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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 20.05.2020

Infektpraxis nimmt Arbeit auf

Von: Pressestelle

Zur Entlastung der niedergelassenen Ärzte in der Corona-Krise hat der Landkreis Unterallgäu eine Infektpraxis in Mindelheim eingerichtet. Diese nimmt am Donnerstag, 9. April, ihre Arbeit auf. Die Praxis ist Anlaufstelle für Patienten, die sich möglicherweise mit dem Virus infiziert haben. Sie soll verhindern, dass diese in die Hausarztpraxen kommen, das Personal anstecken und die Praxen dadurch schließen müssen.

Die Infektpraxis wurde im ehemaligen Riebelgebäude in der Reinpoldstraße 5 untergebracht. Dafür wurde das leerstehende Gebäude laut Landrat Hans-Joachim Weirather vom Landratsamt innerhalb kürzester Zeit entsprechend umfunktioniert. Die Peschel Holding AG aus Augsburg und die Solitär Verwaltungs GmbH aus Stadtbergen haben dieses kostenlos zur Verfügung gestellt. Dafür dankt Weirather den Eigentümern. „Das Gebäude ist in gutem Zustand und mit seiner unmittelbaren Nähe zur Klinik bestens geeignet.“

Eingerichtet wurde die Infektpraxis mit Hilfe von Dr. Max Kaplan. Kaplan wurde von Landrat Weirather als sogenannter Versorgungsarzt einsetzt. Seine Aufgabe ist es, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung im Katastrophenfall zu treffen. Dazu arbeitet Kaplan auch eng mit dem Memminger Versorgungsarzt Dr. Jan Henrik Sperling zusammen. Man sehe sich als eine Versorgungsregion, so Kaplan. Auch in Memmingen wird eine Infektpraxis eingerichtet.

Die Infektpraxis ist sieben Tage die Woche geöffnet - Montag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 19 Uhr. Sie ist zur Untersuchung und Behandlung von Patienten gedacht, die sich krank fühlen und glauben, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben könnten. Diese müssen nun nicht mehr wie bisher in die Hausarztpraxen kommen.

Vor einem Besuch in der Infektpraxis muss man seinen Hausarzt oder am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116117 anrufen und die Symptome abklären. Sind diese unklar, überweist der jeweilige Arzt die Patienten in die Infektpraxis und vereinbart einen Termin. Voraussichtlich zwischen 40 und 60 Patienten werden laut Kaplan täglich in der Praxis versorgt.

Damit das Coronavirus nicht in die Klinik getragen wird, ist auch die Bereitschaftspraxis des Mindelheimer Krankenhauses in die Infektpraxis gezogen. Die Bereitschaftspraxis ist am Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr, am Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Weiter betrieben wird auch der Drive-In-Schalter in der Landsberger Straße 45 in Mindelheim. Während die Untersuchung von kranken Patienten in der Infektpraxis erfolgt, geht es am Drive-In darum, effektiv zu testen, um Infektionsketten möglichst schnell unterbrechen zu können. Hier werden zum Beispiel Kontaktpersonen von Infizierten, also auch Personen ohne Krankheitssymptome, getestet. Als Kontaktperson eines Covid-19-Infizierten wendet man sich ans Bürgertelefon unter (08261) 995-406.  Dort erhält man alle Informationen zum weiteren Vorgehen sowie gegebenenfalls ein Ticket für den Drive-In.

Versorgungsarzt Max Kaplan

  • Alle Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern müssen einen Versorgungsarzt einsetzen. Aufgabe dieses Versorgungsarztes ist es, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung im Katastrophenfall zu treffen.
  • Versorgungsarzt im Unterallgäu ist Dr. Max Kaplan. Der 67-Jährige arbeitet eng mit Ärzten aus der Region sowie mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landkreises zusammen. Er hat einen Arbeitsplatz im Landratsamt und koordiniert auch die Verteilung von Schutzausrüstung, also von Schutzanzügen und Gesichtsmasken.
  • Max Kaplan arbeitete bis zum Jahr 2015 drei Jahrzehnte als Hausarzt in Pfaffenhausen und war 15 Jahre als Notarzt tätig. Zudem war er viele Jahre Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Memmingen-Mindelheim und Präsident der Bayerischen Landesärztekammer sowie Vizepräsident der Bundesärztekammer.

Viele weitere Informationen sind im Internet unter www.unterallgaeu.de/corona zu finden.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 20.05.2020