Dienstag, 22.05.12 |
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Noroviren (Brechdurchfall)

Foto: Anja Greiner Adam - Fotolia.com

Die Zahl der Menschen, die vor allem in den Wintermonaten am durch Noroviren ausgelösten Brechdurchfall erkranken, ist auch im Unterallgäu in den letzten Jahren stark angestiegen. Vor allem Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime, aber auch alle anderen öffentlichen Einrichtungen mit viel Kundenverkehr sollten deshalb ihre Hygienemaßnahmen auf hohem Niveau halten.   
Im Folgenden finden Sie einige grundlegende Informationen über Noroviren.

Fragen und Antworten

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Wie werden Noroviren übertragen?

Noroviren sind hochinfektiös: Schon eine minimale Infektionsdosis von zehn bis 100 Viruspartikeln reicht aus, um sich anzustecken. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Das heißt, dass mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger über den Mund (oral) aufgenommen werden. Virushaltige Aerosole (also zum Beispiel über die Atemluft während des Erbrechens) können ebenfalls leicht zur Ansteckung führen. Auch über Gegenstände und Oberflächen wie Türklinken und Handläufe sowie über Lebensmittel und Getränke, die mit verunreinigtem Wasser zubereitet wurden, kann eine Ansteckung erfolgen. Erkrankte Personen sollten auf keinen Fall Nahrung für andere zubereiten.

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Wie schützt man sich und andere vor einer Erkrankung?

Vermeiden kann man eine Ansteckung schon mit einfachen Maßnahmen - zum Beispiel durch Händewaschen nach dem Toilettengang oder nach Kontakt mit Erbrochenem.
Bei Verdacht auf eine Norovirusinfektion in Schulen, Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen müssen Kinder und Jugendliche mit Symptomen umgehend von Angehörigen abgeholt werden. Der Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen sollte möglichst eingeschränkt werden.
Zudem ist es wichtig, dass Erbrochenes mit einem Einmalwischlappen entfernt und die verschmutzte Fläche mit Hilfe eines Haushaltsreinigers beseitigt werden. Dabei die Türklinken nicht vergessen.

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Welche Symptome treten auf, wenn man sich mit Noroviren infiziert hat?

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Übelkeit, schwallartiges Erbrechen und Durchfall; auftreten können auch Bauchkrämpfe, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es in der Regel 24 bis 48 Stunden. Die Krankheit dauert meist nur einen bis drei Tage; auch symptomarme Verläufe sind möglich. Personen sind insbesondere während der akuten Phase und bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome ansteckungsfähig und scheiden die Viren eventuell noch wochenlang über den Stuhlgang aus.

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Wie kann man die Noroviren therapieren?

Für die Therapie einer Norovirusinfektion gibt es kein spezifisch wirksames Medikament. Die Behandlung konzentriert sich wie bei anderen Durchfallerkrankungen auf die ausreichende Behandlung der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste. In seltenen Fällen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.

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Was sollte man beachten, wenn in der Familie der durch Noroviren ausgelöste Brechdurchfall aufgetreten ist?

  • Da das Virus am häufigsten durch direkten Kontakt zu Erkrankten (virushaltiges Erbrochenes oder Stuhl) oder indirekt über kontaminierte (verschmutze) Flächen (zum Beispiel Waschbecken, Türgriffe, etc.) übertragen wird, kann das Infektionsrisiko allgemein reduziert werden, indem man den Kontakt zu Erkrankten meidet und auf eine sorgfältige Handhygiene achtet. Bei der Betreuung von erkrankten Personen im eigenen Haushalt steht ebenfalls eine gute Hände- und Toilettenhygiene (regelmäßige Reinigung der Kontaktflächen, personenbezogene Hygieneartikel/Handtücher) im Mittelpunkt. Durch Erbrochenes oder mit Stuhl kontaminierte Gegenstände und Flächen (zum Beispiel Waschbecken, Toiletten, Türgriffe, Böden) sollten mit Hilfe von Haushaltsgummihandschuhen gründlich gereinigt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass es dadurch nicht zu einer Weiterverbreitung kommt - verwenden Sie also am besten Einwegtücher. Ein genereller Einsatz von Desinfektionsmitteln ist im Privathaushalt in der Regel nicht erforderlich. Vielmehr kommt es darauf an, die oben genannten Maßnahmen konsequent einzuhalten.
  • Erkrankte sollten während der akuten Phase der Erkrankung (Durchfall, Erbrechen) außer zur Betreuungsperson möglichst keinen Kontakt zu anderen Haushaltsmitgliedern oder anderen Personen haben. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und alte Menschen.
  • Geschirr kann wie üblich gespült werden. Erkrankte sollten möglichst keine Speisen für andere zubereiten. In jedem Falle kommt der Händehygiene vor dem Essen besondere Bedeutung zu. Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher sollten mit einem Vollwaschmittel bei Temperaturen von mindestens 60 Grad gewaschen werden. Da das Virus auch nach Abklingen der akuten Krankheitssymptome in der Regel noch ein bis zwei Wochen im Stuhl ausgeschieden werden kann, müssen die genesenen Personen zumindest für diesen Zeitraum auf eine intensive Toiletten- und Händehygiene achten.
  • Für die Erkrankten gelten die bei akuten Magen-Darm-Infektionen üblichen medizinischen Empfehlungen. Neben Bettruhe sollten Sie wegen der zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten achten. Nach Abklingen der akuten Symptome kann die Kost wieder langsam aufgebaut werden.
  • Bei schweren Verläufen (starke Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen, Durchfall) sollte vor allem bei Kleinkindern, älteren Patienten und Personen mit Grunderkrankungen frühzeitig ein Arzt konsultiert werden, der die entsprechende Gabe von Flüssigkeit und Elektrolyten veranlasst.
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Wann darf ein Kind nach einer Noroviren-Infektion wieder in den Kindergarten/die Schule, wann kann man selbst wieder zur Arbeit gehen?

Laut Infektionsschutzgesetz dürfen Kinder unter sechs Jahren, die an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind, Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Die Einrichtung sollte auch ein bis zwei Tage nach dem Abklingen der klinischen Symptome nicht besucht werden, dies kann nach dem Infektionsschutzgesetz auch angeordnet werden.
Für ältere Kinder oder erwachsene Betreuer kann die Einhaltung bestimmter Hygieneregeln oder ein Schulbesuchsverbot beziehungsweise im Falle von Betreuern ein Tätigkeitsverbot angeordnet werden.

Informationen zum Download

Wir haben für Sie einige wesentliche Informationen über Noroviren zusammengestellt. Diese Übersicht können Sie hier herunterladen.

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Ansprechpartner

Gesundheitsamt

Dr. Maria Beutel
Telefon: (08261) 995-406

Gesundheitsamt

Dr. Wolfgang Glasmann
Telefon: (08261) 995-406

Gesundheitsamt

N.N.
Telefon: (08261) 995-406

Gesundheitsamt

Dr. Simona Ullmann
Telefon: (08261) 995-406

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