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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.05.2020

Infektpraxis soll niedergelassene Ärzte entlasten

Von: Pressestelle

Als Versorgungsarzt für den Landkreis Unterallgäu hat Landrat Hans-Joachim Weirather jetzt Dr. Max Kaplan aus Pfaffenhausen eingesetzt. Um die niedergelassenen Ärzte in der Corona-Krise zu entlasten, soll in den kommenden Tagen mit Kaplans Hilfe eine Infektpraxis in Mindelheim eingerichtet werden. Außerdem sollen die Unterallgäuer Arztpraxen mit einem ersten Paket an Schutzanzügen und Atemschutzmasken versorgt werden.

Hintergrund für die Entscheidung ist eine gemeinsame Bekanntmachung des bayerischen Innenministeriums und des bayerischen Gesundheitsministeriums. Demnach müssen alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern einen Versorgungsarzt einsetzen. Aufgabe dieses Versorgungsarztes ist es, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung im Katastrophenfall zu treffen. Dabei arbeitet Kaplan eng mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landkreises zusammen und hat einen Arbeitsplatz im Landratsamt bekommen.

„Die erste Aufgabe ist, die Versorgung unserer Patienten auch in Pandemiezeiten sicherzustellen“, betont Kaplan. Hierzu soll eine Infektpraxis aufgebaut werden, die Anlaufstelle für alle Menschen ist, die vermuten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Ziel ist, die Hausärzte zu entlasten und zu verhindern, dass Infizierte in die Praxen kommen, das Personal anstecken und die Praxen dadurch vorübergehend schließen müssen.

Die Infektpraxis wird im ehemaligen Gebäude der Firma Riebel in der Reinpoldstraße untergebracht und soll sieben Tage die Woche geöffnet sein. Weiter betrieben werden soll auch der Drive-In-Schalter in der Landsberger Straße in Mindelheim. Während die Infektpraxis vor allem für Patienten mit unklaren Symptomen bei Verdacht auf eine Coronainfektion gedacht ist, lässt das Gesundheitsamt am Drive-In alle sogenannten begründeten Verdachtsfälle testen. Also zum Beispiel auch Kontaktpersonen von Infizierten ohne Krankheitssymptome. Um doppelte Corona-Tests zu vermeiden, wollen sich die beiden Anlaufstellen gut verzahnen, so Kaplan und der Unterallgäuer Gesundheitsamtsleiter Dr. Ludwig Walters.

„Unser gemeinsames Ziel bleibt es, in den kommenden Zeiten die ambulante und stationäre Versorgung der Patienten im Unterallgäu sicherzustellen“, hebt Landrat Hans-Joachim Weirather hervor. „Ich bitte alle niedergelassenen Ärzten um eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Versorgungsarzt und ich verlasse mich darauf.“

Max Kaplan arbeitete bis zum Jahr 2015 drei Jahrzehnte als Hausarzt in Pfaffenhausen und war 15 Jahre als Notarzt tätig. Zudem war er viele Jahre Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Memmingen-Mindelheim und Präsident der Bayerischen Landesärztekammer sowie Vizepräsident der Bundesärztekammer.

Info: Viele aktuelle Informationen und hilfreiche Links zum Thema findet man im Internet unter www.unterallgaeu.de/corona.

 

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.05.2020