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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 16.08.2019

Klimaschutz soll im Unterallgäu Schule machen

Von: Klimaschutz/Pressestelle

Matthias Klaubert stellte Unterallgäuer Lehrern das Projekt Klimaschule vor. Foto: Eva Büchele/Landratsamt Unterallgäu

Wie groß ist eigentlich der ökologische Fußabdruck einer Schule – von der morgendlichen Anfahrt der Schüler und Lehrer über Papierverbrauch, Mensabetrieb, Heizung, Strom bis hin zu Klassenfahrten? Das Hildegardis-Gymnasium Kempten mit rund 1000 Schülern hat dies in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu berechnet: 390 Tonnen Kohlendioxid wurden hier im Schuljahr 2015/2016 ausgestoßen. Dadurch schmelzen in einem Jahr etwa 1200 Quadratmeter arktisches Gletschereis. So genau erklären kann das Lehrer Matthias Klaubert, der am Hildegardis-Gymnasium das Projekt „Klimaschule“ koordiniert. Über dieses Projekt informierte er Lehrkräfte der Schulen im Kreis Unterallgäu und in der Stadt Memmingen bei der Fortbildung „Klimaschutz im Schulalltag umsetzen und Energiewende erlebbar machen“.

Organisiert hat die Veranstaltung die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu in Zusammenarbeit mit den Schulämtern Unterallgäu-Memmingen und der staatlichen Berufsschule Mindelheim.  Die Fortbildung greife ein Thema auf, das derzeit bei Schülern brandaktuell sei, verdeutlichten eingangs Schulrat Alfred Eberle und Sven Meyer-Huppmann, stellvertretender Schulleiter der Berufsschule. Sie nahmen damit Bezug auf die „Fridays for Future“-Demonstrationen.

Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte betonte, sie wolle die Unterallgäuer Schulen motivieren, sich auf den Weg zur Klimaschule zu machen. „Die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt wird Sie dabei begleiten“, versprach sie. Beispielsweise würden die Kosten für einen externen Berater übernommen, der unter anderem bei der Berechnung des ökologischen Fußabdrucks unterstützt. Denn Klaubert machte deutlich: Messbarkeit und Professionalisierung seien an einer Klimaschule wichtig.

Das Hildegardis-Gymnasium ist seit November 2017 die erste Schule in Süddeutschland, die als Klimaschule zertifiziert wurde. Entscheidend sei dafür, dass die ganze „Schulfamilie“, also Schüler, Kollegium, Hausmeister und Eltern, hinter dem Projekt stehen. Gemeinsam wurde am Hildegardis-Gymnasium ein Klimaschutzplan erarbeitet, mit dem die Zertifizierung zur Klimaschule beim Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg beantragt wurde.

Inzwischen hat die Schule über 31 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart. Klaubert stellte einige Maßnahmen vor, die dazu beigetragen haben: Die Erhöhung des Anteils biologisch erzeugter Lebensmittel in der Mensa, die Pflanzung von mehr als 2000 Bäumen, die konsequente Nutzung von Recyclingpapier, die Installation von zwei Trinkwasserspendern und die Einführung von Mülltrennungsbehältern auf den Gängen der Schule. Schritt für Schritt will das Hildegardis-Gymnasium bis 2026 klimaneutral werden, also den CO2-Ausstoß soweit wie möglich senken und den verbleibenden Ausstoß durch Klimaschutzprojekte ausgleichen. 

Im Unterallgäu befindet sich seit 2018 die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen auf dem Weg zur Klimaschule. „Wer nicht gleich das ganze Konzept der Klimaschule umsetzen will, kann auch in kleinen Schritten vorgehen und einzelne Ideen zum Klimaschutz aufgreifen. Entscheidend ist, dass das Thema Klimaschutz in der Schule angegangen wird – dabei zählt jede noch so vermeintlich kleine Maßnahme“, so Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte.

In einem zweiten Teil der Fortbildung stellte Karl Geller von der Berufsschule Mindelheim das Planspiel Energiespardorf vor, in dem sich alles um die nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung einer Gemeinde dreht. Geller führt dieses mehrstündige Planspiel mit Schülern ab der vierten Klasse durch. Die Fachstelle für Klimaschutz übernimmt die Kosten.

Zudem bietet die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu weitere Unterstützung für den Unterricht: Zum Beispiel können eine Klimakiste und Strommessgeräte ausgeliehen werden. Beim mobilen Umweltbildungsprogramm „Prima Klima Kids“ lernen die Schüler Themen wie „den ökologischen Fußabdruck“ oder richtige Mülltrennung und -vermeidung spielerisch kennen.

Alle Angebote stehen auch im Internet unter www.unterallgaeu.de/klimaschutz

 

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 16.08.2019