


Vor 55 Jahren, am 20. Dezember 1955, unterschrieb Deutschland mit Italien den ersten Anwerbevertrag. In den nächsten Jahren folgten Arbeiter aus anderen EU-Staaten, der Türkei, Nordafrika und dem damaligen Jugoslawien. Mit dem Anwerbestopp 1973 wurde die „Gastarbeiterperiode“ offiziell beendet. Doch viele Arbeiter blieben, holten ihre Familien nach und leben heute in der dritten Generation bei uns in Deutschland und in Bayern.
Der Fotograf Antonino Tortorici hält diese Entwicklung eindrucksvoll in Bildern fest. Die Fotosammlung, die von 17. Dezember 2010 bis einschließlich 28. Januar 2011 im Foyer des Landratsamtes Unterallgäu in Mindelheim zu sehen war, schlägt einen Bogen von der Ankunft der Gastarbeiter bis zu ihrem Arbeits- und Alltagsleben in ihrer neuen Heimat.
Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitag, 17. Dezember, um 18.30 Uhr. Dabei gab der Präsident der christlichen Vereinigung der italienischen Arbeitnehmer in Deutschland, Commendatore Carmine Macaluso, einen Überblick über die italienische Gastarbeitergeschichte und die heutige Integrationspolitik.
Zum Künstler: Antonino Tortorici ist 1966 von Italien nach Bayern emigriert. Er lebt und arbeitet als Ausländerbeauftragter seiner Heimatstadt in Memmingen und ist Vertreter der italienischen Arbeiterschaft. 1992 gründete er den deutsch-italienischen Freundeskreis Memmingen, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Die Fotosammlung umfasst eigene Bilder sowie Exponate, die er bei Freunden, Verwandten und Bekannten in ganz Deutschland zusammengetragen hat.
Das von Künstlerin Agnes Keil geschaffene Landkreis-Puzzle ist derzeit im Landratsamt Unterallgäu...