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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020

Flexibus: Freie Fahrt in Bad Wörishofen

Von: Pressestelle

Der Flexibus stand im Mittelpunkt der ersten Sitzung des neuen Mobilitätsausschusses des Unterallgäuer Kreistags. Ab nächstem Frühjahr soll es den Flexibus auch in Bad Wörishofen geben. Im Wertachtal ist eine Einführung des Angebots dagegen aktuell nicht möglich. Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gibt es eventuell bald in Richtung Memmingen. Von Ottobeuren, Bad Grönenbach und Legau könnte künftig stündlich ein Bus in die Stadt fahren.

Wie vom Ausschuss für Mobilität, Nahverkehr und Verkehrsvernetzung beschlossen, fährt der Flexibus ab 1. April kommenden Jahres auch in Bad Wörishofen. Es handelt sich dabei um den fünften Flexibus-Knoten, der im Unterallgäu in Betrieb genommen wird. Den Flexibus gibt es bereits im Bereich Kirchheim-Pfaffenhausen, Babenhausen-Boos sowie rund um Mindelheim. Ab Oktober fährt er auch rund um Ottobeuren und Markt Rettenbach. Der Flexibus verkehrt unabhängig von einem Fahrplan und befördert die Fahrgäste durch ein dichtes Netz an Haltestellen nahezu von Tür zu Tür. Betrieben wird der Flexibus in Bad Wörishofen von den Stadtwerken. Man wolle Elektrofahrzeuge einsetzen, kündigte Robert Böck von den Stadtwerken in der Sitzung an.

Während der Landkreis weiter eine flächendeckende Einführung des Angebots anstrebt, ist das Vorhaben im Wertachtal ins Stocken geraten. Auch im Knoten Türkheim-Ettringen sollte der Flexibus verkehren. Doch die Gemeinde Rammingen forderte unter anderem eine Anbindung an Bad Wörishofen und Mindelheim. „Das ist aber nicht möglich, weil es hier Bus- und Zugverbindungen gibt“, erläuterte Helmut Höld, ÖPNV-Beauftragter am Landratsamt.

Der Flexibus hat laut Höld nur eine Zubringerfunktion zu Angeboten von Bus und Bahn. Würde man davon abweichen, müsste man auch in den anderen Knoten Fahrten zu Wunschorten möglich machen - zum Beispiel von Heimertingen oder Ottobeuren nach Memmingen. „Das Flexibus-System kann diese Wünsche aber nicht erfüllen“, betonte Höld. Das System würde dadurch zunehmend unwirtschaftlicher werden und wäre „zuletzt im ganzen Landkreis Unterallgäu zum Scheitern verurteilt“.

Neben Rammingen gibt es auch aus der Gemeinde Wiedergeltingen einen Beschluss, der der Einführung des Flexibusses im Wege steht: Wiedergeltingen macht nur mit, wenn alle Nachbar-Gemeinden mit im Boot sind. Die Gemeinden Türkheim, Ettringen und Amberg haben für den Flexibus gestimmt. Die aktuelle Beschlusslage lasse derzeit aber keine Inbetriebnahme zu, fasste Höld zusammen.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass der Flexibus primär eine Ergänzung zum bestehenden ÖPNV sein soll - und keine Konkurrenz. Mit diesem Ziel soll der Flexibus wie geplant im ganzen Unterallgäu eingeführt werden, so der Ausschuss. Auch dem Wertachtal stünden die Türen weiterhin offen. Wie nach der Sitzung bekannt wurde, könnte hier Bewegung in das Thema kommen: Die Gemeinde Wiedergeltingen hat inzwischen gegenüber dem Landratsamt angekündigt, das Thema im September noch einmal im Gemeinderat behandeln zu wollen.

Seit Oktober 2018 in Betrieb ist der Knoten Mindelheim-Dirlewang-Kammlach. Weil sich die Fahrgastzahlen am unteren Rand der Kalkulation bewegen, sei dem Betreiber im Jahr 2019 trotz eines Zuschusses in Höhe von 80.000 Euro ein deutliches Defizit entstanden, sagte Höld. Der Ausschuss beschloss deshalb, die Zuschüsse pro Fahrschein ab Oktober an die anderen Flexibus-Knoten anzupassen und um ein Viertel zu erhöhen. Für den Flexibus-Nutzer wird die Fahrt nicht teurer.

Neben dem Flexibus war auch das „Harmonisierungskonzept“ für die Stadtbusse in Memmingen und die Regionalbusse im Unterallgäu Thema. Hier ging Höld auf den aktuellen Sachstand ein. Ab Dezember dieses Jahres könnte demnach eine Grundvariante starten. Diese sieht vor, dass die Busse aus Ottobeuren, Bad Grönenbach und Legau montags bis freitags stündlich, am Wochenende alle zwei Stunden nach Memmingen fahren - und zwar ohne zusätzliche Kosten für den Landkreis.

Die Stadtbuslinien sollen im 30-Minuten-Takt verkehren und auch die Unterallgäuer Gemeinden Trunkelsberg und Memmingerberg bedienen. Dies wiederum würde einen jährlichen Kostenanteil für den Landkreis von 55.000 Euro bedeuten. „Das wäre eine deutliche Verbesserung zum bisherigen Angebot.“ Das sah auch der Ausschuss so und stimmte zu. Zunächst muss allerdings noch eine Zweckvereinbarung mit der Stadt Memmingen geschlossen werden.

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020