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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 29.03.2020

Bauen im Ortskern soll attraktiver werden

Von: Pressestelle

Ortsbildprägende Gebäude erhalten, Wohnraum schaffen und den Flächenverbrauch reduzieren: Das sind die Ziele des Pilotprojekts „Leben in der Dorfmitte“ der Gemeinde Benningen. Dieses soll das Bauen im Ortskern attraktiver zu machen und Bauherrn bis zu 150.000 Euro Förderung bescheren. Der Landkreis will das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt jährlich mit 50.000 Euro bezuschussen. Das hat der Kreisausschuss des Unterallgäuer Kreistags jetzt beschlossen. Wenn das Wohnraumförderprogramm erfolgreich ist, soll es laut Landrat Hans-Joachim Weirather auf andere Gemeinden ausgedehnt werden.

Wie Weirather sagte, sind die Landwirtschaft und damit das Erscheinungsbild der Dörfer einem rasanten Wandel unterworfen. Viele ehemalige Höfe im Ortskern stünden leer. „Es geht um die Frage, wie wir es schaffen können, in einem ländlich strukturierten Landkreis das Leben in der Dorfmitte zu halten oder dort neues Leben zu begründen.“ Um die Gemeinden hier zu unterstützen, habe man im Jahr 2017 bereits das Handbuch „Dorfkerne_Dorfränder“ entwickelt. Jetzt wolle man zusätzlich einen finanziellen Anreiz schaffen.

„Innenentwicklung, Nachnutzung ortsbildprägender Gebäude, Flächensparen und Wohnraumschaffung sind die Aufgaben des Bauens unserer Zeit“, betonte Kreisbaumeister Claus Irsigler. „In einer Zeit, in der viele Bauvorhaben in das Neubaugebiet wandern, sind es die Altortbereiche, die die Wiedererkennbarkeit und Identität unserer Dorflandschaften ausmachen.“

Laut Martin Osterrieder, Bürgermeister von Benningen, ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt in der Gemeinde hoch - auch, wegen der Nähe zu Memmingen. „Wir können diesen durch die Erschließung von Neubaugebieten nicht bedienen.“ Deshalb wolle die Gemeinde das „Potenzial im Ortskern aktivieren“ und damit auch der Flächenversiegelung entgegenwirken. Für eine Förderung gelten nach den Worten von Osterrieder folgende Kriterien: Die Größe der Wohneinheit muss zwischen 60 und 120 Quadratmeter liegen und es darf sich um maximal fünf Wohneinheiten handeln. Insgesamt wird von der Gemeinde Benningen maximal eine Wohnfläche von 500 Quadratmetern mit 100 Euro pro Quadratmeter, also mit maximal 50.000 Euro, gefördert. Hinzukommen können 50.000 Euro vom Landkreis Unterallgäu sowie weitere 50.000 Euro vom Amt für Ländliche Entwicklung. Insgesamt können Bauherrn also bis zu 150.000 Euro erhalten.

Auf die Landkreisförderung ging Kreiskämmerer Sebastian Seefried ein. „Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass der Zugang zum Förderprogramm niedrig ist und keine bürokratische Hürden bestehen.“ Deshalb ist die Gemeinde Benningen Anlaufstelle für alle drei Förderungen. Der Landkreis unterstützt Bauvorhaben, wenn diese sowohl von der Gemeinde Benningen als auch vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert werden. Sollten mehrere Bauvorhaben in einem Jahr durchgeführt werden, kann die Gemeinde Benningen den Landkreiszuschuss anteilig aufteilen. Der Landkreis fördert das jeweilige Vorhaben außerdem maximal in derselben Höhe wie die Gemeinde Benningen.

Weitere Themen in Kürze:

  • Kreishaushalt auf der Zielgeraden: Die Beratungen über den Kreishaushalt 2020 gehen in die Endrunde.  Nachdem das Zahlenwerk in den verschiedenen Ausschüssen des Unterallgäuer Kreistags diskutiert worden ist, hat der Kreisausschuss nun einen Empfehlungsbeschluss gefasst: Der Kreistag soll dem Etat zustimmen.
  • Landkreis fördert Feuerwehren: Der Landkreis unterstützt die Unterallgäuer Feuerwehren regelmäßig mit Zuschüssen. In diesem Jahr erhält der Markt Ottobeuren 103.200 Euro. Der Kreisausschuss beschloss, den Kauf eines 380.000 Euro teuren Löschgruppenfahrzeugs mit 100.000 Euro zu fördern. Für die Anschaffung einer neuen Spülmaschine für den Atemschutz mit Kosten in Höhe von 10.400 Euro erhält der Markt außerdem einen Zuschuss in Höhe von 3.200 Euro.
  • Kommunalunternehmen ab April endgültig aufgelöst: Die Kliniken in Ottobeuren und Mindelheim gehören seit vergangenem Jahr zum Klinikverbund Allgäu. Es müssen allerdings noch verschiedene Formalitäten abgearbeitet werden. So empfahl der Kreisausschuss dem Kreistag, den sogenannten Betrauungsakt für den Klinikverbund Allgäu zu beschließen. Das schafft laut Kreiskämmerer Sebastian Seefried die rechtliche Grundlage dafür, dass der Landkreis dem Klinikverbund Zuschüsse geben darf. Außerdem riet der Kreisausschuss dem Kreistag, die von der Verwaltung vorbereitete Auflösungssatzung für das Kommunalunternehmen Kreiskliniken Unterallgäu zu erlassen. Der Geschäftsbetrieb der ehemaligen Kreiskliniken ist bereits im November auf den neuen Klinikverbund übergegangen. Das Kommunalunternehmen Kreiskliniken als juristische Personen wird aber erst zum 1. April aufgelöst. Der Landkreis wird dadurch rechtlicher Eigentümer der Grundstücke und Gebäude des ehemaligen Kommunalunternehmens. Diese werden dem Klinikverbund per Vertrag zur Nutzung überlassen. Auch die Geschäftsanteile am Klinikverbund Allgäu, die derzeit noch im Eigentum des Kommunalunternehmens sind, gehen nach der offiziellen Auflösung auf den Landkreis über.
  • Stadt Memmingen will Verkehrsverbund beitreten: Die Stadt Memmingen soll in den Verkehrsverbund Mittelschwaben (VVM) aufgenommen werden. Der Kreisausschuss des Unterallgäuer Kreistags hat dem Beitritt Memmingens jetzt zugestimmt. Im VVM sind derzeit die Busunternehmen des Landkreises Unterallgäu und des benachbarten Landkreises Günzburg organisiert. Nun soll auch der Memminger Busverkehr Teil des VVM werden. Gemeinsam wollen die drei Gebietskörperschaften den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region verbessern. Geplant ist zudem, nicht nur die Busse, sondern auch die Schienenverkehrsunternehmen zu integrieren.
Inhalt zuletzt aktualisiert am: 29.03.2020