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Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020

Berufsschule will Klimaschule werden

Von: Pressestelle

Die Staatliche Berufsschule in Mindelheim will als erste berufliche Schule in Süddeutschland Klimaschule werden. Zum Start des Projekts kamen rund 650 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Schulen ins Mindelheimer Forum. „Heute ist ein großer Tag für unsere Schule“, betonte Schulleiter Georg Renner.

Klimaschutz sei an der Mindelheimer Berufsschule seit vie­­len Jahren ein wichtiges Thema, sagte Renner. Als Beispiel nannte er den mehrfach ausgezeichneten Energieeffizienzkurs, in dem Schüler seit sechs Jahren praxisorientiertes Energie­wissen erwer­ben und in ihre Ausbildungsbetriebe weitertragen. „Nun wollen wir einen Schritt weitergehen und Klimaschule werden.“ Die Berufsschule strebt die Zertifizierung mit allen ihren Schulstandorten an, also gemeinsam mit den Außenstellen in Bad Wörishofen und Memmingen sowie mit der ihr angegliederten Burkhart-Grob-Technikerschule.

Landrat Hans-Joachim Weirather sprach von einem „wegweisenden Projekt“. Der Klimaschutz habe im Unterallgäu einen hohen Stellenwert. So erinnerte der Landrat daran, dass der Kreis in den vergangenen Jahren alle Schulen unter seiner Trägerschaft - dazu gehört auch die Berufsschule - saniert und energetisch optimiert habe. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller wünschte der Schule per Videobotschaft viel Erfolg. „Klimaschutz ist die Herausforderung unserer heutigen Zeit.“ Er sei stolz, dass sich die Berufsschüler dem Thema annehmen.

Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu und Sandra ten Bulte, Klimaschutzmanagerin am Landratsamt, führten anschließend in das Thema ein. Um die Auszeichnung „Klimaschule“ zu bekommen, muss eine Schule aufbauend auf einer CO2-Bilanz einen umfangreichen Klima­schutzplan erstellen und anschließend die darin festgesetzten Maßnahmen um­setzen. Betroffen sind alle Schulbereiche – von der Mobilität über die Ernährung bis hin zum Energieverbrauch. Der Klima­schutz soll langfristig und ganzheitlich in allen Schul­bereichen und unter Ein­bindung der gesamten Schulgemeinschaft verankert werden. Lang­fris­tiges Ziel ist die Klimaneutralität. „Wir glauben, dass durch das Projekt ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann“, betonte ten Bulte. Außerdem habe es einen hohen pädagogischen Nutzen. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl der ganzen Schule wird gestärkt.“ Die Schulgemeinschaft lerne gemeinsam an konkreten Projekten, wie effektiver Klimaschutz funktioniere. Dieses Wissen könnten Lehrer und Schüler für ihren privaten Alltag nutzen und in die Ausbildungsbetriebe tragen. Das Projekt Klimaschule sensibilisiere alle Mitwirkenden zudem auch dafür, dass Klimaschutz in allen Lebensbereichen und allen Berufen relevant sei.

Bei den einzelnen Arbeitsschritten auf dem Weg zur Klimaschule wird die Berufsschule vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu sowie von der Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt begleitet. Gesamtkoordinator ist Berufsschullehrer Karl Geller, weitere Koordinatoren sind Philipp Niegl, Alexandra Hanßum und Jutta Horstmann. Der Landkreis Unterallgäu trägt die Kosten für das Projekt. Schirmherren sind Landrat Weirather und Bundesentwicklungsminister Müller.

Das Konzept der Klimaschule wurde vom Hamburger Landesinstitut für Lehrer­bildung und Schulentwicklung erarbeitet. In Hamburg gibt es bereits über 60 Klimaschulen. In Bayern ist zum Beispiel das Hildegardis-Gymna­sium in Kempten zertifizierte Klimaschule. Auf dem Weg zur Klimaschule befindet sich derzeit auch die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen. Schulleiter Georg Renner hoffte, dass der Funke von der Berufsschule auch auf andere Schulen überspringt und sich diese ebenfalls auf dem Weg zur Klimaschule machen.

Ein Impulsvortrag von Frithjof Finkbeiner von der Deutschen Gesellschaft Club of Rome sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz rundeten die Veranstaltung ab. Bei der Diskussion stellten sich Weirather, Finkbeiner, Andreas Müller von der Alois Müller GmbH sowie Schüler der beruflichen Schulen verschiedenen Fragen. Das Schlusswort sprach Stella Schmitt als Leiterin Außenstelle Memmingen.

 

Inhalt zuletzt aktualisiert am: 25.09.2020