Mittwoch, 23.05.12 |
Sie sind hier: Bürgerservice » Sicherheit und Ordnung » Hochwasserschutz » Hochwasservorsorge

Hochwasservorsorge

Sandsäcke sind eine Möglichkeit, um zu verhindern, dass bei einem Hochwasser die Wassermassen ungehindert Ortschaften überfluten. Unser Bild entstand beim August-Hochwasser 2005 in Westerheim.

Ob Gummistiefel, Taschenlampe oder Sandsäcke, Notgepäck, ein kurzer Draht zur Sanitätshilfsorganisation oder bauliche Vorsorge: Es sind viele kleine Dinge, mit denen man sich im Vorfeld auf ein Hochwasser vorbereiten kann. Grundlegende Informationen darüber, an was Sie im Vorfeld denken sollten, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, haben wir hier für Sie zusammengestellt.         

Informationen über die richtige Lagerung der so genannten "wassergefährdenden Stoffe", zu denen zum Beispiel auch Heizöl gehört, finden Sie auch auf dieser Seite.  

Fragen und Antworten

alle anzeigen / alle verbergen

Antwort auf/zuklappen

Welche baulichen Vorsorgemaßnahmen sind möglich?

Auch baulich sollte man im Vorfeld einige Maßnahmen ergreifen, um bei einem Hochwasser große Schäden so weit es geht zu vermeiden:

  • Soweit eine hochwasserfreie Installation nicht möglich ist, müssen Sie vorhandene Öl- und Flüssiggastanks gegen Aufschwimmen, Umkippen und Auslaufen sichern.
  • Hochwassergefährdete Räume sollten leicht zu reinigen und zu trocknen sein (keine Holzverkleidung oder Teppichböden).
  • Lassen Sie Ihre elektrischen Installationen im Keller-, Garagen- und eventuell gefährdeten Wohnbereich vom Fachmann überprüfen und hochwasserfrei verlegen oder umrüsten beziehungsweise sichern.
  • Um einen Rückstau aus dem Abwassernetz zu vermeiden sollten Sie unbedingt einige Punkte beachten, die wir in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst haben. Dieses können Sie hier herunterladen. Bitte nehmen Sie diese Anregungen in Ihrem eigenen Interesse sehr ernst. Nur bei ihrer Beachtung ist der Schutz Ihres Eigentums gegen Abwasserüberschwemmungen gewährleistet.
Antwort auf/zuklappen

Muss ich besondere Vorkehrungen treffen, wenn ich einen Heizöltank eingebaut habe oder einbauen möchte?

Grundsätzlich sollte man in einem Überschwemmungsgebiet darauf verzichten, Heizöl zu lagern: Eine Sicherung der Tanks für den Hochwasserfall ist nämlich sehr aufwändig und teuer. Zudem können im Fall eines Schadens erhebliche Kosten entstehen, insbesondere für die Entsorgung, aber auch für die Sanierung des eigenen Gebäudes. Hat man vor, in einem Überschwemmungsgebiet neu zu bauen oder die Heizungsanlage zu erneuern, sollte man möglichst auf andere Energieträger, wie zum Beispiel Gas oder Holz beziehungsweise Pellets ausweichen.

Wichtig zu wissen ist, dass Hochwasser auch außerhalb von Überschwemmungsgebieten auftreten kann und die letzten Jahre auch verstärkt auftritt. Bei entsprechenden Starkniederschlägen kann es vorkommen, dass auch an Hängen durch Oberflächenwasser Keller volllaufen und dort Tanks betroffen sind. Es hat sich mittlerweile gezeigt, dass es nahezu keine Standorte mehr gibt, die vor Hochwasser absolut sicher sind.

Nähere Informationen zum richtigen Umgang mit Heizöl und Diesel finden Sie auf dieser Seite.

Antwort auf/zuklappen

Warum sind diese besonderen Vorkehrungen bei Heizöltanks notwendig?

Um Schäden für die Gewässer zu vermeiden, muss unter allen Umständen verhindert werden, dass Heizöl austritt und in das Gewässer gelangt.

Hierzu muss man wissen, dass die Heizöllagerbehälter aufschwimmen und umkippen können, wenn Wasser in das Gebäude eindringt und die Behälter nicht richtig gesichert sind. Dies liegt daran, dass Heizöl nur etwa 70 Prozent des Gewichtes von Wasser besitzt. Daneben können auch Rohrleitungen durch das Aufschwimmen abgetrennt werden. Es kann auch passieren, dass die Behälter durch den Wasserdruck eingebeult, zerdrückt und undicht werden. Ein weiteres Problem ist das Eindringen von Wasser in nicht gesicherte Behälteranschlüsse und Rohrleitungsverbindungen, oder über nicht ausreichend hoch geführte Entlüftungsleitungen der Behälter.

Da wie bereits erwähnt Heizöl leichter ist als Wasser, wird es von dem eindringenden Wasser aus dem Tank gedrückt und gelangt dann in den Aufstellungsraum. Dies kann zu einem erheblichen Schaden am Gebäude und auch zu Gewässer- beziehungsweise zu Grundwasserschäden führen. Um solche Schäden zu verhindern, stellt der Gesetzgeber besondere Anforderungen an die Heizöllagerung in Überschwemmungsgebieten. Dies haben wir in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst, das Sie hier herunterladen können.

Antwort auf/zuklappen

Gibt es andere Stoffe, die besonders gelagert werden müssen?

Für alle so genannten „wassergefährdenden Stoffe“ gelten nicht nur in Überschwemmungsgebieten besondere Regelungen. Unter die Wasser gefährdenden Stoffe fallen zum Beispiel Erdöl, Benzin, Dieseltreibstoff, Petroleum, Heizöl, Teeröl, Säuren, Laugen und Salzlösungen. Wird einer dieser Stoffe (auch außerhalb eines Überschwemmungsgebiets) gelagert, dann muss der Betreiber diese Anlage von einem Sachverständigen überprüfen lassen und den Prüfbericht dem Landratsamt Unterallgäu vorlegen. Dies gilt für alle Anlagen mit unterirdischen Lagerbehältern, sowie Anlagen mit oberirdischen Lagerbehältern der Gefährdungsstufen CD (also zum Beispiel mit einem Volumen von über 10.000 Litern Heizöl) und unterirdische Rohrleitungen, auch wenn sie nicht Teil einer prüfpflichtigen Anlage sind.

Nähere Informationen über die so genannten "wassergefährdenden Stoffe" finden Sie auf dieser Seite.

Antwort auf/zuklappen

Was sollte ich für den Fall der Fälle griffbereit haben, wenn ich in einem Hochwasser gefährdeten Gebiet lebe?

Wenn Sie in einem Hochwasser gefährdeten Gebiet leben, dann sollten Sie folgende Dinge für den Fall der Fälle griffbereit haben:

  • Gummistiefel
  • Radio mit Batteriebetrieb
  • netzunabhängige Kochgelegenheit (zum Beispiel einen Hartspirituskocher)
  • Abdichtmaterial (zum Beispiel Folien, Silikon, Schaltafeln, usw.)
  • Taschenlampe, Streichhölzer/Feuerzeug, Kerzen
  • Sandsäcke
  • Reservebatterien
  • Verbandkasten
  • Schutzhandschuhe
  • gegebenenfalls Notstromaggregat
  • gegebenenfalls Tauchpumpe

Für den Fall, dass Sie Ihre Wohnung verlassen müssen, ist es ratsam, etwas Notgepäck vorzubereiten. Hierzu gehören:

  • Decken
  • Essgeschirr und Besteck
  • persönliche Dokumente
  • benötigte Medikamente
Antwort auf/zuklappen

Wie kann ich mich darüber hinaus auf ein Hochwasser vorbereiten?

  • Zum Abdichten gefährdeter Räume Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon anschaffen.
  • Dafür sorgen, dass Leitungen im Ernstfall abgesperrt werden können.
  • Gedanken machen, wo hilfebedürftige und kranke Personen bei einem Hochwasser für eine Weile untergebracht werden können.
  • Mit Familienmitgliedern besprechen, was im Ernstfall zu tun ist.
  • In Einzelfällen kann es notwendig sein, sich einen Lebensmittel- und Trinkwasservorrat anzulegen.
Antwort auf/zuklappen

Was sollte ich tun, wenn tatsächlich ein Hochwasser für meinen Bereich angekündigt ist?

  • Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwassernachrichten über das Radio oder auch im Internet auf den Seiten des Deutschen Wetterdiensts unter www.dwd.de im Fachbereich „Wetter und Warnungen“ oder auf den Seiten des Hochwassernachrichtendiensts unter www.hnd.bayern.de
  • Überprüfen Sie Ihre Vorsorgemaßnahmen und ergänzen Sie diese falls nötig.
  • Räumen Sie im Ernstfall die gefährdeten Räume leer und dichten Sie gefährdete Türen, Fenster und Abflussöffnungen ab.
  • Stellen Sie Möbel, Kühltruhen und sonstige Gegenstände hoch und/oder wickeln Sie diese in Plastikplanen ein.
  • Schalten Sie wegen der Gefahr eines Stromschlags elektrische Geräte und Heizungen in bedrohten Räumen ab.
  • Bei eindringendem Wasser Elektroinstallateur und Heizungsfachmann verständigen, damit dieser die Heizung abschalten kann.
  • Entfernen Sie Fahrzeuge aus dem Überschwemmungsgebiet beziehungsweise aus dem möglichen Überschwemmungsgebiet.
  • Nehmen Sie mit Nachbarn und hilfebedürftigen Mitbürgern Kontakt auf und halten Sie diesen (dabei sollten Sie allerdings nicht vergessen, dass durch ein Hochwasser auch Telefon- und Mobilfunknetze zusammenbrechen können).

Informationen zum Download

  • Wie Sie Ihre Abflüsse "hochwasserfest" machen können, haben wir in einem Merkblatt für Sie zusammengefasst. Dieses können Sie hier ansehen und ausdrucken.
  • Ein Infoblatt über die richtige Lagerung so genannter "wassergefährdender Stoffe", zu denen zum Beispiel auch Heizöl gehört, finden Sie hier. Ausführlich können Sie sich über die Lagerung wassergefährdender Stoffe auf dieser Seite informieren.

Externe Links

  • Hilfreiche Tipps, wie man sich vorbereiten kann, wenn sich ein Hochwasser ankündigt und was man während und nach eines Hochwassers beachten sollte, hat das bayerische Innenministerium zusammengestellt. Wenn Sie hier klicken, werden Sie weitergeleitet.
  • Informationen zum Hochwasserschutz hat auch das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zusammengestellt. Sie finden die Behörde im Internet unter www.stmugv.bayern.de
  • Informationen zum Hochwasserschutz hat auch das Wasserwirtschaftsamt Kempten als Fachbehörde zusammengestellt unter www.wwa-ke.bayern.de
  • Wetterwarnungen erhält man auf den Seiten des Deutschen Wetterdiensts unter www.dwd.de im Fachbereich „Wetter und Warnungen“ oder auf den Seiten des Hochwassernachrichtendiensts unter www.hnd.bayern.de
 

Ansprechpartner

Hochwasserschutz

Martin Daser
Telefon: (08261) 995-354

Hochwasserschutz

Hannelore Matt
Telefon: (08261) 995-353

Hochwasservorsorge

Hubert Stolp
Telefon: (08261) 995-358

Aktuelles

Keine Artikel in dieser Ansicht.