthaltstitel geändert?

Der eAT besitzt einen kontaktlosen Chip, auf dem die biometrischen Merkmale (Lichtbild, nach Vollendung des 6. Lebensjahres zwei Fingerabdrücke), persönliche Daten und mögliche Nebenbestimmungen zum Aufenthaltstitel gespeichert sind.  

Ziel ist die europaweite Vereinheitlichung der Aufenthaltstitel für alle Ausländer, die nicht Staatsbürger der Europäischen Union sind (Drittstaatsangehörige). Durch die Nutzung biometrischer Daten wird die Bindung zwischen Dokumenteninhaber und Dokument erhöht sowie vor missbräuchlicher Nutzung geschützt.

Benötigt man einen eigenen eAT für jeden Familienangehörigen?

Ja. Jeder Drittstaatsangehörige - also auch jeder Säugling und jedes Kind - benötigen einen eigenen elektronischen Aufenthaltstitel.

Wo kann man den elektronischen Aufenthaltstitel beantragen?

Beantragen können Sie den neuen elektronischen Aufenthaltstitel weiterhin bei der örtlich zuständigen Ausländerbehörde.

Wie lange ist der elektronische Aufenthaltstitel gültig?

Die Gültigkeit des eAT richtet sind nach der Art des Aufenthaltstitels bzw. der Bescheinigung über ein Aufenthaltsrecht und der aufenthaltsrechtlichen Entscheidung der Ausländerbehörde. Bei unbefristeten Aufenthaltstiteln ist die Nutzbarkeit der elektronischen Karte auf zehn Jahre begrenzt. Nach zehn Jahren muss eine neue Karte ausgestellt werden.

Bedeutet die Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels, dass die bisherigen Aufenthaltstitel ungültig werden?

Nein! Die bisherigen Aufenthaltstitel in den Reisepässen und Passersatzpapieren behalten ihre eingetragene Gültigkeit bis längstens 31. August 2021!

Deshalb ist ein kostenpflichtiger Umtausch von gültigen Aufenthaltstiteln in Etikettenform in den neuen elektronischen Aufenthaltstitel weder sinnvoll, noch erforderlich!

Wie erhält man den elektronischen Aufenthaltstitel?

Persönliche Vorsprache bei Antragstellung
Da auf dem Chip Fingerabdrücke gespeichert werden, müssen alle Antragsteller ab dem vollendeten 6. Lebensjahr zwingend persönlich in der Ausländerbehörde vorsprechen. Erst wenn alle Erteilungsvoraussetzungen erfüllt sind, kann der elektronische Aufenthaltstitel bei der Bundesdruckerei bestellt werden.

Persönliche Vorsprache bei Abholung
Nach der Fertigstellung sendet die Bundesdruckerei den elektronischen Aufenthaltstitel an die Ausländerbehörde. Sie erhalten ein Schreiben der Bundesdruckerei mit einem Pin-Brief. Sobald Sie diesen Brief erhalten haben, können Sie Ihren eAT bei der Ausländerbehörde im Landratsamt abholen. Dazu müssen Sie persönlich kommen. Dritte, etwa Ehepartner oder die Eltern, können die Karte nicht entgegennehmen!

Wie viel kostet der elektronische Aufenthaltstitel?

Die hohen Herstellungskosten des neuen elektronischen Aufenthaltstitels führen zwangsläufig zu einer deutlichen Gebührenerhöhung. So wird die Erteilung oder Verlängerung eines Aufenthaltstitels künftig etwa 50 Euro über den heutigen Kosten liegen. Schon aus diesem Grund macht der Umtausch der weiterhin gültigen Aufenthaltstitel in Etikettenform keinen Sinn.

Wie lange dauert die Ausstellung voraussichtlich?

Der eAT wird ausschließlich von der Bundesdruckerei in Berlin ausgestellt und anschließend an die zuständige Ausländerbehörde zur Aushändigung versandt. Dadurch verlängern sich die bisherigen Bearbeitungszeiten um rund vier bis sechs Wochen.

Die Ausländerbehörden haben auf diese Wartezeiten keinen Einfluss!
Wir bitten Sie deshalb um vorherige telefonische Terminvereinbarung und im Falle einer Urlaubsreise bei zu verlängerndem Aufenthaltstitel um Vorsprache mindestens drei Monate vor Antritt der Reise!

Die Ausländerbehörde ist seit 1. September 2011 nicht mehr in der Lage, den Aufenthaltstitel direkt bei der Vorsprache auszustellen oder zu verlängern. Diese Regelung gilt auch für Passüberträge.

Sie wollen in Deutschland studieren oder hier für einige Zeit arbeiten? Wenn Sie kein EU-Staatsangehöriger sind und nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen, benötigen Sie dafür eine Aufenthaltserlaubnis. Eine Aufenthaltserlaubnis ist zeitlich befristet. Sie kann aber Grundlage für ein ständiges Aufenthaltsrecht sein. Eine Verlängerung können Sie bei der Ausländerbehörde des Landratsamtes beantragen. Eine besondere Form der Aufenthaltserlaubnis ist die Blaue Karte EU.

Fragen und Antworten

Unter welchen Voraussetzungen erhalte ich eine Aufenthaltserlaubnis?
  • Beantragen Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis, solange Ihr Visum noch gültig ist.
  • Ihr Lebensunterhalt muss gesichert sein. Dazu gehört auch ein ausreichender Krankenversicherungsschutz.
  • Ihre Identität und Staatsangehörigkeit muss geklärt sein.
  • Es liegt kein Ausweisungsgrund gegen Sie vor.
  • Ihr Aufenthalt gefährdet nicht die Interessen der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie besitzen einen gültigen Pass und sind als Visumspflichtiger mit entsprechendem Visum eingereist.
Wie kann ich eine Aufenthaltserlaubnis beantragen?

Eine Aufenthaltserlaubnis beantragen Sie bei der Ausländerbehörde des Landkreises, in dem Sie sich aufhalten. Wenn Sie sich im Unterallgäu befinden, müssen Sie Ihren Antrag bei der Ausländerbehörde im Landratsamt Unterallgäu stellen. Bei Fragen wenden Sie sich an die Ausländerbehörde.

Darf ich mit einer Aufenthaltserlaubnis auch in Deutschland arbeiten?

Laut Zuwanderungsgesetz gilt ein Anwerbestopp für Angehörige von Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Doch das Gesetz lässt auch viele Ausnahmen zu. Eine Arbeitsstelle dürfen Sie nur annehmen, wenn dies laut Ihrer Aufenthaltserlaubnis ausdrücklich erlaubt ist. Bei Fragen wenden Sie sich an die Ausländerbehörde.

Wer erhält die Blaue Karte EU?

Die Blaue Karte EU erhalten Sie, wenn Sie als Ausländer in Deutschland einer hochqualifizierten Beschäftigung nachgehen. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Außerdem müssen Sie ein verbindliches Arbeitsplatzangebot mit einem bestimmten Mindestgehalt vorweisen können. Sie müssen die Blaue Karte EU bereits vor Ihrer Einreise nach Deutschland bei der deutschen Auslandsvertretung in Ihrer Heimat beantragen.

Wer 33 Monate mit der Blauen Karte EU in Deutschland lebt, kann eine Niederlassungserlaubnis erhalten, also einen unbefristeten Aufenthaltstitel.

Wie kann ich einen befristeten Aufenthaltstitel verlängern?

Für die Verlängerung Ihres Aufenthaltstitels ist die Ausländerbehörde des jeweiligen Landkreises zuständig.

Wenn Sie seit fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland haben, können Sie sich um einen unbefristeten Aufenthaltstitel bemühen - eine so genannte Niederlassungserlaubnis.

Fragen und Antworten

Welche Anforderungen muss ich erfüllen, um eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten?
  • Ihr Lebensunterhalt muss gesichert sein.
  • Sie haben mindestens 60 Monate Pflichtbeinträge oder freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet.
  • Ihnen steht ausreichender Wohnraum für sich und Ihre Familie zur Verfügung.
  • Sie haben seit fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis.
  • Sie haben sich nichts zu Schulden kommen lassen (Straffreiheit).
  • Sie sprechen die deutsche Sprache und haben Grundkenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung und die Lebensverhältnisse im Bundesgebiet.

In Ausnahmefällen können Sie die Niederlassungserlaubnis bereits früher erlangen. Erkundigen Sie sich darüber bei der Ausländerbehörde im Landratsamt.

Wie beantrage ich eine Niederlassungserlaubnis?

Auch dafür ist die Ausländerbehörde des Landkreises zuständig.

Wie unterscheidet sich die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG von einer Niederlassungserlaubnis?

Der Aufenthaltstitel Daueraufenthalt-EG bietet mehr Rechte als die Niederlassungserlaubnis. Wer die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG hat, hat einen Rechtsanspruch, auch in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union längerfristig zu bleiben und dort zu arbeiten.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 14.02.2019