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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020

Projekt gegen häusliche Gewalt wird fortgesetzt

Von: sdo

Schnelle Hilfe für die Opfer häuslicher Gewalt leisten, das ist das Ziel des Projekts MMUM, das der Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen zusammen mit dem "Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder" im Jahr 2007 ins Leben gerufen hatten. Jetzt beschloss der Jugendhilfeausschuss des Unterallgäuer Kreistags, das Projekt zwei weitere Jahre zu unterstützen. Weitere Themen der jüngsten Sitzung waren die Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Türkheim, die Änderung der Vollzeitpflegesätze und Änderungen der Zuschussrichtlinien des Kreisjugendrings. Darüber hinaus erhielten die Mitglieder eine Zwischenbilanz der Projekte „Fit fürs Leben - kompetent für den Beruf“ und Elterntalk.

  • MMUM wird fortgesetzt: Bei 51 Fällen häuslicher Gewalt sei MMUM im vergangenen Jahr tätig geworden, so Elisabeth Egg vom Frauenhaus Memmingen. Die Beratungsstelle arbeite hier sehr eng und gut mit der Polizei zusammen. MMUM biete Gespräche an und helfe den Frauen in ihrer schwierigen Situation weiter. „Leider hat dieses Projekt nach wie vor hohe Aktualität“, meinte Landrat Hans-Joachim Weirather. „Wir sind weit davon entfernt, uns von diesem Problem zu verabschieden.“ Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, das Kooperationsprojekt mit dem „Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder“ und der Stadt Memmingen zwei weitere Jahre finanziell zu unterstützen.
  • Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Türkheim soll erweitert werden: Die Jugendsozialarbeit an der Hauptschule Türkheim soll als wichtige Präventionsmaßnahme nach dem Willen des Jugendhilfeausschusses ausgebaut werden. So empfiehlt das Gremium dem Kreisausschuss, künftig eine Halbtagesstelle anstelle der bisherigen Viertelstelle zu finanzieren. Die dadurch entstehenden Zusatzkosten sollen sich Landkreis und Schulaufwandsträger teilen. Zielgruppe der Jugendsozialarbeit sind junge Menschen mit gravierenden sozialen und erzieherischen Problemen, die verstärkt Unterstützung benötigen. Rektor Bernhard Negele hatte dem Jugendhilfeausschuss den zusätzlichen Bedarf an seiner Schule erläutert.
  • Vollzeitpflegesätze werden erhöht: Rückwirkend ab 1. Januar 2010 erhöht der Landkreis Unterallgäu die Pauschalen für Pflegeeltern. Für Kinder bis zum 6. Lebensjahr erhalten die Pflegeeltern künftig 690 Euro monatlich (zuvor: 638 Euro), für Kinder von 7 bis 12 Jahren 784 Euro (720 Euro) und für Kinder ab dem 13. Lebensjahr 908 Euro (830 Euro). Dadurch entstehen Netto-Mehrausgaben von rund 34.000 Euro im Jahr. Die Höhe der Pflegepauschale ist an den Mindestunterhalt für Kinder angelehnt. Dieser war zum 1. Januar 2010 erhöht worden.
  • Positive Zwischenbilanzen: Sowohl das EU-Projekt „Fit fürs Leben - kompetent für den Beruf“ als auch der „Elterntalk“ laufen sehr erfolgreich. Diese Zwischenbilanzen zogen Monika Moser und Lisa Huber vom Kreisjugendring sowie die Regionalbeauftragte des Elterntalks, Stefanie Wagner. 2009 seien in 110 Elterntalks insgesamt 700 Eltern erreicht worden - 70 Prozent von ihnen hätten einen Migrationshintergrund, so Wagner. Ziel sei, neben den türkischen Moderatorinnen, die den Elterntalk bereits anbieten, nun auch eine russische Moderatorin zu finden.
  • Geänderte Zuschussrichtlinien: Vorbehaltlich der Zustimmung der Vollversammlung sollen die Zuschussrichtlinien des Kreisjugendrings angepasst werden. Auch hierfür sprach sich der Jugendhilfeausschuss einstimmig aus.

 

Nähere Informationen über die Arbeit des Kreistags und seiner Ausschüsse finden Sie auf diesen Seiten unseres Internetauftritts.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020