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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.11.2019

Schädling frisst Buchsbäume kahl - Was man alternativ pflanzen kann

Von: Pressestelle

Ob in privaten Gärten, Parks oder auf Friedhöfen: Seit der Buchsbaumzünsler in Europa angekommen ist, frisst der Schädling immer mehr Buchsbäume kahl - auch im Unterallgäu. Wer stark geschädigte oder abgestorbene Buchse ersetzen möchte, sollte auch an Alternativen denken, raten Markus Orf und Andrea Prankl. Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu und die Gartenbauingenieurin vom Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost haben einige Empfehlungen zusammengestellt. Pflanzzeit ist idealerweise im Herbst.

Der Buchsbaumzünsler ist Orf zufolge insbesondere seit diesem Frühjahr im Unterallgäu aktiv. Viele Buchse seien stark geschädigt. Pflanzt man als Ersatz einen neuen Buchs, müsse immer wieder mit einem Befall gerechnet werden. Denn Experten gehen davon aus, dass der Schädling nicht mehr ausgerottet werden kann. Als Alternativen bieten sich für Formschnitte oder zur Umrandung von Beeten folgende Pflanzen an:

  • Eibe: Bei der Eibe handelt es sich um ein immergrünes Nadelgehölz. Sie erreicht eine Höhe von zwei bis zehn Meter. Die anspruchslose Eibe kommt mit einem sonnigen bis schattigen Standort zurecht. Wegen ihrer guten Schnittverträglichkeit und ihres dichten und langsamen Wuchses wird die Eibe oft als Sichtschutzhecke oder für Formschnitte verwendet.
  • Buchsblättrige Berberitze „Nana“: Die immergrüne, kompakt wachsende Berberitze besitzt blau-dunkelgrüne, ledrige Blätter. Sie erreicht eine Höhe von 30 bis 50 Zentimeter. Die Berberitze ist anspruchslos an den Boden und benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Verwendung findet diese Zwergform oft in Steingärten, auf dem Friedhof oder als kleine Hecke.
  • Heckenkirsche: Die Heckenkirsche ist ein immergrünes Gehölz, das eine Höhe von 70 Zentimetern bis zu einem Meter erreicht. Die Blätter sind klein, oval und glänzend. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und windgeschützt sein. Ansonsten ist die Heckenkirsche anspruchslos. Durch ihre gute Schnittverträglichkeit eignet sich diese auch für Formschnitte.
  • Zwergliguster: Dieser meist wintergrüne Zwergstrauch erreicht eine Höhe von 50 bis 70 Zentimeter. Die Blätter sind tiefgrün, schmal, elliptisch. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten stellt der Liguster keine besonderen Ansprüche an den Boden. Verwendet wird er für kleine Hecken und Randstreifen.
  • Kriechspindelstrauch: Beim Spindelstrauch handelt es sich um einen immergrünen Kleinstrauch, der auch als Bodendecker verwendet werden kann. Er wird 25 bis 40 Zentimeter hoch. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten stellt der Spindelstrauch keine besonderen Ansprüche. Er sollte aber ein bis zwei Mal im Jahr geschnitten werden, um diesen in der gewünschten Form zu halten. Geeignete Sorten sind zum Beispiel „Emerald Gold“, „Emerald Gaiety“ oder „Silver Queen“.
  • Spiraea: Je nach Sorte können Spiersträucher zwischen 45 Zentimeter und einem Meter hoch werden. Die Sträucher sind laubabwerfend. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, ansonsten sind sie anspruchslos und gut schnittverträglich. Geeignete Sorten sind zum Beispiel „Anthony Waterer“, „Albiflora“, „Magic Carpet“, „Little Princess“, „Golden Princess“ und „Shirobana“.
  • Japanische Stechpalme: Die Stechpalme sieht dem Buchs sehr ähnlich. Sie kann eine Höhe von zwei bis drei Meter erreichen. Sie ist ein immergrünes, gut schnittverträgliches Gehölz, das für den Halbschatten geeignet ist. Der Boden sollte durchlässig und schwachsauer sein. Zugige Standorte sollte man meiden.

Der Buchsbaumzünsler und seine Bekämpfung

  • Der Buchsbaumzünsler wurde vor einigen Jahren aus Asien nach Europa eingeschleppt. Seitdem breitet sich der Schädling immer weiter aus. Seit diesem Jahr ist der Zünsler auch im Unterallgäu massiv aktiv.
  • Das Tier überwintert in Buchsbäumen und überlebt Temperaturen von bis zu zwölf Grad minus. Im Frühjahr beginnen die Raupen zuerst die Blätter und anschließend die Rinde zu fressen. Dabei sterben alle Pflanzenteile oberhalb der Fraßstelle ab. Nach einer Puppenruhe Ende Mai schlüpfen die Falter und legen rund 150 Eier auf den Blattunterseiten ab. Dann folgt eine zweite Generation des Schädlings. In warmen Jahren kann der Zünsler bis zu vier Generationen pro Jahr ausbilden.
  • Buchsbäume sollten regelmäßig auf einen Befall kontrolliert werden. Die Raupen befinden sich vorwiegend im Pflanzeninneren und sind aufgrund ihrer guten Tarnung oft schwer zu erkennen. Die Tiere sollten abgesammelt und deren Gespinste herausgeschnitten werden. Alternativ kann man den Buchs auch mit einem Hochdruckreiniger abspritzen, wobei auch das Innere der Pflanze erfasst werden muss. Entfernte, befallene Pflanzenteile oder abgeschwemmte Raupen müssen in Säcke verpackt über die Restmülltonne entsorgt werden. Wer größere Mengen entsorgen muss, kann die Säcke zur Umladestation in Breitenbrunn bringen oder das Schnittgut abgedeckt bei bestimmten Entsorgungsbetrieben anliefern. An den Wertstoffhöfen werden befallene Pflanzen nicht angenommen. Möglich ist auch eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln. Diese sollten aber nur Personen mit Fachwissen verwenden. Denn die Mittel können nur wirken, wenn die Pflanze richtig behandelt wird.

Info: Fragen zur Entsorgung beantwortet die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu unter (08261) 995-367 oder -467. Viele weitere Informationen im Internet unter www.unterallgaeu.de/schaedlinge  

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.11.2019