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Ehrenamtliche Asyl-Helfer diskutieren mit Abgeordneten


Ob bürokratische Hürden, dezentrale Unterbringungen oder abgelehnte Asylanträge gut integrierter Menschen - die Themen, die die Ehrenamtlichen beschäftigen, die sich in Asyl-Helferkreisen im ganzen Unterallgäu engagieren, sind vielfältig. Und genauso vielfältig waren die Fragen, die sie jetzt bei einer Diskussion mit heimischen Abgeordneten vorbrachten. Sehr deutlich wurde dabei im voll besetzten kleinen Saal des Mindelheimer Forums, mit wie viel Herzblut die Menschen, die sich heute noch in Helferkreisen engagieren, bei der Sache sind. Nur so könne die große gesellschaftliche Aufgabe der Integration gelingen, betonte Landrat Hans-Joachim Weirather. Dieses besondere Engagement könne nicht hoch genug geschätzt werden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jutta Prediger vom Bayerischen Rundfunk.

Hintergrund für die Veranstaltung war, dass bei den jährlichen Treffen der Helferkreise im Landratsamt regelmäßig wichtige Themen auf den Tisch kamen, für die die Kreisbehörde selbst nicht der richtige Ansprechpartner ist. Aus diesem Grund organisierte die Unterallgäuer Asyl-Koordinatorin Elena Münnich den Diskussionsabend. Dieser sollte den Ehrenamtlichen die Gelegenheit geben, sich über eben diese Fragen mit den passenden Ansprechpartnern offen auszutauschen. Da Asylrecht Bundesrecht ist, waren die Bundestagsabgeordneten Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD), Stephan Stracke (CSU) und Dr. Stephan Thomae (FDP) eingeladen. Ekin Deligöz (Die Grünen) wurde vertreten von der Landtagsabgeordneten Christine Kamm.

Die Ehrenamtlichen nutzten die Gelegenheit nicht nur um Fragen zu stellen, sondern auch um ihren Einsatz und die Probleme, mit denen sie sich konfrontiert sehen, ausführlich darzustellen. Vor allem ging es dabei um die drei Kernthemen Bürokratie, abgelehnte Asylanträge gut integrierter Menschen und dezentrale Unterbringungen. So brachten die Ehrenamtlichen den bürokratischen Aufwand bei den verschiedensten Ämtern zur Sprache. Flüchtlinge haben ihren Erfahrungen zufolge keine Chance, sich im Paragraphendschungel zurechtzufinden und Anträge alleine auszufüllen. Zudem wurde das Unverständnis darüber deutlich, dass gut integrierte Ausländer, deren Asylantrag abgelehnt wurde, keine Chance zum Bleiben bekommen. Mehrere Helfer trugen konkrete Beispiele aus ihrem Umfeld vor. Schließlich sprachen sich die Ehrenamtlichen eindeutig für eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern und gegen Ankerzentren aus. Letztere mit bis zu 1000 Plätzen seien unmenschlich und es gebe nur bei dezentraler Unterbringung Unterstützung durch Ehrenamtliche. Landrat Weirather schloss sich dieser Auffassung an.

Nach über zwei Stunden waren längst nicht alle Fragen beantwortet und nicht aller Unmut abgeladen. So wünschten sich die Ehrenamtlichen eine baldige Fortsetzung der Gesprächsrunde.