

"Traumfantasien", diesen Titel hat Elke Walcher ihrer Ausstellung gegeben, die vom 30. September bis 29. Oktober 2010 im Foyer des Landratsamts Unterallgäu zu sehen war.
Elke Walcher wurde 1973 in Memmingen geboren und ging in Woringen zur Schule. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Kinderpflegerin arbeitete sie im Kindergarten in Trunkelsberg. Ohne erkennbaren Grund bestimmten plötzlich immer häufiger depressive Phasen ihr Leben. Sie war nicht mehr in der Lage kontinuierlich ihrer Arbeit nachzugehen, ihren Alltag erfolgreich zu organisieren und alleine selbstverantwortlich und selbstständig zu wohnen.
1999 musste sie zur Bewältigung ihrer psychischen Erkrankung professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Mehrere Jahre wohnte die Kinderpflegerin im Haus Theresia, einer Memminger Wohngruppe für Menschen mit psychischer Behinderung von Regens Wagner. Eine neue Arbeitsstelle fand sie in der Werkstätte für behinderte Menschen in Lautrach.
Erneut Sicherheit und Stabilität zu gewinnen und in einer eigenen Wohnung ihr Leben wieder selbstständig zu meistern waren die Ziele, die sie zusammen mit ihren Betreuern, Ärzten und Therapeuten erreichen wollte. Ihre Anstrengungen wurden belohnt und so lebt sie seit 2006 wieder in einer eigenen Wohnung und benötigt nur noch zeitweise Hilfen und Assistenzdienste von Mitarbeitern des Ambulant Betreuten Wohnens der OBA - den Offenen Hilfen von Regens Wagner.
Ihre Begeisterung für die Malerei hatte die Künstlerin bereits im Alter von 20 Jahren entdeckt, in etwa zeitgleich mit dem Beginn ihrer Krankheit. Dazu sagt sie selbst: „Die Malerei gibt mir Selbstvertrauen und macht mir Freude.“ Ihre ersten künstlerischen Schritte machte sie mit der Schöpfung von Cartoons. Über ihre bislang nicht erkannten und erlebten Fähigkeiten war sie nach eigener Aussage selbst erstaunt. Als Autodidakt eignete sie sich im Selbststudium viele unterschiedliche Techniken an. Sie arbeitet heute mit Bleistift, Wasserfarben, Ölpastellkreide und Acrylfarben. Die meisten ihrer fantasievollen, größtenteils fröhlichen, aber auch geheimnisvollen Bilder sind - nicht zuletzt aus Kostengründen - mit Wachsmalstiften gefertigt.
Analog zum Verlauf ihrer Erkrankung erlebte sie auch in der Malerei Höhen und Tiefen. So hat Frau Walcher in einer ihrer schweren Krisen leider einen großen Teil ihrer besten Werke vernichtet und weggeworfen. Da sie sich derzeit nicht in der Lage sieht, an diese Qualität anzuknüpfen, war es nicht leicht, sie zu dieser Ausstellung zu motivieren.
Obwohl ihr Selbstvertrauen nach wie vor schwankend ist, konnte und kann sich Frau Walcher über alle Krisen hinweg ihre Liebe zur Malerei erhalten. Sie bemerkt dazu: „Es ist schön, wenn man so eine Gabe besitzt“.
Eröffnet wurde die Ausstellung "Traumfantasien" am Mittwoch, 29. September, um 18 Uhr im Foyer des Landratsamts Unterallgäu. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Uwe Hartmann mit seinem Keyboard. Es sprach der Gesamtleiter von Regens Wagner Lautrach, Beppo Haller.










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