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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.11.2019

Ausstellung bringt neue Glas-Geschichte(n) hervor

Von: Pressestelle

Birgit und Dieter Schaich (rechts im Bild) überreichen zusammen mit Kreisheimatpfleger Peter Hartmann (links) der Leiterin des Turmuhrenmuseums Veronika Vogt eine Glockenseilbuchse aus Glas. Foto: Eva Büchele/Landratsamt Unterallgäu

 „Scherben erzählen Glas-Geschichte“ - der Titel dieser Ausstellung war Programm. Bis vor kurzem waren im Foyer des Landratsamts Unterallgäu Glasfunde aus dem Landkreis ausgestellt, mit entsprechenden Vergleichsstücken, um die Funde einzuordnen. Im Laufe der Ausstellung wurden dem Initiator, Kreisheimatpfleger Peter Hartmann, weitere interessante Geschichten zur Glasproduktion im Unterallgäu zugetragen. Und am Schluss gab es noch ein Geschenk für das Mindelheimer Turmuhrenmuseum.

So erhielt Hartmann ein Anruf vom Walburgiskloster Eichstätt: Hier gebe es schriftliche Belege, dass 1716/17 10.000 Fläschchen von Erisried nach Eichstätt geliefert wurden. In diese wurde sogenanntes Walburgisöl abgefüllt, eine Flüssigkeit, die aus dem Reliquienschrein der heiligen Walburga austritt und der eine heilsame Wirkung zugeschrieben wird. Das wiederum passt zu den gesammelten Funden: Sie lassen darauf schließen, dass im 18. Jahrhundert in Erisried neben Flachglas hauptsächlich Flaschen hergestellt wurden. Viele solcher Flaschen und  Fläschchen waren in der Ausstellung zu sehen.     

Und eine weitere Neuigkeit hat Hartmann erreicht: So soll es auch in Stephansried im Unterallgäu eine Glashütte gegeben haben. „Bislang waren mir nur die Standorte Erisried und Otterwald bekannt“, so Hartmann: „Zum Thema Glasproduktion im Unterallgäu gibt es also noch viel Geschichte zu erforschen“, lautet sein Fazit.

Ein Kapitel Glas-Geschichte wanderte schließlich ins Turmuhrenmuseum Mindelheim. Dieter Schaich von der Glastechnischen Gesellschaft, der die Ausstellung im Unterallgäu konzipiert hat, überreichte Museumsleiterin Veronika Vogt eine Glockenseilbuchse aus seiner Sammlung. Als Seilführung war diese einst in die Zwischendecke einer Kirche oder eines Kirchturms eingelassen, damit die Glockenseile besser gleiten können. Vogt betonte: „Ein solches Ausstellungsstück hatten wir bislang noch nicht.“   

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 22.11.2019