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Sprache und Alltag

Foto: babimu - Fotolia.com

Viele Asylbewerber wollen in Deutschland nicht einfach nur „unterkommen“. Sie möchten hier wirklich ankommen und ein Teil der Gesellschaft werden. Einen unglaublich wichtigen Beitrag dazu leisten die vielen ehrenamtlichen Helferkreise auch im Unterallgäu. Sie bieten den Asylbewerbern eine erste Anlaufstelle, Hilfe und Orientierung. Denn für die wenigsten ist das, was für uns hier „ganz normal“ ist, ebenso selbstverständlich. Neben Sprachbarrieren gibt es viele kulturelle Unterschiede. Wenn alle Seiten offen damit umgehen, kann jeder von dieser Vielfalt profitieren.

Auf dieser Seite haben wir verschiedenste Informationen und vor allem eine umfassende Linksammlung über Sprachlernhilfen und den Alltag in Deutschland zusammengestellt.

Fragen und Antworten

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Gibt es Hilfsmittel, um Asylbewerbern einen Einblick in verschiedene „Verhaltensregeln“ in Deutschland zu geben und ihnen das Ankommen zu erleichtern?

Folgende Handreichungen oder Apps stehen hier zur Verfügung - dabei handelt es sich jedoch nur um eine kleine Auswahl von Asyl-Koordinatorin Elena Münnich:

  • „Ankommen“ - App für Smartphones: Die App ist ein Wegbegleiter zur schnellen und umfassenden Orientierung während der ersten Wochen in Deutschland. Ziel ist es, die wichtigsten Informationen zur raschen Integration der Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen: Hinweise zu Werten und Leben in Deutschland finden sich dort ebenso wie Infos zum Asylverfahren sowie zum Weg in Ausbildung und Arbeit. In die App ist zudem ein kostenloser, multimedialer Sprachkurs integriert, der eine alltagsnahe Unterstützung für die ersten Schritte auf Deutsch bietet. „Ankommen“ steht in den fünf Sprachen Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch und Deutsch zur Verfügung und ist nach dem Download auch ohne Internetzugang nutzbar.
    Übrigens: Die Gesamtverantwortung für das App-Gemeinschaftsprojekt hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Es hat gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Goethe-Institut die Inhalte bereitgestellt. Der BR hat die technische Entwicklung der App realisiert und berät die Partner in redaktionell-didaktischer Hinsicht.
  • Refugee-Guide: Empfehlenswert ist beispielsweise der „Refugee-Guide“, in dem alltägliche Gegebenheiten und Situationen in Deutschland erklärt werden. Diese „Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland“ ist in vielen Sprachen, wie beispielsweise Albanisch, Französisch, Dari oder Arabisch, übersetzt und steht unter www.refugeeguide.de kostenlos zur Verfügung.
  • Anregungen für die Freizeitgestaltung und für Projekte mit Flüchtlingen findet man auf der Seite www.helferwissen.org. Enthalten sind genaue Anleitungen und auch mehrsprachige Einladungen zu den Aktionen. Vielleicht ist auch eine Idee für Sie dabei oder Sie möchte eines Ihrer Projekte dort für andere Helfer zur Verfügung stellen?
  • Auf der Homepage der ARD gibt es einen „Wegweiser für Flüchtlinge“. Dort findet man beispielsweise die „Tagesschau in 100 Sekunden“ auf Englisch und Arabisch oder einen Link zum ebenfalls mehrsprachigen „Refugee Radio“. Klicken Sie hier und wir leiten Sie dorthin weiter.
  • Grundgesetz auf Deutsch, Englisch und Arabisch: Im Shop der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) findet man im kostenfreien Angebot beispielsweise auch ein Minilexikon mit aktuellen Zahlen zum Thema Flucht und Asyl, ein Willkommensplakat für Flüchtlingskinder in mehreren Sprachen oder Auszüge aus dem Grundgesetz für die BRD auf Deutsch, Englisch und Arabisch aufbereitet. Zu finden ist der bpb-Shop unter www.bpb.de/shop
  • Weitere interessante Links finden Sie in der Linksammlung im unteren Teil dieser Seite.
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Welche Internetseiten und Hilfsmittel sind beim Thema Deutschlernen hilfreich und empfehlenswert?

Gerade zum Thema Deutsch lernen gibt es unzählige interessante Internetseiten. Wir stellen hier nur eine kleine Auswahl vor. Weitere Links findet man in der Linksammlung im unteren Teil dieser Seite.

  • Übersetzungshilfe für Ehrenamtliche, Gemeinden und Bürger: Von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern wurde eine interaktive Übersetzungshilfe entwickelt. Sie unterstützt die Verständigung mit Flüchtlingen in verschiedensten Situationen. Die wichtigsten Wörter und Sätze aus unterschiedlichen Themenbereichen, z. B. Gesundheit und Recht, stehen in 28 Sprachen zur Verfügung und können kostenlos heruntergeladen werden unter www.refugeephrasebook.de
  • Kostenlose Wörterbücher: Herbert Thurn von Bücher Thurn, Mindelheim, hat 400 Wörterbücher (Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch) für Asylbewerber im Unterallgäu gespendet. Diese können gegen einen Gutschein in der Buchhandlung in der Maximiliansstraße 12 in Mindelheim abgeholt werden. Die Gutscheine sind erhältlich bei Asylkoordinatorin Elena Münnich im Landratsamt.
  • Sprachtafel „Lerne Deutsch“: Auf der Sprachtafel „Lerne Deutsch!“ wird mit Piktogrammen der Basiswortschatz symbolisiert. Die Begriffe sind thematisch in Bereiche wie Schule, Behörde, Freizeit oder Wohnungseinrichtung gegliedert und bieten einen guten Überblick über praktische Vokabeln für Deutschlerner. Die Sprachtafel ist über Asyl-Koordinatorin Elena Münnich erhältlich oder kann hier heruntergeladen werden.
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Werden Deutschkurse finanziell gefördert?

Die Landes-Arbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (lagfa bayern e. V.) unterstützt die ehrenamtlichen Leiter von Deutschkursen für Asylbewerber mit einer Sachkostenpauschale von 500 Euro. In den Kursen geht es vor allem darum, Grundzüge der deutschen Sprache so beizubringen, dass sich die Asylbewerber in alltäglichen Situationen zurechtfinden. Die Pauschale darf für Sachkosten genutzt werden, die bei der Organisation der Sprachkurse entstehen. Darunter fallen Mietkosten für den Schulungsraum, Materialkosten, Fahrtkosten der ehrenamtlichen/freiwilligen Deutschlehrer, sonstige Kostenerstattung für den Aufwand der Kursleitung (z. B. Fortbildungskosten), allerdings keine Honorare, Aufwandspauschalen usw. für die Kursleitung.

Voraussetzungen für die Förderung sind:

  • Der Deutschkurs muss einen Umfang von mindestens zwei Unterrichtseinheiten (à 45 Minuten) pro Woche haben.
  • Es müssen mindestens 50 Unterrichtseinheiten sein.
  • Mindestens fünf erwachsene Teilnehmer/innen müssen regelmäßig anwesend sein (Nachweis durch Unterschriftenliste der ersten drei Unterrichtstermine).
  • Der Kurs muss mindestens drei Monate dauern.

Die Pauschale kann von Wohlfahrtsverbänden, Pfarrgemeinden, Vereinen, Kommunen und von engagierten Einzelpersonen beantragt werden. Ein vollständiger Antrag beinhaltet:

  • vollständig und wahrheitsgemäß ausgefüllter Antrag in zweifacher Ausführung (den Antrag finden Sie hier)
  • von den Kursteilnehmern unterschriebene Anwesenheitsliste (im Original) von drei Terminen
  • Unterschrift des Kursleiters
  • Einsendung per Post
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Wie kann ein Ausländer, Flüchtling oder Asylbewerber seinen Führerschein in Deutschland anerkennen lassen oder einen Führerschein erwerben?

Die Führerscheinstelle des Landratsamts hat die wichtigsten Informationen zum Thema Führerschein für Ausländer und Asylbewerber in einem Informationsblatt zusammengestellt. Dabei geht es um die notwendigen Unterlagen und Papiere ebenso wie um Informationen rund um die Fahrprüfung. Das Infoblatt können Sie hier herunterladen.

Zunächst einige grundsätzliche Themen:

  • Mit einer ausländischen Fahrerlaubnis darf unter keinen Umständen in Deutschland gefahren werden, ehe nicht geklärt ist, ob der Führerschein hier überhaupt anerkannt wird. Es handelt sich sonst um Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 Straßenverkehrsgesetz)!
  • Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollte der Betroffene vor Beginn der Fahrschulausbildung unbedingt persönlich mit Führerschein und Identitätspapieren sowie einer Person, die ausreichend Deutsch oder Englisch spricht, in die Führerscheinstelle nach Mindelheim kommen, um den Einzelfall klären zu lassen!
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Gibt es Infomaterial rund um das Thema richtiges Verhalten im Straßenverkehr?

Die ADAC-Stiftung „Gelber Engel“ hat zusammen mit Verkehrsexperten des ADAC e.V. einen Flyer mit den wichtigsten Verkehrsregeln für Flüchtlinge entwickelt. Diesen können Sie hier herunterladen.

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Viele Flüchtlinge können nicht schwimmen. Gibt es mehrsprachige Sicherheitshinweise? Und wer bietet Schwimmkurse für Flüchtlinge an?

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft bietet auf ihrer Internetseite Baderegeln in mehreren Sprachen zum Download an.

Für weitere Informationen und um Schwimmkurse für Flüchtlinge zu organisieren, nehmen Sie Kontakt zur Kreiswasserwacht Unterallgäu auf, per E-Mail an Opens window for sending emailkreisww(at)kvunterallgaeu.brk.de

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Haben die Asylbewerber eine Haftpflichtversicherung?

Über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung muss jeder Asylbewerber selbst entscheiden.

Der Landkreis Unterallgäu schließt keine Privathaftpflichtversicherung für Asylbewerber ab, da dies unter anderem gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen würde. In Deutschland ist jeder selbst für seine Versicherungen verantwortlich; eine Versicherung durch die öffentliche Hand gibt es nicht - auch nicht für Empfänger von Arbeitslosengeld II oder andere Bedürftige.

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Was gilt bei der Teilnahme am Sportangebot von Vereinen in Sachen Versicherungsschutz?

Viele Vereine bieten bereits spezielle Sportangebote - außerhalb der regulären Mitgliedschaften - für Flüchtlinge und Asylbewerber an. Damit durch dieses Engagement nicht auch noch zusätzliche finanzielle Belastungen auf die Vereine zukommen, hat der Bayerische Landessportverband (BLSV) die kompletten Kosten für eine pauschale Sportversicherung bei der ARAG für alle Asylbewerber und Flüchtlinge übernommen, die an Angeboten der BLSV-Mitgliedsvereine teilnehmen.

Abgedeckt sind Unfall- und Haftpflichtschäden. Die teilnehmenden Personen müssen dem BLSV nicht gemeldet werden und benötigen keinen Mitgliedsstatus für diese Versicherung. Sollten Asylbewerber und Flüchtlinge allerdings länger im Verein bleiben und am Spiel- oder Mannschaftsbetrieb teilnehmen, müssen sie als Mitglieder gemeldet werden. Sonst könnte für sie keine Startberechtigung oder ein Spielerpass beantragt werden. Über diese Anmeldung sind sie dann ohnehin in der standardmäßigen Sportversicherung des BLSV abgesichert.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

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Wie kann man Asylbewerbern helfen, wenn sie ihre Angehörigen suchen?

Über den Suchdienst des Roten Kreuzes ist es möglich, nach Angehörigen suchen zu lassen, zu denen Asylbewerber den Kontakt verloren haben. Folgende Such-Möglichkeiten gibt es:

  • Poster-Suche „Trace the Face“: Es besteht die Möglichkeit, ein Passbild des suchenden Flüchtlings auf einem Poster zu veröffentlichen. Auf diesem wird dann vermerkt, nach wem gesucht wird, also z.B. „I’m looking for my family/brother/sister, … (Ich suche nach meiner Familie/Bruder/Schwester, …). Das Poster wird in Gemeinschaftsunterkünften, Ausländerbehörden und sonstigen Behörden, die mit Migranten zu tun haben, ausgehängt und ist im Internet unter www.tracetheface.org einsehbar. Wenn einer der anderen Flüchtlinge den Suchenden erkennt und Informationen zum Verbleib der Gesuchten hat, kann er mit dem Suchenden über das Rote Kreuz in Verbindung treten.
    Die erforderlichen Formulare gibt es nur bei der BRK-Suchdienst-Beratungsstelle Kempten.

BRK-Suchdienst-Beratungsstelle Kempten
Ursula Cassier
Haubenschloßstraße 12
87435 Kempten
Telefon: 0831 / 52 29 2 - 0
Email: Opens window for sending emailucassier(at)kvoberallgaeu.brk.de

  • Nationale Suche: Über den BRK-Suchdienst ist auch die Suche nach Kindern und deren Eltern bzw. erwachsenen Verwandten oder Geschwistern möglich, die einander innerhalb Deutschlands oder auf dem Weg nach Deutschland in Österreich, Kroatien oder beim jeweiligen Grenzübertritt verloren haben.
  • Internationale Suche: Über das Rote Kreuz besteht weiter die Möglichkeit, eine internationale Suchanfrage zu starten. Diese Anfragen können auch über die Suchdienst-Beratungsstelle Kempten eingeleitet werden. Sie werden dann über das Internationale Rote Kreuz in die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Organisationen herangetragen. Da es gerade im afrikanischen Bereich sehr viele unterschiedliche Regime und Diktatoren gibt, sind die Möglichkeiten des Roten Kreuzes für eine Suche im Heimatland der Flüchtlinge sehr unterschiedlich. Weitere Auskünfte hierzu gibt es über die Suchdienst-Beratungsstelle Kempten bekommen. Die Suchdienst-Beratungsstelle ist für das Unterallgäu, Ostallgäu, Stadt Memmingen und Landkreis Neu-Ulm zuständig.
  • Kontakt zu Insassen von Gefängnissen: Eine weitere Möglichkeit, mit Verwandten (die sich im Gefängnis befinden) in Kontakt zu treten, ist über das Internationale Rote Kreuz (IKRK/ICRC). Diese Tätigkeit ist ebenfalls eine der Kernaufgaben, die sich aus den Genfer Abkommen ergeben haben. Die Flüchtlinge haben dann die Möglichkeit, Briefe an den Angehörigen zu schreiben und diese über das Rote Kreuz dem Gefangenen zukommen zu lassen. Mittlerweise besteht wohl immer öfter auch die Möglichkeit von Telefonaten oder von Skype-Verbindungen. Ob diese Möglichkeiten im Einzelfall konkret umsetzbar sind hängt stark von den lokalen Gegebenheiten ab.

Externe Links

  • Eine mehrsprachige Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland findet man unter www.refugeeguide.de
  • Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen von Sprachunterricht in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, Schulungen und Austauschtreffen findet man hier.
  • Baderegeln in mehreren Sprachen finden Sie auf der Internetseite der DLRG.

Konzepte für Sprachkurse

Übersetzungshilfen

Portale

Aufgabenblätter

Übungen mit Medien

 

Ansprechpartner

Asyl-Koordination

Elena Münnich
Telefon: (08261) 995-183

Caritas-Asyl-Sozialberatung

Sarah Dillmann
Telefon: (08261) 7368989

Caritas-Asyl-Sozialberatung

Stephan Haggenmiller
Telefon: (08331) 4984622

Caritas-Asyl-Sozialberatung

Jennifer Hope
Telefon: (08261) 7368989

Caritas-Asyl-Sozialberatung

Alexandra Rauh
Telefon: (08261) 7368989

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